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Zweiter Band. Bo bis C.
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Cadiz

griffen werden, rmd hier hat man Alles angewendet, um es gegen feindliche Angriffesicherzustellen. Man kann demnach C. für eine Hauptfestung ansehen. Die ge-räumige Bai bildet einen trefflichen Hafen und besteht eigentlich aus 2 aneinander-hängenden Meerbusen. Der erste von diesen Meerbusen heißt Bahia de Cadiz,der andre Bahia de Puntales. Die Öffnung des ersten beträgt 2000, die deszweiten aber nur 500 Klafter. Diese Öffnungen, sowie überhaupt der Hafenund die Stadt, werden durch die Forts St.-Catharina, St.-Sebastian, Chiclane,Matagorda, Puntales und Fort Luis vertheidigt. Die Bahia de Cadiz ist derallgemeine Hafen der Kauffahrteischiffe, die Bahia de Puntales aber derHafen derKriegsschiffe und der nach Amerika gehenden und von da herkommenden Kauffahr-teischiffe; denn dieSchiffe fremder Nationen durften daselbst nicht einlaufen. DerTrocadero ist eine Insel, die durch den von dem Hafen von Cadiz und den vonMatagorda nach Puerko-Real fübrenden Canal gebildet ist. Das Fort Puntalesliegt am Meere auf der Insel, welche die Corradura bildet, und vertheidigt mit demihr gegenüberliegenden Matagorda die Einfahrt in den inner» Hafen. In An-sehung der Kriegsmarine galt C. immer für einen Hauptplatz, und nach Bour-goin'S Meinung war es der vollständigste Seeplatz von ganz Europa . Die Stadtist seit 1786 sehr erweitert, verschönert und mit geschmackvollen neuen Gebäudenversehen worden. Sie hat ein BiSthum, eine alte und eine ungemein prächtigeneue Kathedralkirche, 13 Klöster, eine Akademie der schönen Künste, Zeichnen-schule, eine Steuermanns-, »autssche und mathematische Schule, eine vortreff-lich eingerichtete Sternwarte, ein See - und Landhospital, eine chirurgische Lehr-anstalt, einen botanischen Garten, ein Theater, 15 bürgerliche Hospitäler. DieZahl der Einwohner belief sich vor 1808 in 8000 H. auf 75,000, darunter vieleEngländer und Deutsche. Auf der Erdzunge bei der Stadt sind sehr wichtigeSalzwerke und Weingärten, worin ein guter Wein wächst. Die Thunsischerei isterheblich. Unter die Unannehmlichkeiten der Stadt geböl-k der Mangel an trink-barem Wasser. Es ist zwar jedes Haus mit einer Cisterne versehe»; aber dasfrische Wasser wird von der Stadt Pucrko de Santa Maria geholt. C. ist derMittelpunkt des spanisch-amerikanischen Handels. Alle Seehandcl treibende euro-päische Nationen habe» hier ihre Consiiln, Agenten und Correspondenten. 1705waren 110 große Handelshäuser in C. 1702 betrug der Werth der aus an-dern Erdkheilen eingeführten Waaren lOOMill., und der Werth der Ausfuhr 270Mill. Realen. 1801 belief sich die Zahl der eingelaufenen Schiffe auf 1386.Die Stadt Cadiz ist uralt. Sie wurde zuerst von den Tvriern erbaut und Cadiz ,d. h. ein Zaun oder ei» cingezäupter Ort, genannt. Noch sieht man auf der InselS.-Pedro bei ruhigem Wasser in der See die Trümmer des HerculeStempelS undder Häuser des alten GadeS. Nach ihnen besaßen es die Carthaginenser und kanndie Römer, welche es GadeS nannten. In der Folge bemeisterken sich die Araberdieser Stadt und besaßen sie bis 1262, wo sie ihnen durch die Spanier entrissenwurde. 1696 wurde sie von den Engländern geplündert und verbrannt, von denSpaniern aber wieder, und zwar in einem festern Zustande, hergestellt. 1702 ver-suchten die Engländer einen abermaligen Angriff, richteten aber Nichts aus. AlsSpanien mit Frankreich verbündet war, wurde C. mehrmals von den Englän-dern blockirt und auch ei» Mal, jedoch ohne Erfolg, bombardirt. 1805 siel in derNachbarschaft die wichtige Seeschlacht vor. (S. TrafaIgar.) Seit der Revo-lution von 1808 war C. bis zu Ferdinands VII. Rückkehr im Insurrecüons-zustande. Nach den Fortschritten der sranz. Truppen in Andalusien zog sieb dieoberste Insurrectionsjunta nach Cadiz , versammelte dort ihre stärkste Macht undwurde noch durch beträchtliche englische Corps aus Gibraltar und Portugal ver-stärkt. Sie ließ die Erdzunge vor Cadiz abgraben und die 700 Schritt langeBrücke, welche das feste Land mit der Insel Leon verbindet, abbrechen. Cadiz