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Zweiter Band. Bo bis C.
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Butler

nannten, bildeten eine mächtige Partei. Man bezeichnete sie mit dem alten Na-men Cabale und klagte sie an als die Urheber aller vorhandenen Übel. 1166 hatteB. in der Kammer der PairS erklärt, daß er sich von den öffentlichen Angelegen-heiten völlig zurückgezogen habe und daß er den König nicht mehr sehe; dennochzweifelte man nicht an seinem fortwährenden großen Einflüsse. Erst mit dem Todeder Prinzessin von Wallis , 1172, scheint er die Theilnahme an den Regierungg-geschästen ganz aufgegeben zu haben. Der öffentliche Haß legte sich; er wurdevergessen. Seine letzten Jahre verlebte B. auf seinen Landhäusern. Ein köstlicherbotanischer Garten, eine Bibliothek von 30,000 Bdn., prächtige astronomische, phy-sikalische und mathematische Instrumente gewährten seinem Geiste die mannigfal-tigste Beschäftigung. Sein LleblingSsiudium war die Botanik; er besaß darin aus-gebreitete Kenntnisse. Für dieKönigin von England schrieb er „Botanische Tafeln",welche die verschiedenen Pflanzengcschlechter Großbritanniens enthalten (ö Bde., 4.).Dieses Werk ist wegen seiner Pracht, durch die es alle frühere botanische Werkeübertrifft, und wegen seiner Seltenheit merkwürdig. Es wurden nur 10 Exemplareabgezogen, welche einen Aufwand von mehr als 10,000 Pf. St. verursachten. B.starb 1192. Er besaßlnchrAmnaßung alsGeschicklichkeit; als Staatsmann, wozuihm Talente und Kenntnisse fehlten, verlor er seine eigne Ruhe und erzeugte durchfalsche Maßregeln Unruhe und Zwietracht im Schoße der Nation. Er wollte herr-schen unter dem Schuhe der höchsten Gewalt, und brachte beinahe diese selbst in Ge-fahr. Man hat ihni Hochmuth vorgeworfen, aber er miscbte diesen Fehler mit ei-nem edeln Stolz und verschmähte es standhaft, während seines Ministeriums feileFedern in Sold zu nehmen. Mißtrauisch und versteckt, galt er für hark, herrschsüch-tig und hartnäckig; gewöhnlich zeigte er einen unsicher», unentschlossenen, selbstfurchtsamen Geist. Nie griffman thu wegen seirur Sitten an; in seinem Privatle-ben zeigte er die liebenswürdigste Einfachheit. Vgl.Dutens'S „äle moii id", U. 301.

Butler (Samuel), Dichter, geb. zu Strensham in der Grafsch. Wor-cesier im Febr. 1612, studirte zu Cambridge und wurde Gehülfe des Friedensrich-ters Ieffery zu Earlscroon. Als dieser seine Neigung für Literatur u. Künste wahr-nahm, gewährte er ihni hinreichende Muße, um sich damit zu beschäftigen. B. trathierauf, in welcher Eigenschaft ist unbekannt, in die Dienste der Gräfin Kent, beiwelcher sich mehre Gelehrte zusammenfanden, darunter Seiden, welcher ihn beson-ders in seinen literarischen Arbeiten anfeuerte. Er machte die Bekanntschaft des SirSamuel Luke , eines durch Geburt und Vermögen ausgezeichneten Mannes undglühenden Puritaners, der sich später der Sache Eromwcll's anschloß. Damalsfaßte B. die Idee zu seinem „Hudibras", einem Werke, das seinen Ruf begrün-det hat, und das vermöge der Natur des Gegenstandes und der Umstände, unterwelchen es erschien, einen glänzenden Erfolg haben mußte. Die Absicht des Gedich-tes ist, die Schwärmerei und die wilde Ausgelassenheit der religiösen Sekten undpolitischen Parteien lächerlich zu machen, welche England in den letzten Regierungö-jahrcn Karls I. umgekehrt und zuletzt diesen Fürsten auf das Schaffst gebracht hat-ten. Die Helden sind 2 groteske Figuren, der Ritter Hudibras, unter welchem derDichter, nach Einiger Meinung, sich selbst geschildert hat, und sein StallmeisterRalph, seltsame und ziemlich anmuthlose Nachahmungen des Don Quixote undSancho Pansa. Ohne ein eigenthümliches poetisches Leben konnte der „Hudibras"nur damals ein bedeutendes Interesse erregen; seine Wirkung mußte sich verlieren,je weiter man sich von dem Zeitpunkte entfernte, dem er seine Entstehung verdankte;und gegenwärtig mögen wol die wenigsten von Denen, die ihn aus Gewohnheitloben, Geduld gehabt haben, ihn zu lesen. Für die Engländer hat er das wichtigeNebenverdienst, durchaus national zu sein. Er erinnert sie an Ereignisse und Anek-doten aus einem anziehenden Zeitraume ihrer Geschichte und ist zugleich ein Ge-mälde rein-englischer Sitten, Charaktere und Lächerlichkeiten. Obgleich B. an ei-