Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
439
JPEG-Download
 

Capacität Capellen 439

Saldanhabai, die Falsebai, Tafelbai (mit der Robbeninsel, Lrmonsbai, Woods-bai. Weil hier Passatwinde wehen, so ist bald die eine, bald die andre Bai an derwestlichen oder östlichen Küste die sichere, nach der verschiedenen Ankunft und demverschiedenen Aufenthalt der Schiffe. Übrigens fehlen noch allen diesen Baiensichere Molos, selbst nahes O.uellwasser hier und da. Die jetzige Regierung suchtaber jedem Mangel abzuhelfen. Den vernachlässigten Weinbau (vgl. „Constan-tia") hat sie durch den massigen Einfuhrzoll in England und den Verbrauch in Ost-,indien , sowie durch polizeiliche Aussicht aus die Behandlung der Reben und desKelternd, verzehnfacht. Trefflich gedeihen noch der Taback und die edle Schafzucht,die einzige zahme Thierart. Auch hat das Cap auf einigen Punkten Schiffsbauholz.Um die Produkte Afrikas und Ostindiens daselbst zu akklimatisiern, befördert dieRegierung die Ansiedelung von Malayen und Chinesen. Die Colonie befindetsich im Ganzen besser unter der britischen Regierung als unter der holländischen;auch sollen die Bewohner nach dem britischen Colonialsrstem gewisse beschränkte po--litische Rechte erhalten. Die Einrheilung in 8 Landdrcsteien hat die Regierung bei--behalten, weicht aber darin von der holländischen Verwaltung ab, das; sie die An-siedelung kleiner Landsiellen begünstigt, die unmäßigen Weiderechte der zuerst seß-haft gewordenen afrikanischen Bauern beschränkt und durch Anlegung ordentlicherErbbucher das Grundcigenthum nach britischem Colonialrcchte feststellt. Unter demLord Sommerset (Lord Charles) war jedoch die Verwaltung so schlecht, daß derLord für giit fand, ehe es zur Untersuchung kam, seine Stelle 1827 niederzulegen,die Lord Cole erhielt. 1825 hatte die Capstadk über 20,000 Einw., darunter7500 Negersklaven. Die ganze Colonie zoder das Capland bis zum 30° S. Br.,0000 llM.) zählt über 40,000 Hottentotten und 32,000 Malaien und Neger,mit den Weißen und Freien überhaupt 120,000 Bew. Die Einkünfte beließe» sichauf 1,463,500 Thlr., und die Ausgaben an 1,250,000 Thlr. 1826 legte die brit.Regierung in der Capstadt ein Museum für Natur- und Kunstgegenstände an.Vgl. Le Vaillant, Sparmann, Lichlenstein, Percival, Barrow, und Burchell'sPrachtwcrk: „,1ccon»l »l tlic Inlciior nk 8ci„i>>-Ol ia.-,", sowie Thompson's„ I raveli anst 4<Ivent»re<i in ^oulbern /Ikriaa" (Lond. 1827, 4.).

Capacität, in der Geometrie die Inhaltsfähigkeit eines gehöhlten Kör-pers. Daher spricht man von der Capacität eines Schiffes, eines Gemäßes rc. —In der neuern Theorie von der Wärme bedeutet Capacität das Verhältniß derMenge von Wärmestoff, welche in einem Körper eine bestimmte Veränderung sei-ner Temperatur hervorbringt, zu der Masse (dem Gewichte), oder nach A.,auch zum Volumen desselben Körpers. (S. Wärme und Wärmemesser.)Vgl. Baader, „Vom Wärmestoff" Wien u. Leipz. 1786, 2 Bde., 4.).

Capellen, kleine geistliche, entweder selbständige (z. B. auf Kirchhöfenaußer den Städten) oder in Kirchen und Privathäusern angebrachte Gebäude ohneTaufstein, in welchen jedoch nur gewisse gottcödienstlichc Handlungen begangenwerden. Da nun in diesen kirchlichen Capellen auch bisweilen geistliche Musikenaufgeführt wurden, so belegte man die Gesellschaft der dazu angestellten Tonkünst.ler mit demselben Nainen, und zuletzt überhaupt die Tonkünstlervereine, welche sichvornehme Personen oder Regenten halten. (S. Orchester.) Die schwächste Be-setzung einer solchen Capelle kann nicht weniger als 4 Spieler für die erste undzweite Geige, 2 für die Bratsche, 4 für die Bässe und 2 für jedes erste und zweiteBlaseinstrument in sich fassen. Denn die Geigenmstrumente müssen, wenn siegegen einfach besetzte Blaseinstrumente die gehörige Wirkung machen sollen, viel-fach besetzt sein. Im Allgemeinen werden alle diese Musiker nur zur Begleitungoder als Ripienisten gebraucht und brauchen keine Solospieler zu sein. Außer denInstrumentalisiert hat eine Capelle auch Sänger, als erste und zweite Lwpran--sängerinnen, deren Stelle oft auch Tastraten einnehmen, Tenoristen und Bassisten.