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Zweiter Band. Bo bis C.
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Buffon

Natur der Tbiere und die Geschichte des Menschen und der Säugthiere umfassen.Der glänzendste Theil derselben, die allgemeinen Theorien, die Beschreibung derEigenthümlichkeiten der Thiere und der großen Naturerscheinungen sind von D.Daubenton beschränkte sich auf die Angabe der Formen und der Anatomie. Die 9folgenden Bände, welche von 1770 — 83 erschienen, enthielten die Geschichte derVogel, an denen Daubenton seine Theilnahme versagte. Dadurch veränderte sichdie Gestalt des Werks; weniger ausführliche Beschreibungen und fast ganz ohneAnatomie wurden den historischen Artikeln einverleibt, welche anfangs Guenau vonMontbeillard und nachher der Abbä Bexon redigirte. B. allein gab die 5 Bändeüber die Mineralien von 1783 — 88 heraus. Von den 7 Supplementbänden,deren letzter erst nacb s. Tode 1789 erschien, bildete der 5. ein abgesondertes Ganzes,das von allen Werken B.'S das berühmteste ist. Er enthält seine Epochen derNatur, in welchen der Verf. in einem wahrhaft erhabenen Styl und mit einemsiegenden Talent eine zweite Theorie der Erde aufstellt, welche von der in den erstenBänden entworfenen ganz verschieden ist, wiewol er anfangs den Schein hat, nurjene vertheidigen und entwickeln zu wollen. Diese große Arbeit, mit welcher sich B.50 Jahre hindurch beschäftigte, ist indeß nur ein Theil des ungeheuern Plans,den er entworfen hatte, und der vonLactp, de für die Geschichte der Wallfischarten,der Schlangen und der Fische rühmlich fortgesetzt worden, für die Thiere ohne Wirrbclbein und für die Pflanzen aber noch unausgeführt geblieben ist. Über B. alsSchriftsteller gibt es nur Eine Stimme; in Ansehung der Erhabenheit des Stand-punkts, von welchem er ausgeht, in Ansehung des mächtigen und gelehrten Ideen-ganges, der Majestät der Bilder, des edeln und würdevollen Ausdrucks, der Har-monie des StylS bei erhabenen Gegenständen ist er vielleicht unerreicht geblieben.Seine Gemälde großer Naturscenen sind von einer hinreißenden Wahrheit, undjedem ist der unvertilgbare Ltempel der Eigenthümlichkeit aufgeprägt. Auch warder Ruf seines Werks schnell begi ündet, allgemein und ohne Widerspruch. Es er-weckte einen allgemeinen Geschmack an der Naturgeschichte und erwarb dieser Wis-senschaft die Gunst und Unterstützung der Fürsten und Großen. Ludwig XV. er-hob den Verf. in den Grafenstand, und d'ArgivillierS ließ ihm unter Ludwig Xä I.noch bei seinen Lebzeiten eine Statue am Eingänge in das Naturaliencabinet desKönigs errichten, mit der Anschrift: älisieiitali inilnr.ie z>.,r in^eiiimn. Mehrsind die Urtheile über B. als Phvsiker und Naturforscher getheilt gewesen. Vol-taire, d'Alembert , Eondorcet haben seine Hypothesen und seine unbestimmte Art,nach allgemeinen Ansichten zu philosophiren, streng getadelt. Allein, wenn auchB.'S Systeme über die Theorie der Erde in ihren Details keine Vertheidiger mehrfinden werden, so hat er doch das Verdienst, allgemein fühlbar gemacht zu haben,daß die gegenwärtige Gestalt des Erdballs aus einer Folge von Veränderungen her-vorgegangen, denen nachzuspüren unmöglich ist; und er hat gezeigt, welche Phäno-mene dabei zu beobachten sind. Seine Theorie der Zeugung ist von Haller undSpallanzani , und seine Hypothese eines gewissen unerklärlichen Mechanismus, dener an die Stelle des thierischen Instinkts setzt, von Andern widerlegt worden; aberdennoch sind seine beredten Gemälde von der physischen und moralischen Entwicke-lung des Menschen, sowie seine Ideen über den Einfluß, den die Zartheit und derGrad der Entwickelung jedes Organs auf die Natur der verscbiedenen Gattungenhaben, noch jetzt von dem höchsten Interesse. Seine Ideen über die Ausartungder Thiei e und über die Grenzen, welche die Klimate, Gebirge und Meere jederGartung anweisen, sind wahre Entdeckungen, die sich mit jedem Tage bestätigenund den Reisenden eine Basis für ihre Beobachtungen angeben, welche vorherfehlte. Der Hauptrheil seines Werks ist die Geschichte der vierfüßigen Thiere, d> rschwächste dagegen die Geschichte der Mineralien, wo seine Unbekanntschaft mitder Chemie und seine Neigung zu Hypothesen bedeutende Mangel verui sacht haben.