CanisiuS 425
die Regierung wieder angetreten hatte, wurde Canga-Arguelleö nach Penniscola (Stadt in der Provinz Valencia , auf einer Landzunge mit einem Caftell) verwiesen,im silu'i 1816 aber wieder in Freiheit gesetzt und in Valencia angestellt. Nach derWiederberstellung der Constitution von 1812, im I. 1820, erhielt er das Finanz-der artement. Bald darauf machte er seine gehaltvolle Denkschrift über den Finanz-zustand des -LtaatS durch den Druck bekannt („He,»or>!> «c>!»e o! orc-ckilo Pu-blic Nöadrid 1820), in welcher er die Lage, worin sich die Staatscasse befand,zur Zeit, als der König die Constitution beschwor, schilderte, und über die von demMinisterium seit dein 9. März 1820 angewandten Mittel, um die Finanzenherzustellen, Rechenschaft gab. Man sah daraus, daß die Einnahme desSraatS damals bis auf 820,066,000 Realen gesunken, die Ausgaben aber bisauf 660,116,231 Realen gestiegen waren, daß folglich das jährliche Deficitvon 310,050,231 Realen mehr als die gestimmte Einnahme betrug. Der Mini-ster schlug dagegen, außer andern minder wichtigen Hülfsmitteln, vor, durch directeSteuern 110 Mist. aufzubringen, den siebenten Theil der Kirchen - und Klostergü-ter zu veräußern, die kleinern Besitzungen an der Nordküste von Afrika zu ver-kaufen und eine Anleihe von 200 Milk. zu eröffnen; auch zeigte er, wie die großeZahl der Beaniten und der Nachtheil der Privilegien zu vermindern fei: Vor-schläge, welche jedoch nur theilweise und unter den größten Hindernissen ausgeführtwin den, sodaß sich das Deficit in dem Budget von 1822 nur bis auf 198 Mill.Realen verminderte. Als im März 1821 simmiliche Minister, weil der Königin dem Schlüsse feiner Rede bei der Eröffnung der CorteS am I.März, ohne daßsie davon Etwas wußten, sich über die Schwäche der executiven Macht beklagt hatte,ihre Einlassung gaben, trat auch Canga: Arguelles aus dem Ministerium. 1822wurde er zum Mitgliede der Cortes erwählt, die am 1. März d.I. ihre Sitzungeröffneten. Er gehörte darin zu den gemäßigten Liberalen und trug auf Maß-regeln an, um die Constitution zu befestigen und durch Reformen die Lage derFinanzen zu verbessern. Nach dem Sturze der Constitution in Cadip flüchteteer sich nach England.
Canifius (Petrus), geb. d. 8. Mai 1524 zu Nimwegen , war der Erste,den die Jesuiten in Deutschland für ihren Orden gewannen. Zu Köln , wo er stu-dirte, 1543 aufgenommen, bewies er große Thätigkeit zur Vereitlung der Refor-mationsverfuche des Kurfürsten Hermann von Köln . Zn das Colleginm seinesOrdens zu Zngolstadt versitzt, wurde er 1549 Lehrer der Theologie, bald auchReckor und Vicekanzler der dasigen Universität. Die wichtigsten Dienste leistete erdem Orden und dem Papste zu Dien seit 1551, erst als Rector des dasigen Col-legiums, 1553 durch Visitation, d. h. durch Umformung der wiener Universität nach den Absichten des Ordens, und bei einjähriger Verwaltung des Disthums zuWien , das er als Jesuit nicht annehmen durfte. Nicht nur fein großer und kleinerKatechismus („8u,,i,».-> iloeiri»!,« ului^i.-niac", 1551), der als Gegengift widerden Lutherischen in vielen Aussagen verbreitet und ins Deutsche überseht wurde,auch noch jetzt bei dem DolkSuntcrrichte gebraucht wird (deutsch , 3. Auss.), und s.„Katholisches Gebetbuch" (7. Auss., Landshut 1826), sondern auch fein Einflußauf Kaiser Ferdinand >., der sich von ihm umstimmen ließ, ihn auch zum Con-cilium in Trient, , schickte, und feine mitunter gewaltsamen Maßregeln gegen dieProtestanten in Östreich, haben viel dazu beigetragen, die Reformation in denkaisirl. Staaten, und im südlichen Deutschland überhaupt, zu unterdrücken. DieJesuiten, deren erster Provinzial in Deutschland er war, verdanken ihm ihreerste Verbreitung in diesem Lande. Zu Prag, Augsburg, Dillingen und Frei-burg in der Schweiz stiftete er Collegia derselben. Zm letzten, wohin er sichunter der seinem Orden minder günstigen Regierung Kaiser Maximilians II.zurückgezogen hatte, starb er den 21. Dec. 1597. 31.