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Bureau
Brirdscheit
und sachsen -meiningiscber Legationsrath, einer der ersten astronomischen Rechnerin Europa, geb. zu Leipzig den 30. April 1773, studirte Mathematik und wurdedurch Lalande'S Werk über die Astronomie für die Sternkunde gewonnen. Vor-züglich legte er sich auf die Berechnung der Sonnenfinsternisse und Sternbe-deckungen für geographische Längenbestimmungen; zugleich machte er sich mit allenlebenden Sprachen bekannt. Professor Hindenburg veranlaßte ihn, über die com-binatorisch-analytische Methode (Leipzig 1'l94) eine latein. Abhandlung zu schrei-ben und empfahl ihn an den Herrn von Zach, bei dem er auf dem Seeberge beiGotha die Astronomie praktisch studirte und dem er (von 1795— 97) in derBeobachtung der RcciaSccnsio» der Gestirne fleißig beistand. Der Coadjutor Dal-berg ernannte ihn zum Mirgliede der erfurter Akad. der Wissenschaften, und Herrvon Zach empfahl ihn an Lalande in Pari-, der ihn den 15. Dec. 1797 in seinemHanfe freundschaftlich aufnahm. Hier zeichnete er sich durch die Berechnung derKoinetenbahnen aus, nahm an allen Arbeiten des Neffen von Lalande, Lefraiu ois-Lalande, auf der Sternwarte der beolc milituirv thätigen Antheil und übersetztedie beiden ersten Bde. von Laplace'ö „^leeanigue ecle«ie" ins Deutsche (Berlin 1800 fg.). Zum ,l!>linnoino,->üj»i»t bei dem Längenbureau ernannt, erhielter den 20. Dec. 1799 Naturalisakionsbriefe als franz. Bürger. Seine wichtigeAbhandlung über den Kometen von 1770, der alle 5—6 Jahre wiederkehrensollte und dennoch keinem Astronomen sichtbar geworden war, wurde von dem In-stitute 1800 gekrönt. Der Preis war eine goldene, ein Kilogramm schwere Me-daille. Diese Abhandlung, welche auch einige Verbesserungen der Rechnungs-methode des 1>. Dlbcrs aufstellte, steht in den ,,»,m. I'Imiiin! 1806". Indiesem I. nahm ihn die Classe der phrsisehen und matbematiscben Wissenschaftenzu ihrem Mugliete in der Alademie auf, und 1818 wurde er Mugl. des väug<n-bureauS, und nach Lalande'S Tode Astronom an der Sternwarte dcrLeole mili-t-iiie. 1814 und 1816 gab er zu Paris i» franz. Sprache HülsStafeln für astro-nomische Rechnungen heraus i auch stehen von ihm Aufsätze in des Herrn v. Zach„Geograph. Ephemeridcn". Vorzüglich werden seine Arbeiten bei dem Längenbu-reau geschätzt. Er starb zu Paris den 21. Juni 1825. 20.
Bureau, ein Schreibtisch (von I»,re, bnrrsu. einem groben wollenenZeuche, womit man sie bedeckte); dann das Geschäftszimmer eines Beamten; dasin demselben unter Leitung eines Einzelnen arbeitende Personal. Man setzt es indieser letzten Bedeutung der Collegialvcrfassung entgegen, bei welcher der Beschlußdurch Mehrheit der Stimmen mchrer gleichberechtigten Mitglieder gebildet wird,die alle ein sogenanntes Volum eleeirie um haben, während im Bureau zwar auchmehre Beamte (vortragende Räthe, Assessoren u. s. w.) angestellt sein können,welche aber, indem die Entscheidung allein vom Vorgesetzten abhängt, nur zu einerbloß berathenden Stimme (Volum LonsulMlie um) berechtigt sind. Beide Sy-steme haben ihre eigenthümlichen Vortheile und Nachtheile. Das Bureausy-siem, wobei dem Hauptbeamten oft sogar die Wahl und Entlassung seiner Unter-gebenen ganz überlassen ist (wie in den engl. und franz. MinistcrialbureauS), gestattetein schnelleres, kräftigeres und gewissermaßen auch eonscquenteres Handeln, sofernnämlich der Hauptbeamke selbst ein Mann von Entschlossenheit, Urtheil und wis-senschaftlichem Geist ist; aber es artet dagegen auch sehr leicht in Willkürlichkeit,Einseitigkeit und unwissenschaftliches Wirken ne eb bloßer Routine aus. Der Ober-beamte, welcher dabei nicht immer die nöthige Vorbereitung, wenigstens nicht dieunentbehrliche Localkenntniß mitbringt, welcher vielleicht zu einer zeitraubendenRepräsentation gezwungen ist, wird gar zu leicht von einem vertrauten Subalter-nen abhängig und von ihm gemißbraucht. Sowie das Bureausystem daher gegen dieRegierten leicht in einen BcamtendespotumuS (Bureaukratie) ausartet, söge-