Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
359
JPEG-Download
 

Cäcilie

Cacus

369

von ihnm abgewendet, daß sie ein höchst verderbliches Werkzeug der Willkürund der Intrigue waren. (S. Da stille.) 31.

Cäcilie. Es gibt mehre Heilige d. N. in der kathvk. Kirche. Die be-rühmteste, die man fälschlich z»r Erfinderin der Orgel und zur Schutzpalronin derTonkunst gemacht hat, soll in der ersten Hälfte des 3. Jahrh. n. Ehr. den Märtv-rertod erlitten haben (220). Ihre heidnischen Ältern sollen sie nach der Legendeeinem heidnischen Jüngling, Valerian, wider ihre» Willen verlobt haben. Siehatte aber in ihrem Herzeit dem Herr» eine ewige Iungfrauschast gelobt; undwährend die Instrumente tönten, wie es i» jener Legende heißt, tönte es in ihremHerzen allein zu dem Herrn (c>i»ii>nl>b>>5 c>e^>ni,<!, ist., in ,-u> -.oll >I-Iiiinn <->->» n,lx>> «lieens oto.), d. h. betete sie: Herr, laß mein Herz und meinenLeib unbefleckt bleiben. Als nun der Bräutigam erschien, bedeutete sie ihn, sienicht zu berübren, ein Engel des wahren Gottes beschütze ihre Unschuld. Derungläubige Valerian wollte sich von dieser Angabe überzeugen; sie verwies ihn anden Bischof Urban, der sich unter den Gräbern der Märtyrer verborgen hielt, undder ihn in der christlichen Religion unterrichtete und taufte. Als er nun zu derBraut zurückkam, sah er den schützenden Engel, der Beiden Kränze von hnnmli-sehen Rosen und Lilien reichte. Valerian bewog nun auch seine» Bruder Tubir-tus, den christlichen Glauben anzunehmen. Beide Brüder ließ als eifrige Chri-stusbekeimer der römische Präfect AlmachiuS enthaupten. Cäcilien sollte das Le-ben geschenkt sein, wenn sie den heidnischen Göttern opferte. Allein sie blieb festin ihrem Glaube». Darauf ließ sie der Tyrann in ein Bad mit siedendem Wasserverschließen, in welchem man sie noch am andern Tag unverletzt fand. Dannsollte sie der Henker enthaupten, der, als er 3 Mal gehauen, das Haupt nicht vomLeibe zu trennen vermochte. So lebte sie noch 3 Tage, ermunterte die Gläubi-gen, segnete und beschenkte die Armen. Schon im 5. Jahrh, findet man i» Romeine ihr gewidmete Kirche. Der Papst Paschalis, der große Sorge um die Reli-quien trug, spürte auch ihrem Körper nach. Da soll sie ihm, wie er i» seinenBriefen erzählt, im Schlafe erschienen sein und ihre Begräbnißstelle angezeigt ha-ben. Paschalis aber ließ nachgraben und den gefundenen Körper 321 in der vonihm wiederhergestellten Kirche beisetzen, wo man auch jetzt ein Denkmal derselbenfindet. Wie Cäcilie zur Schutzheiligen der Tonkunst geworden, darüber hat manverschiedene Meinungen aufgestellt; alle kommen darauf zurück, daß dies entwe-der durch Mißverstand oder durch eine svmbolische Deutung der in ihrer Legendebesindlichen oben angeführten Worte geschehen. Ihre Verehrung als solche istsehr alt. Unter den Dichtern hat sie Chaucer , Drydcn in seinem von Händel com-ponirtenAlexanderfest", welchem der von Winter componirteTimokheus, oderdie Macht der Töne" nachgebildet ist, ferner Pope in einer Ode besungen.Rafael, Domenichino, Dolce und Mignard haben sie in berühmten Gemäldendargestellt, von denen sie schon das Bild des Erster», wie Herder in denAerstr.Blättern" sagt, als himmlische Erscheinung, als personificirte himmlische Andacht,der Unsterblichkeit werth macht. Allein der Jüngling von Urbino hat auch dieoben angegebene Bedeutung jener Legende in s. Darstellung am richtigsten ge-troffen. 1'.

CacuS, ein Räuber in Italien , der Schrecken des aventinischen Waldes,der Umwobnentcn und Fremden, ein ungeheurer, und nach Einigen auch feuer-speiender Riese von übermäßiger Kraft und schrecklicher Gestalt, war ei» SohnVulcan'S. Eine Heble mit langen Windungen war seine Wohnung, über derenEingänge Köpfe und Arme der Erschlagenen hingen, und die er mit einen: Steineverschloß, den 20 Paar Stiere nicbt fonbdwegen konnten. Als Hercules desGeryon Rinder durch Italien trieb, raubte ihm C. einige derselben und führte sie,um die Spur zu verbergen, rückwärts in die Höhle. Aber das Gebrüll verrieth