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Byzantinische Kunst
diente Bischöfe abzubilden, auch auf die Märtyrer und heilige Personen übertrug,woran sich späterhin die abergläubige Verehrung derselben knüpfte. Obgleich nunBilder dieser Art im 3. und 4. Jahrh, häufiger wurden, so erklärten doch noch vieleKirchenlehrer, wie früher Tertullian (s. d.), die Künste für Erfindungen des Teu-fels und meinten, die heidnischen Statue» seien von Dämonen besessen, in welcherabergläubischen Meinung der rohe Pöbel oft die herrlichsten Götterbilder zerstörte.Erst nach vielen Unruhen wurde im 9. Jahrh, die Bilderverehrung im griech. Reichebefestigt, und von da an zeigen sich die ersten uns bekannten Spuren einer christl.Bildner- und Malerkunst im Orient. Aber selbst jene Portraitstatuen, aufweiche diePlastik angewiesen war, zeigten nicht mehr die Freikeit und Würde alkerKunst. DerStolz der Kaiser verlangte Statuen aus Gold und Silber, so lange der durch Erpres-sungen der Unterthanen gefüllte Schah es gestattete; Bilder aus Erz und Marmorwurden wemg-'r geachtet. Und wie selten mochte den Künstler sein Gegenstand er-heben, da bald kriechende Schmeichelei den unwürdigsten Menschen Denkmäler undEhrensaulcn errichten ließ? Natürlich, daß mit den würdigen Gegenständen auch diewürdige und freie Behandlung der Kunst verschwand und sich in eine dürftige Mecha-nik verlor. Alle Bilder, sagt Heyne in seiner Abhandlung über dieWerke der späternKunst unter den byzantin.Kaisern (in den ,,<b>n,i>ieukuk. N>c. A. >.!),
der Kaiser, berühmter Männer oder heiliger Personen, nahmen e i neGestalt, Mieneund Haltung an; nirgends zeigte sich die Spur des Genius in freier Schöpfung undUmbildung, im Hinstrcben zu Wahrheit und Ausdruck, ssa von Iustinian'S Zeitherab verlor sich das richtigeMaß, das Verhältniß der Theile und die Wahrheit derUmrisse fo sehr, daß die Bilder Larven, Gespenstern und Mißgestalten immer ähnli-cher wurden. Selten sah man noch die alten röm. Gesichter dargestellt; die Gestal-ten, welche die Künstler darstellten, schienen einem ganz andern Menschengeschlechte,einem neuen Volke anzugehören, und wohl that es Noth, zuweilen die Namen beizu-schreiben. (ffn der perspectivischen Anordnung der Figuren beobachtete man kein Ge-setz, und auch das Architektonische verschlimmerte sich wenigstens seit dem 6. Jahrh,sehr. Um so besorgter war die Pracktliebe dieser Zeit, die kostbaren Gewänder der Kai,ser, Bischöfe u. a. ausgezeichneter Personen nachzubilden; und zwar liebte man nichtbloß purpurne Gewänder, sondern es kam auch der unmäßige Gebrauch von Perlenund Edelsteinen auf, die in langen Ohrgehängen, auf Arm- und Halsbändern getra-gen wurden; das ganze Gewand war oft mit Edelsteinen besetzt, und um den Saumlief eine doppelte Reihe von Perlen herum; denn solcher Kleider pflegten die Kaisermehre an einem Tage zu wechseln. Von Konstantin bis auf Iustinian wächst (wieman auch aus Münze» sehen kann) die Pracht der Diademe und die Verschwen-dung in Perlen und Edelsteinen.,, Da der Plastik, die das Nackte und die Einfach-heit der Gewänder liebt, solche Äußerlichkeiten fremd sind, so läßt sich leicht erklä-ren, warum die Verfertigung von Statuen so bald aufhörte. Auch finden wir die-selben nur in den ersten Jahrhunderten angeführt. Heyne gibt in der angeführtenAbhandlung ein Verzeichnis; der bvzaniinische» Statuen, welche von Schriftstellerndieser Zeit genannt werden. IesuSbilder, Statuen der Apostel und Heiligen kom-men darunter nicht vor. Statt jener findet man gemalte und in musivischer Ar-beit gefertigte Crucifixe. Gab es aber früher dergleichen, so wurden sie zur Zeit derBilderstürmer zerstört oder vernichtet, wie eine eherne Statue des Heilandes ne-ben Konstantins Standbild, welche Leo der Bilderstürmer zerstörte, und die vonEusebüiS gelobten Abbildungen des guten Hirten, oder des Daniel unter den Lö-wen, womit schon Konstantin die öffentlichen Brunnen verzieren ließ. Ein Bilddes Heilandes von Engeln umgeben, in Mosaik gearbeitet, beschreibt PhotiuS ; auchfindet man die Bilder zweier Enael auf dem Konstantinischen Forum, das Bildvon Adam und Eva, die eherne oatue Mofl-s's, mir welcher Zustinian die Curieverziert haben soll, sowie auch die des Salomon aus früherer Zeit erwähnt. Mit