Burckhard (Johann Ludwig) Burckhardt (Johann Karl ) 801
berühmt, dass (belehrte unk Ungelehrte, Hohe und Niedrige sich täglich daselbst ver-sammelten, n»d der große Cosinus sie in einem Gewölbe seiner Galerie sogar ma-len ließ. Sie erscheint in diesem Gemälde in 2 Theile abgetheilt; hier wird bar-biert, und dort gedichtet und musicirt. Das Portrait B/S ist darüber gemalt.So unbestritten auch seine Berühmtheit ist, so schwer ist es doch, über den Werthoder Ilnwenb seines Witzes und seiner Satyren zu urtheilen, da uns die örtlichenund persönlichen Verhältnisse unbekannt sind. Aber eben diese Beschränkung mußihn auch in unsern Augen herabsetzen. Für seine Zeitgenossen wurde seine Saiyredurch das gebeimnißvolle Dunkel und die absichtliche Seltsamkeit seines Ausdrucksnoch anstehender gemacht. B/S burleske Sonette waren zugleich Räthsel, zu denenuns die Auslösung fehlt, was auch Doni zu ihrerErklärung gethan zu haben behaup-tet. Die erzählenden und beschreibenden lassen sich zwar leichter verstehen, aber auchin ihnen ist das Salz meistens so grobkörnig, daß eben dadurch die Satyre sich selbstwieder zerstört. S ie sind sämmtltch sehr keck, aber auch unsittlich und zügellos. Diebesten Ausg. seiner Sonette sind von 1568, Florenz, und 1157, London .
Burckh a„r d (Johann Ludwig), geb. den 24.Nov. 1784 zu Lausanne , aufeiner Reise seiner Ältern, des Obersten Ioh. Rud. B. im Kirschgarten zu Basel , be-rühmt durch seine Reise nach Nubien, ward in Basel und in Neufchatel erzogen,studirte seit 1800 in Leipzig und seit 1804 in Götlingen. Da er in seinem damalsvon Frankreich unterdrückten Paterlande keine Dienste nehmen wollte, begab er sich1806 nach London , wo die Afrikanische Gesellschaft einen neuen Versuch machenwollte, auf dem von Hornemann (s. d.) schon betretenen Wege, von Norden ausdas Innere von Afrika erforschen zu lassen. Sie nahni B/s Anerbieten, dieseReise zu wagen, 1806 an. B. härtete seinen Körper planmäßig ab, studirte die mit-ten des OrientS und die arab. Sprache in ihrer reinsten Schule, seit 1809, zu Aleppo und übersetzte Campe'S Robinson Crusoe ins Arab. u. d. T. „Die Seeperle".. Erblieb 2ck Jahr in Syrien, besuchte Palmyra , DamascuS, dencksibanon und die Über-reste von Petra in Arabien, worauf er sich nach Kahira begab, um mit einer Cara-vans durch den nördl. Thess von Afrika nach Fezzan zu geben. Vorher machte er1812 fg., in der Tracht eines Beduinen, eine Reise den Nil hinauf, fast bis nachDongola ; dann als armer Kaufmann und als syrischer Türke eine zweite durch die»ubische Wüste, die auch Bruce bereist hatte, unter großen Beschwerden nach Berberund >Lhcnty bis Läuakin an das rothe Meer, von wo er über Djidda nach Mekka wallfahrtete. Er war jetzt in die Sprache und Sitten der Araber so eingeweiht,daß er, als ein Zweifel über seinen Islamismus entstand, von 2 RcchkSgelebrren, nachübersiandener Prüfung im theoret. und prakt. Theile des mohammed. Glaubens,nicht nur für einen Gläubigen, sondern auch für einen sehr gelehrten Muselman» er-kannt wurde. Man nannte ihn Scheit Ibrahim. 1815 kani er nach Kahira zurückund besuchte daraus den Sinai. Als endlich die erwartete Fezzancaravane wirklich an-kommen sollte, überraschte ihn der Tod zuKahira den 15.April 1817. DieMoham-knedancr bestatteten seinen Leichnam mit auszeichnender Feierlichkeit. Er hatte nachund nach alle seine Tagebücher eingesandt. Seine letzten Gedanken geborten seinerMutter an. B. war der erste neuere Reisende, dem es gelang, bis Shendy, im in-nern Sudan , dem alten Meroö.— noch jetzt, wie vor 3000 I., der Mittelpunkt desHandelsverkehrs des östl. Afrika — vorzudringen und über den dangen Handel mitMenschenfieisch — so heißt der Sklavenkandel — genaue Nachricht cinzuziehen.Selbst europ. Erzeugnisse, z. B. solinger Schwertklingen, fand er aus dem großenMarkte inShendv. Von seinen „läae,/« >„l>>.', 1815" (London 1819), welchedie Afrik.Gesellsch. herausgab, nebst seinen Forschungen über das Innere von Af-rika, erschien zu Weimar eine vollst. Übers, und 1829 zuLond. s. ,,'I rnvel.-i in Arn-lü->, tbo >>,<!, I .->>>,I ,0 ibo bl»>uilii>.iu»". 20.
Burckhard t (Johann Karl ), Mitglied der k. stanz. Akad. der Wissensch.