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Zweiter Band. Bo bis C.
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Canova

Venedig geschickt, wo sein eigentliches Kunststudium begann. Er gewann mehrePreise, rmd seine Übungsstücke erregten Erwartmrgen, die er später weit übertraf.Die erste Arbeit, die ihm aufgetragen wurde, war die Statue des Marchese Poleni,in Lebensgröße, für Padua. Ini 25. I. vollendete er die Gruppe DädaluS undIkarus in Lebensgröße in cararischem Marmor; sie ist merkwürdig als Jugend-arbeit, aber sie hat noch keine Spur von Form undStylund ist dürftig treue Nach-bildung gemeiner Natur. Indeß sandte der Senat von Venedig ihn 1779 miteinem Iahrgehalt von 300 Ducati nach Rom . Hier war die erste Frucht seinesStudiums ein Apollo, der sich eine Lorbeerkrone aufseht, 3 Palmen hoch in Mar-mor; er ist noch schwach und charakterlos, doch verließ der Künstler dabei schon dieNachahmung der gemeinen Modellnatur, und diese Statue ist als sein Übergangzum Idealischen zu betrachten. Eine Gruppe in Lebensgröße, Theseus auf demerschlagenen Minotaur sihend, war das erste große Werk, wodurch sich T. 1783in Rom bekanntmachte. Es gehört noch seht zu fein, n vorzüglichsten Merken.Theseus hat Heldencharakter, und die Formen zeigen Studium und Styl derAntike. Es wurde mit ungeteiltem Beifall aufgenommen, und Graf Fries inWien kaufte es. 1783 übernahm C. die Verfertigung eines Grabmals für denPapst Clemens XIV. in der Kirche Oe^Ii ,k>><>5ioIi! er blieb bei dem Herkömm-lichen und verbesserte nur den durch Bernini'S Schule ganz gesunkenen Geschmack.Dann bildete er eine Gruppe von Amor und Pspche, worin er zuerst seinen eignenWeg betrat, der sich entschieden zum Reizenden und Lieblichen neigt. Die Gestaltensind ungemein zart und anmuthig; doch sucht man vergebens eine Ansicht, von woman beide Physiognomien zugleich erblicken könnte; überdies ragen Amor's Flügelauf eine mißfällige Art über die zu viele Durchsichten darbietende Gruppe hervor.Das Portrait des jungen Prinzen Czartoryski als Liebesgott fällt in diese Zeit.Ein zweites öffentliches Monument wurde C. von seinem Gönner, dem PrinzenRezzonico, aufgetragen, nämlich das Grabmal des Papstes Clemens XIII. inder Peterskirche. Seit 1792 ist es daselbst aufgestellt und zeichnet sich durch ko-lossale Größe undeinfachen Styl aus. S. den Kupferstich von RafaelMorghen.Der Figur der Religion wirft man etwas Starres vor, die langen Strahlen, dasungeheure Kreuz und die kleinlichen Falten des Untergewandes geben ihr ein ge-schmackloses Ansehen; der Genius hat mehr schmeichelnden Reiz als tiefe Bedeu-tung. Indeß nahm der Ruhm des Künstlers immer zu. Er errichtete in demPalaste des venetianischen Gesandten eine Schule zum Besten der jungen Dene-tianer. Seine nächsten Arbeiten waren ein stehender geffügelter Amor; eineWieder-holung der Gruppe Amor und Psyche; eine stehende Gruppe, Venus und Adonis,wo der Adonis besonders schön ist, für den Marchcsc Verio in Neapel ; ein Denk-mal des venetian. Admirals Emo, für die Republik Venedig ; dies ist eine Zusam-mensehung von runder und erhobener Art. Ferner bildete C. eine sehr lieblichePsyche, stehend, halb bekleidet, mit der Rechten einenSchmetterling an den Flü-geln haltend aufder offenen linken Hand, und ihn mit ruhig heiterer Miene be-trachtend. Außerdem bildete er in dieser Zeit viele Basreliefs, meist Scenen ausdem Leben des Sokratcs, aus der alten Fabel und Geschichte, die jedoch nichtalleals gelungen anzusehen sink. Nur eins, das vorzüglichste derselben, die StadtPadua als weibliche Figur in sitzender Stellung, führte er in Marmor aus. Einebüßende Magdalena in natürlicher Größe gehört zu den Marmorwerken, in denener das Verschmolzene und Mürbe am weitesten getrieben hat. Der erschlaffendeAffect der Reue ist sprechend ausgedrückt. Fröhlichere Empfindungen weckt dasliebliche Bild einer Hebe. Hier ist der Künstler in seiner Sphäre des Gefälligenund Reizenden. In leichter lebendigcrBewcgung schwebt die holde Jugendgöttinauf emer Wolke; mit aufgehobener Rechten gießt sie aus einem Gefäß^Nekrar ineine Schale, die sie in der Linken hält. Beide Gefäße, sowie Hcbe's Snrnbinde