Caffeehäuser Cagliari (Paolo) 365
sterdam. Einige Jahre nachher bekam der botanische Karten .zu Paris von hiereinen Caffeebaum, und 1720 ward ein dort gezogener junger Baum von De-clieup nach den Antillen geführt. Der Bemühung diesesRcisenden wird der An-bau eines Gewächses auf Martinigue, St.-Domingo, Guadeloupe und denübrigen amerikanischen Inseln verdankt, welches ein durch alle Welttheile verbrei-tetes und zum allgemeinen Bedürfnis, gewordenes Getränk liefert. Man machteindeß in Europa weit früher Gebrauch von dem Eaffee, als man die Pflanzekannte. Schon 1652 war zu London ein Krieche,, der sich mit der Zubereitungdes Caffees beschäftigte, wie er denn in Arabien, Ägypten, Syrien und i» Kon-stantinopel schon seit dem 9. Jahrh, in Gebrauch gewesen sein soll. Die Fruchtdes Eaffeebaums ist eine Beere, welche bei ihrer Neife die Kroße, Gestalt undFarbe einer Kirsche hat. Das äußere Fleisch hüllt zwei längliche Bohnen ein, de-ren jede einen Keim enthält. Die Araber bereuen aus der Hülse ein Getränk, dassie sehr hoch halten und Sulranscaffce nennen; d>e Europäer hingegen bedienensich nur der Bohnen. Das beraume, daraus gewonnene Getränk wirkt auf dieNerven des Unterleibes, besonders auch auf die Nervengeflechke der großen Puls-adern , befördert daher die Strömung des Blutes, erregt eine angenehme Wärmeim Magen und erleichtert die Verdauung; theils durch die Ableitung des Blutesvon dem Gehirn nach dem Unterleibe, theils durch die nach dem Gehirn sich fort-pflanzende Reizung der Unterleibsnerven wird die Thätigkeit der Hirnorgane miterregt, der Schlaf und die Trägheit verscheucht und Munterkeit erhalten. Alleineben dieser Wirkungen wegen kann dies Getränk bei reizbaren Naturen auch Be-klemmung, Hitze, Herzklopfen, Zittern der Glieder und siebcrartige Erscheinungenhervorbringen und zu Hämorrhoidalbeschwerden Veranlassung geben. Die beiCadiz angepflanzten Eaffeebäume gaben 1821 gute reichliche Früchte.
C a s f e e h ä u s e r. Ein Armenier, Namens Pascal!, war der Erste, derim 17. Jahrh., kurze Zeit nachdem der türkische Gesandte, Soliman Aga, den Pmchfern 1669 den Gebrauch des Caffees gezeigt hatte, auf der Messe in der VorstadtSt. -Germain eine Caffeebude aufschlug. Doch scheint das erste wirkliche Caffee-hauS nicht vor 1724 daselbst gegründet zu sein. Dieses besteht noch jetzt undheißtauch, von feinem damaligen Stifter, einem Sicilianer, Namens Proeopio,noch immer (Alö ?rr>o»>,e. Diese Anstalt fand vielen Beifall und daher auchbald Nachahmer. Die Zahl der Caffeehäuser für alle Stände soll gegenwärtig inParis an 6000 betragen; das glänzendste und berühmteste derselben ist schonseit mehren Jahren das Giko <!e<; „>>Uc on!ou»e>i im Palais Royal , und es gibtjetzt bekanntlich vielleicht keine bedeutende Stadt in Europa , die nicht eine mehr oderminder ansehnliche Anstalt ähnlicher Art auszuweisen hätte.
C a g l i a r i, Hauptst. der Insel Sardinien an einem Hügel amMeere (99°15G0"N.Bss. >L>ie besteht aus 4 Theilen: 1) dem Cästelle, welches aufder Spitzedes Hügelsliegt; 2) derMarina; 3) der Estempache und 4)der Villa nova, ist starkbefestigt und der Sitz des VicekönigS (seit 1829 ist dies der Prinz von Savoyen-Carignan sf.dss), eines Erzbifchofs und einer 1765 verbesserten Universität mit19 Profess. und 300 Stud., auch der Versammlungsort der Corti. Außerdem be-finden sich daselbst eine, 1805 von dem deutschen Baron Prunner gestiftete, königl.Gesellschaft des Ackerbaus, ein naturhisiorifches und ein Antiquitätenmuseum. Die28,000 Linw. unterhalten einige Fabriken. Cagliari ist der Stapelplatz des gan-zen fardinifchen Handels, daher ^chiffrwerfke und -Quarantainehaus. Ihr ge-räunüaer, sicherer Hafen wird durch mehre Forts geschützt.
Cagliari (Paolo), bekannter unter dem Namen Paul Deronese, ein Ma-ler von Verona, geb. zu Verona 1532 (nach Zanctti 1528). Sein Vater, einBildhauer, wollte ihn für diese Kunst bilden; allein der Jüngling verrieth mehrNeigung zum Zeichnen und wurde daher zu dem Maler Antonio Badile , seinein