Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bundesstaat Buquoy 209

deStage beschlossen worden. Zur Bestreitung des zu dem Bau dieser Plätze nöthigenAufwands ist ein Theil der durch den Frieden von 1815 stipulirten franz. Conkri-butionSgelter bestimmt; das Fehlende soll der Bund gemeinschaftlich aufbringen.Die BundeSsestungen würden übrigens fast ohne Werth sein, wenn nicht PreußenKoblenz sammt dem Ehrenbrcitstein und Köln auf eigne Kosten herstellen ließe undWesel, Jülich und Saarlouis stets in gehörigem Vertheidigungsstande erhielte, dennerst dadurch wird die Vertheidigung der Rheinlinie ein Ganzes. 32.

BundcSstaat (Union), eine Verbindung mehrer Staaten zu einemGanzen, in welchem eine eigentliche gemeinschaftliche Staatsgewalt aufgestelltwird, welcher die einzelnen Theile sich der Regel nach in allen Beziehungen unter;werfen muffen. Sie wird dem Staatenbunde, der Föderation, entgegengestellt,welcher auch durch eine Verbindung mehrer Staaten entsteht, die aber sich nur zugewissen Zwecken, z.B. Vertheidigung »ach Außen, vereinigen, sich auch dazu ge-wissen gemeinschaftlichen Anordnungen unterwerfen, aber doch alsRegel ihre Unab-hängigkeit und Selbständigkeit beibehalten. Von der letzten Art ist der deutscheBund; zu der ersten Art konnte man sonst die Vereinigten Niederlande rechnen,sowie sich auch die Vereinigten Staaten von Nordamerika und die neuen dort ent-standenen Staatenshsteme mehr der Union als der Föderation nähern. Aber dieAbstufungen zwischen den beiden Formen des Bundesstaats und StaatenbundeS,welche in vollkommener Reinheit kaum vorkommen können, sind von der größtenMannigfaltigkeit. (Vgl. Föderativsystem.)

Bundschuh, die veraltete Benennung einer ehemals gewöhnlichen Artgroßer Schuhe, die bis über die Knöchel gingen und zugebunden wurden. Un-eigentlich wird damit der Bauernaufstand in der ersten Hälfte des 16. Jahrh, be-zeichnet, weil die Aufrührer einen solchen Schuh als Zeichen auf einer Stangeoder auch in den Fahnen führten. (S. Bauernkrieg.)

B u o l-S ch auenstein (Baron v.) war 1790 Charge d'AffaireS des röm.Kaisers im Haag, wurde 1792 zum Kammerherrn und kais. Gesandten in Basel ernannt und ging von da 1791 als Directorialminister zum Reichstage nach Re-genüburg, wo er vergeblich sich bemühte, die verschiedenen ^ irsten von einer Tren-nung von der Coalition abzuhalten. Bald nachher ward er als Gesandter bei dem nie-dersächs. Kreise nach Hamburg geschickt. Lange Jahre verschwand sein Name ausallen öffentl. Verhältnissen, bis er endlich wieder 1815 bei dein Bundestage inFrankfurt als k. k. östr. Gesandter erschien und zum Präsidenten desselben ernanntwurde. Er behauptete stets mit milder Festigkeit das Interesse und die politische An-sicht seines Hofes. 1822 wurde der Baron vonMünch-Dellinghausen s. Nachfolger.

Buonaparte, s Bonaparte.

Buonarotti , s. Angelo (Michel).

Buquoy (Georg Longueval , Grafv.), Frech. v. Veaux, Mitgl. mehr. gel.Gesellfch. und gemeinnütziger Vereine, als Schriftsteller in den mathemat., natur-wissenschaftl., staatSwirthschaftlichen Disciplinen rühmlichst bekannt, ist d. 7. Sept.1781 zu Brüssel geboren. Sein Geschlecht ist eins der vorzüglichsten Böhmens , vor-züglich bekannt der General d. N., der im dreißigjähr. Kriege eine bedeutende Rollespielte. Der junge B. erhielt Privatunterricht und studirte in der TheresianischenRitterakademie zu Wien . Mathematik und Physik beschäftigten ihn fast ausschlie-ßend von s. 17. Jahre an; dann auch Chemie. Nach dem Tode f. L)heims, desGrafen Ioh. v. Buquoy , 1803, gelangte er als Fideicommißerbe zu dem Besitzeeines sehr großen Vermögens. Er machte jetzt Reisen durch die Schweiz, Frankreich und Italien . Nach seinerRückkehr verehelichte er sich und lebt seitdem, fern von demöffentl. Staatsdienste, ganz den Wissenschaften und der Aufsicht auf die Verwal-tung seiner Güter. Als Schriftsteller trat er zuerst mit Untersuchungen über die vonden franz. Mathematikern sobenannten virtuellen Geschwindigkeiten auf; und von