Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cannä

Canitz

Canih (Friedrich Rudolf Ludwig, Frech, v.), geb. zu Berlin d. 27. Nov.1654, stammte aus einem alten adeligen Hause. Nach einer ausgezeichneten Er-ziehung im väterlichen Hause studirte er zu Lenden und Leipzig die Rechte undmachte hierauf eine Reise durch Italien unö Frankreich . Von dieser zurückgekehrt,wurde er Kammerjunker am kurfürstl. Hofe zu Berlin , bald daraufLegationsrath,in welcher Eigenschaft er zu mehren Sendungen gebraucht wurde, und nach desgroßen Kurfürsten Tode, unter Friedrich, dem nachherigen Könige, Geh. StaatS-rath und während des CongresseS zu Haag abgesandter Minister. Schon früh zupoetischen Studien geneigt, widmete er seine Mußestunden den Musen und denFreuden des häuslichen Lebens, seit 1681 vermählt mit der als vortreffliche Ehe-gattin berühmt gewordenen und ihm zu früh entrissenen Dorothea (Doris) v. Ar-min; er starb d. 16. Aug. 1669, bewundert als Dichter, obgleich er nie Etwas vonseinen Versen hatte drucken lassen. Seine Gedichte erschienen zuerst Berlin 1700und erlebten bis 1727 zebn und bis 1765 vierzehn Auüaaen. C. ist ein eleganterDichter in der vollsten Bedeutung dieses Works, und die Reinheit, Klarheit, Leich-tigkeit und Bestimmtheit seiner Verse contrastiren vortheilhaft gegen den wüstenPomp der Lohenstein'schen und HoffmannSwaldau 'schen Schule. Ein großerpoetischer Geist ist er jedoch kemeSwegeS.

Cannä, Stadt in der neapolitanischen Provinz Puglia an der Mündungdes AufiduS am atriatischen Meere, berühmt durch die große Schlacht, welchehier die Römer 216 v. Chr. gegen Hannibal verloren. Gleich den Vorgängernim Oberbefehl des röm. Heeres wider die Carthager, befolgten die Consuln Aemi-lins Paulus und TerentiuS Darro den Defensivplan wider Hannibal , der immerdahin strebte, durch einen Schlag Roms Schicksal in diesem Kriege zu entscheiden;weil aber der römische >Le»at wußte, daß das röm. Heer 87,000 M., das feind-liche aber nur 50,000 M., darunter 10,000 Reiterei, stark war, und daß Hanui-bal weder Verbündete noch einen Stützpunkt für ein geschlagenes Heer habe, des-sen Ernährung aus einem verheerten Lande im Rücken immer schwieriger wurde,so bezahl der Senat den Consuln, durch eine Hauptschlacht den lange» Krieg zubeendigen. Hannibal entdeckte bald die Veränderung in den Operationen seinerGegner; um nun die Römer zu einer Hauptschlacht zu bewegen, gönnte er demConsül TerentiuS Varro die Freude, in leichten Reitertreffcn Sieger zu heißen,indem die karthagische Reiterei sich jedes Mal rasch nach dem Hauprguartier Hau-nibal's zu Cannä , das schon im I. zuvor abgebrannt worden war, zurückzog. Vonder andern Seite gaben die Römer ihre feste Stellung zu Canusium auf und schlu-gen ein paar Meilen östlicher, um Hannibal noch mehr einzuengen, ein neues La-ger auf, und zwar an beiden Ufern des AusiduS. Endlich fanden die Römer dasSchlachtfeld ani rechten Ufer des AufiduS zu enge und gingen deßhalb nut demganzen Heere auf das linke Ufer. Der Consul Varro lehnte seinen rechten Flüge?an den Fluß und breitete sich weit in die Ebene aus. Zur nämlichen Zeit über-schritt bei einer Furth Hannibal den AufiduS und stellte sein kleineres Heer demrömischen entgegen. Das römische Heer hatte auf dem rechten Flügel die römi-sche, auf dem linken die verbündete Reiterei und alles Fußvolk wie gewöhnlich inder Mitte. Schlau stellte Hannibal die numitische Reiterei derjenigen der römi-schen Verbündeten und die der Spanier und Gallier der römischen gegenüber.Seine Infanterie aus Afrika theilte er in zwei Massen, jede der beiden Massenstand nahe bei der Reiterei. Gesondert von beiden Flügeln durch einen freienRaum, standen in der Mitte im stumpfen Winkel die Spanier und Gallier zu Fuß,und hinter solchen noch ein starkes Corps. In der Mitte übernahm Hannibalselbst das Commando. Berechnet hatte er, daß der Wind VolturnuS, der in Apu-lien in damaliger Jahreszeit in gewissen Stunden in einer bekannten Richtungweht, in der Periode des Angriffs Staub und Sand den Römern entgegenstreuen