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Cabanls
CabeirniS
Cabanis (Pierre Jean George ), Arzt, Philosoph und Litcrakor, geb. zuCognac 1157, kam als 14jähriger Jüngling nach Pains, wo er sich mit Eifer denWissenschaften widmete, Im 16. I. ging er mit einem polnischen Magnaten alsSecretair nach Warschau , war Zeuge des siürmischci: Reichstags von 1773, der ihnmit Schwermuth und Verachtung gegen dieMenschen erfüllte, und kehrte 2 Jahrespäter nach Paris zurück. Seine Übersetzung zweier Bruchstücke aus dem Homer,die er der franz. Akademie vorlegte, blieben zwarvon derselben unbeachtet, aber ge-schmackvolle Männer urtheilten anders, und er erhielt von vielen Seiten Beifall,der ihn bewog, eine vollständige Übersetzung der „schade" anzufangen. InkerMe-dicin war Dubreuil sein Lehrer und Rathgeber. Um seine durch anhaltende Stu-dien geschwächte Gesundheit wiederherzustellen, riech ihm dieser an, aufs Land zuziehen. C. wählte das nahe bei Paris gelegene Auteml. Hier ward er mit MadameHelvetiuS und durch sie mit Holbach, Frantlin und Iefferson bekannt, und gewanndie Freundschaft von Condillac , Turgot und Thomas. Dieser und Holbach führ-ten ihn bei Voltaire, Diderot, d'Alembert u. a. Gelehrten vorn ersten Range ein.Indes; haue sich §. ganz seine» Bcrufsgeschäfren gewidmet und den schönen Wis-senschaften entsagt. In seinem NX'UI <I'nn inölleoir," nahm er 1783förm-lich Abschied von ihnen. Bei dem Ausbruche der Revolution bekannte er sich zuihren Grundsätzen, aber er verabscheute die Gräuel, durch welche sie befleckt wurde.Gleiche Meinungen hatten ihn mit Mirabeau zusammengeführt. Das Genie die-ses außerordentlichen Mannes, der die entgegengesetztesten Eigenschaften in sichvereinigte, bemächtigte sich seines arglosen Herzens und zog ihn in ein Bündnis;,über welches er vielfach angefochten wurde. Mirabeau verstand meisterkaft dieKunst, sich mit fremden Arbeiten zu schmücken, und bekam von ihm die Schriftüber die öffentliche Erziehung , die nach seines Freundes Tode C. selbst 1791 her-ausgab. Eine noch innigere Freundschaft hatte er mit Eondorcct geschlossen. Erstarb als Mitglied des Senats am 5. Mai 1808. Seine für die Anthropologiewichtige Schrift: „läppen t<i>In p!>v>ngne>'ti!u nnn.O cio i'boniinv" (Paris 1802,2 Bde., 1805 Verb.) ist von Jakob (Halle 1801, 2 Bde.) ins Deutsche übertragenworden. Seine vollständigen Werke sind in 4 Bdn. (Paris 1824) erschienen.
Cabarrus (Franrois, Grafv.), geb. 1752 zuBayonnc, ward von seinemVater, einem ausgezeichneten Kaufmann, zur Handlung bestimmt. Nachdem erzu London und Toulouse unterrichtet worden, schickte ihn sein Vater zu einem Han-delssreunte, Galabert, nach Saragossa , dessen Tochter er w^dcr den Willen beiderFamilien heimlich 1772 heirathete. Doch überlrug ihm sei» Schwiegervater dieLeitung einer Seifenfabrik zu Carvanchel. Die Nähe von Madrid erlaubte ihm,sieb mir mehren Gelehrten daselbst, namenil. mit dem Abbe Guevara, dem HerauSg.derZeitung von Madrid , in Verbindung zu setzen, d.rihn mitdemGrasenvonEam-pomanes und dem P. OlavideS bekanntmachte. So entwickelten sieb in ihm ehr-süchtige, hochstrebende Plane. Der nordamcrikanische Krieg, an dem Lpanien ge-gen England Theil nehmen mußte, bere bte dies Land des Gebrauchs seiner Hülfs-guellen in Amerika , und C., der von dem Finanzminister in dem höchsten Drängeder Umstände um Rath gefragt worden, schlug vor, cinZinseniragcndesPapiergeldzu schaffen; Dein gemäß wurden 10 Mill. Piaster in Umlauf gesetzt, und da sie baldbesser als baares Geld standen, gewann C. das entschiedenste Ansehen. Darauferrichtete er die Bank San-Carlos 1782, deren Director er ward, und eine Hand-lungsgesellschaft der Philippinen 1785. C. wurde Finanzraih. Nach Karls IIl.Tode, 1788, siel er in Ungnade. Florida Bianca ward Minister; Llerena klagteihn sogar an und bewirkte 1790 seine Verhaftung. Erst 1792 ward er freigespro-chen, entschädigt und zum Grasen erhoben, und 1797 zum bevollmächtigten Mini-ster bei dem FriedenScongrefse mir Frankreich ernannt. Bei seiner Rückkauf: nachSpanien hatte er vielen Antheil an den Verankerungen, die im Ministerium vor-