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Bliffon
erbaute Duen Retiro zu Anfange des 17. Jahrh. 1615 kam es bei dessen Tod«an die Krone, und die Könige hielten sich wegen der gesandelt Lage oft tm Früh-,jähre einige Monate dort auf. Als die Franzosen 1808 Madrid zum ersten Maleräumten, und die Spanier die Stadt in Vcrtheidigungsstand setzten, wurde auchBuen Retiro hierzu benutzt und mit einem Infanterieregiment beseht. Bei demAngriffe der Franzosen am 5. Der. ward es als Schlüssel der Stadt der Haupt-gegenstand des Kampfes. Dreißig Stück Geschütze legren bald in die dünne Um-fassungsmauer Bresche, und die stürmende Division Vilatte vertrieb die Besatzungnach kurzem Widerstände. Die Capirulatio» der Hauptst. war die Folge dieserEroberung. Bei dem Sturme wurde das Schloß geplündert, viele Gewölbe lindWände beim Suchen nach versteckten Kostbarkeiten eingeschlagen, und so die vo-rige Pracht fast ganz vernichtet, später benutzten die Franzosen Buen Reriro,als den Punkt, der Madrid beherrscht, zur Citadelle. Sie umgaben das Schloßmit einem Wall, wendeten die Zimmer zu Casernen und Depots an und verstärk-ten die neue Citadelle durch ein detachirceS, 2000 Schritte seitwärts gelegenesFort, zu dem eine Porzellanfabrik umgeschaffen ward. Diese Befestigungen soll-ten die unruhige -Ltadt im Zaume halten und im Fall eines Ausstandes derBesatzung und der Familie des Königs Joseph zum sichern Zufluchtsorte die-nen. Auch zog sich die Besatzung während der Schlacht von Talavera indas Fort Retiro zurück. 32.
Buffon (George Louis Leckere, Grafv.), Naturforscher und einer der groß«tenSchriftsteller des 18. Jahrh., geb. zuMontbard inBourgogne d. I.Sept. 1707,erhielt von seinem Vater, Benjamin Leclerc, Rath des Parlaments seiner Provinz,eine sorgfältige Erziehung. Der Zufall führte den Jüngling zuDijon mit dem jun-genHerzoge von Kingston zusammen, dessen Führer, ein gelehrter Mann, ihm Ge-schmack für die Wissenschaften einflößte. Sie bereiseten gemeinschaftlich Frank-reich und Italien; B. ging sodann nach England. Um sich in der Sprachezu vervollkommnen, ohne darum die Wissenschaften zu vernachlässigen, übersetzteer ein Werk über die Differenzialrechnung von Newton und die Statik der Ge-wächse von Hales. Nach einiger Zeit trat er mit eignen Werken hervor, in denener die Geometrie, Physik und Landwirkhschaft bearbeitete. Er schrieb über diese Ge-genstände Untersuchungen, die er nach und nach der Akademie der Wissenschaftenvorlegte, zu deren Mitglied er 1733 ernannt wurde. Die wichtigsten betrafen dieZusammensetzung eines Spiegels, um, wie ArchimedeS gethan haben soll, Körperin weiten Entfernungen zu entzünden, und Versuche über die Stärke des Holzesund über dieMittel, sie besonders dadurch zu vermehren, daß man die Bäume einigeZeit vor dem Fallen schält. B., der in den ersten Jahren nur von einer un-bestimmten Begierde nach Belehrung und Ruhm beseelt war, bekam durch die Er-nennung zum Intendanten des königl. Gartens 1736 eine bestimmte Richtungauf die Wissenschaft, in welcher er sich unsterblich gemacht hat. Indem er jetztdie Naturgeschichte in ihrem ganzen Umfange überblickte, fand er keine andernWerke über dieselbe vor als talentlose Compilationen und trockene Namenregister;über einzelne Gegenstände die trefflichsten Beobachtungen, aber kein umfassendesWerk. Zu diesem entwarf er den Plan; er wollte darin mit der Beredtsamkeitdes Plinius und dem Scharfsinn des Aristoteles die Genauigkeit und das Einzelneder Beobachtungen der Neuern vereinigen. Kraft, ein so weitläufiges Ganzes zuumfassen, und Lebhaftigkeit, es zu schreiben, fühlte er in sich: aber er harte nichtdie Geduld noch die Organe, so zahlreiche und oft kleinliche Gegenstände zu beob-achten und zu beschreiben. Er verband sich dazu mit Daubenton, der die ihmfehlenden Eigenschaften befaß, und nach einer 10jährigen hartnäckigen Arbeitlieferten beide Freunde die 3 ersten Bände der Naturgeschichte, denen sie von1719 — 67 noch 12 andere folgen ließen, welche die Theorie der Erde, die