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Canansehe Inseln
der glücklichen Inseln, der ihnen von den Alten beigelegt wurde, wol gerecht-fertigt werden kann. Iuba ll., König beider Mauritanien, hat sie zuerst genauerbeschrieben. Von Julius Cäsar im Triumphe aufgeführt, ward er in allen Kün-sten und Wissenschaften der Römer unterrichtet und bildete sich zu einem der ge-lehrtesten Fürsten. Seine Beschreibung dieser Inseln hatte PliniuS vor Augen.Iuba nannte die cigemlichc» Canarien „tOrtu,,, -,Madera hingegen undPuer-tosanto „>>u,,,ur>u»". Von der Insel Ferro (s. d.), bei ihm ,,()>>>l>ii»5", undden übrigen erzählt er interessante Merkwürdigkeiten. Der Verlust dieser Schriftdes mauritanischen Königs ist um so mehr zu bedauern, da wir gewiß hoffen könn-ten, Nachrichten von jener alten räthselhaften Völkerschaft darin zu finden, welcheehedeni diese Inseln bewohnte. Diese Völker verstanden die Kunst, die Leicheneinzubalsamiren, und näheten sie dann in Ziegenhäute, worauf sie in Särge, ausEinem Stück Holz gemacht, gelegt und in Grotten beigesetzt wurden. Diese Mu-mien riechen angenehm, zerfallen aber in Staub, wen» man sie aus ihren Aiegen-häuten herausnimmt. Die Spanier erzählen wunderbare Dinge von der Culturdieser Völker, Guanches genannt, von ihrer Achtung des weiblichen Geschlechts,von ihren reinen Sitten und von ihrer aristokratischen Verfassung. IhreSpräche stimmte zwar einigermaßen mit der überein, welche die Völker desbenachbarten festen Landes reden; indessen wissen wir zu wenig von ihr, als daßman darüber urtheilen könnte. Von 1316 — 3t entdeckte» und eroberten dieSpanier, von den Mauren gedrängt, diese Inseln, und man findet sie schon in deralten Landcharte, die Andreas Bianco in Venedig 1436 verfertigte, genau angege-ben. Indessen scheinen die Spanier diese Besi^ungen nicht geachtet zu haben;denn der Insant von Portugal, Heinrich der Seefahrer (s. d.), ließ sie 1456 inBesitz nehmen und verfolgte von da aus die Entdeckungen bis nach der Küste vonGuinea . Allein 1 «78 unternahmen die iLpanier aufs neue die Eroberung derCanarien und vollendeten sie am Ende des 15. Jahrh., indem sie die ursprüngli-chen Einwohner unterjochten und in der Folge ganz vertilgten. Jetzt sind dieseInseln fast von lauter Spaniern und nur wenigen Portugiesen bevölkert. Teneriffa ,eine basaltische, von innen emporgehobene Insel, ist die größte (41 IHM., 126,600Einw.) und erzeugt jährlich 30,060 T)ph. trefflichen Wein. Der 13,278 Fußhohe Pic ist wegen seiner Steilheit, und weil die Spitze ganz mit Bimsstein undvulkanischer Asche bedeckt ist, äußerst schwer zu besteigen. Rings um den Krater,der genau auf der Spitze sich befindet, ist ein so schmaler kreisförmiger Wallvon Lava, daß inan kaum Platz zum Sitzen hat. Seit 1704 ist kein Vulkan. Aus-druck) erfolgt, wohl aber Seiienausbrüche, der letzte 1798. Vom Nov. bis EndeApril ist der Gipfel mit Schnee und Eis bedeckt/ Von der Spitze dieses Kolossessieht man die Insel mit allen ihren lieblichen Landschaften auf das deutlichste zuseinen Füßen, weil die Luft in jenen Breiten viel durchsichtiger ist als bei uns.Man sieht aber auch die übrigen Inseln, das Meer in unermeßlicher Ferne, undselbst die Küsten Afrikas mit ihren unendlichen Waldungen, und jenseits derselbendie Spuren der traurigen Sandwüsten. Die befest. Hauptst. Santa-Cruz mit8400 Einw. ist der Sitz des Gouverneurs, hat auf der östlichen Seite der Insel ei-nen trefflichen Hafen, worin die englischen Schiffe anlegen, um LebcnSmittel undfrisches Wasser einzunehmen; doch muß man jene, wegen Unfruchtbarkeit des Bo-dens, qrößtentheils au? Canaria holen. Eine andre Stadt, Laguna (8800 Einw.),der Sitz des Bischofs und der Tribunale, ist weit schöner gelegen. Canaria(33 IHM., 45,000 Einw.) ist wenig untersucht, jedoch fruchtbarer als Teneriffa .Die Hauptst. Palmas (9400 Einw.) ist der Sitz der obersten geistlichen Behör-den der Inseln. Die I. Palma (15 OM., 25,000 Einw.) liefert den Palmen-sect. Die I. Fortaventura (35 IHM., 8000 Einw.) leidet an Trockenheit.Die I. Lancelotta (13 IHM., 9000 Einw.) hat 3 Vulkane, die 1823 fg. hef-