Canova
431
Canosa
wähl vorzügl. Gemmen aus dem Stosch'schen Cabinete", S. 58 fg., wo ebenfallsLlbbiltungen zu sehe» sind. Spuren der Verehrung dieser Gottheit findet man auchin Italien zu Hadrian's Zeiten. 44.
Canosa , Stadt in Unteritalien (Terra di Bari), berühmt durch die inihrer Nahe befindlichen Gräber. Eine halbe Meile von Canosa , da, wo Hannibaldie Römer schlug, gibt eS eine Anhöhe, die mit alten Gräbern angefüllt ist. Sie sindin Felsen gehauen, der mit Erde bedeckt ist. Man hatte- in diesen Gräbern einigeVasen von grober Erde und weißlicher Farbe, auch einige gemalte, aber von groberArbeit, und Intaglios ohne Werth gefunden. Milli» lief; bei s. Aufenthalte zu C.1812 nachgraben, wobei man 4 Gräber entdeckte. 1813 ließ ein dortiger Guts-,bescher auf seinem nicht weit v> ; jenem Degräbnißplatz gelegenen Gute einen Kellerin der Tufmasse graben, uns man öffnete dabei eine schöne Grabkammer. DerEingang war gegen Westen. Nach Aufhebung der Thür fand man 6 Stufen,auf denen man in einen kleinen Vorhof, den 2 viereckige Pfeiler unterstützten, hin-abstieg. Eine Öffnung, welche der des Thores entspncht, führte zu der ädauuner,in welcher der Leichnam war. Die Thür war aufbeide» Seiten mit einem drei-eckigen Fronton verziert; in; Tympanum sieht man eine Lyra. Mitten in dieserKammer ist ein erhöhter Platz, auf welchem ein 24 Palmen hohes Bette in Formeines Parallelepipedum in den Tuf selbst ausgearbeitet ist; darauf lag ein Kriegermit dem Kopf gegen Osten. Er war mit einem Harnisch angethan, einen Helmtragend und nur an einem Fuße bewaffnet. Der Körper fiel in Asche zusammen,sowie ihn die äußere Luft berührte. Auf der großen Vorderseite der Mauer war inTuf ein schönes Basrelief, ein Seepferd und einen Fuchs vorstellend, ausgearbei-tet: Hieroglyphe», die wolden Jäger bezeichnen. Außerdem fand man eine ku-pferne Lampe und eine Menge trefflicher Vasen. Als der königl. Aufseher überNachgrabungen und Entdeckungen sich nach C. begab, waren die in dem Grabegefundenen Gegenstände schon zerstreut. Der Gutsbesitzer, der demselben nurungefähr 30 unbedeutende Nasen vorzeigte, hatte einige verschenkt. Mehre, so-wie die gefundenen Waffen und Geräthschaften, werden nun in dem königl. Mu-seum zu Neapel aufbewahrt. S. Millin's „0»oiiz>tion <Ies tomOe.-iu» ck« La-
uinsi gne eles lu^-ielielz, .->,u>n,c!> ut <>«5 pel„l5 g»i v nnt
sie (leoonvei tz en 1813" (Paris 1813, Fol.), welchem Werke sehr genaue Ab-bildungen beigegeben sind. Die Malereien auf jenen Vasen sind das Bedeutend-ste dieser Entdeckung; sie beziehen sich, wie fast alle, aufden griechisch-italienischenGeheimdienst der alten Bewohner dieser Landstriche, namentlich auf die Ein-weihuugslehre von der Unterwelt. 44.
Canossa, unweitReggioimHerzogthumModena, ein jetzt in Trümmernliegendes Bergschloß. Hier ward 951 Adelheid, K. Lothar's Witwe, von Beren-gar I I. belagert, als sie Otto d. Gr., K. der Deutschen , ihre Hand und die Kronevon Italien anbot. Im 11. Jahrh, gehörte C. der Markgräfin Mathilde vonToseana, bei welcher Gregor VII. sich 1017 befand, als er hier dem von ihm inden Bann gethanen K. Heinrich IV. (s. d.) die harte Buße auflegte.
Canova (Antonio, Ritter), der dritte Bildhauer, der in neuererZeit eineEpoche für seine Kunst in Italien gründete. Michel Angelo Duonarvtti war dererste, Bernini der zweite. C. kann als Wiedererwecker des lieblich reizenden Stylsanerkannt werden, sowie als Stifter einer neuen Schule in Ansehung der weichen,zarten Ausführung und vortreffl. Behandlung des Marmors. Geb. den 1. Nov.1757 zu Poffagno im Venetianischen, einem Dorfe des Nobile Falieri, äußerteer schon als Knabe Talent zum Modelliren. Die Falieri, Vater und -Lohn,thaten ihn daher zu einem Bildhauer in Baffano in die Lehre, wo er sich hand-werksmäßig übte. Die erste eigne Arbeit C.'S in feinem 17. I. war eine Eurydieein weichem Marmor in halber Lebensgröße. Er wurde nun auf die Akademie nach