Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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386 Duttura Buxhöwden

derlegnng Derer, die ein gründliches grammatisches Studium für ertödtend haltenund den Geist nicht erkennen, der auch aus dem Chaos des Alterthums eine schöneSchöpfung hcrvorsühren kann.

Buttura (Antonio), ein italienischer, 1111 zu Verona geborener Dichter.Als 1199 die vereinigten östreichisch'-russischen Heere die jungen ital. Republikenbedrängten, begab sich B. nach Frankreich . Bis dahin kannte man in seinen« Da-terlande von ihm Nichts als einige artige Sonette und eine ital. Übersetzung desTrauerspiels: „Die Vcnetianer", von Arnault. In Paris übersetzte er Boileau'ü

poi liguc" in ital . Verse, mit treuer Beibehaltung des IdeengangeS im Ori-ginal. Der Versuch war um so schwieriger, als Boileau das Meisterwerk Tasso'üso hart tadelte. Dennoch fand die Übersetzung in Italien Beifall. Eben dieserBeifall des Publicums bewog ihn, auch Racine'S „Ipliigß»',,.- c„ Xuliew" in ital .Versen wiederzugeben. 1811 ließ er einen Band Gedichte, meistens Oden vollEnthusiasmus für Frankreich, drucken. Sein Versuch der „Geschichte Venedigs "in ital. Prosa fand in Italien und Frankreich , sowie s. ,,'I'ublouu Oe la Iilu',ul,ii6Italien , >c", als Einleitung zu seinen Vorlesungen im ,1l>ianec, großen Beifall.

Buxhdwden (Friedrich Wilhelm, Grafvon), stammte aus einer liefländ.Familie, welche 1185 bereits Lchngüter im Herzogthume Bremen besaß. Bekannt-lich waren es die Hansestädte, insbesondere Bremen , welche zur Ansiedelung derdeutschen Ritter in Liefländ, Esthland u. Preußen viel beitrugen, und es war damalsnicht selten, daß deutscher Adel unter dem Banner deutscher Städte focht. Es istmöglich, daß durch ähnliche Veranlassung von Bremen nach Liefiand Ritter versetztwerden konnten. B. wurde zu Magnusdal (welches sein Vater als Kronpachter be-saß) auf der Insel Viren bei Öftl den 14. Scpt. 1150 geb., wart im Petersbur-ger Cadettcnhauft erzogen und focht seit 1169 gegen die Türken. Seine gefälli-gen Sitten machten ihn mit dem Fürsten Orlvff bekannt, welchen er auf seinenReisen durch Italien und Deutschland 1114 u. 1115 begleitete. Roms Erinne-rungen zogen damals den Jüngling vorzüglich an. Seine Heirath mit einervornehmen Russin, Natalia Alexijcff, 1111, brach seinem Glücke im Staats-dienste eine weitere Bahn, sodaß er 1183 bereits Oberster wurde. Als Generalfocht er 1189 mit den Schweden , schlug 1190 die schwed. Generale Hamiltonund Meycrfeld und entsetzte Friedrichshamm und Wiborg , wofür ihn die KaiserinKatharina durch Orden und die Schenkung des KrongutS Magnusdal belohnte.Im Kriege mitPolen befehligte er eine russ.Truppendivision 1192 u. 1194. BeimSturm auf Praga that er nach Kräften der Wuth der Krieger Einhalt. Da-für gab ihm der Feltmarschall Suwaroff die Commandantur in Warschau und dieVerwaltung des eroberten PolenS . Seine Mäßigung und Uneigennützigkeit er-warben ihm, was damals sehr schwer zu erlangen stand, die Achtung der Polen .Die Anerkennung seiner Verdienste auch im VerwaltungSfachc bewog den KaiserPaul, ihn zum Militairgouverneur in Petersburg zu ernennen. Doch verlor erhier, wie Andre in ähnlicher Lage, bald die Gnade seines Monarchen, weswegener sich nach Deutschland zurückzog. Nach Pauls Tode rief ihn Kaiser Alexanderzurück. Eine der häufigsten Klagen in der Residenz war damals die ungleiche Dcr-theilung der Ortsabgaben. Buxhöwden hatte den Ruf, gerade durchzugehen, undwar ohne Verbindung mit den dabei interessu ten Personen. Dies mochte denjungen Monarchen bewogen haben, eine billigere Rcgulirung dem Grafen B.aufzutragen. Zur allgemeinen Zufriedenheit glich er Alles aus, und der Kai-ser bestätigte die Umänderung. Der Monarch vertraute ihm nun das Inspec-,torat dei Truppen in Liefländ, Esthland und Kurland an, mit der Stelle eines Ge-neralgouverneurs. Als durch die Allianz Rußlands mit Östreich 1805 die russ.Krieger wider Napoleon auftraten, führte er die Truppen.seiner Inspection insFeld und befehligte am Vchlachttage zu Austerlih den linken Flügel, welcher ver-