440 Capellen (G. A. I., Baron de)
Sie können, gleich den Instrumentalisten, entweder bloße Thorsänger oder auchSolosanger sein. An der Spitze steht der Tapellmeister (ma<-<it>o cki oapell-,),dessen )kmt es ist, für das Bedürfniß der anzuführenden Musiken zu sorgen,sie richtig zu besehen, das Einstudiren derselben zu leiten und bei der Ausführung selbst die Direktion zu übernehmen, was sonst bei Kirchenmusiken mitder Orgel, bei Theater- und Kammermusiken mit dem Flügel oder der Geizegeschah; in der neuern Zeit häufig ohne Instrument durch den Taktstock. Erhat die Partitur (s. d.) vor sich, und wo noch ein Toncevtmeister angestelltist, der an der Spitze der Geige steht und die Instrumente zu führen hat,da leitet der Toncertmeister vornehmlich den Gesang. Der Tapellmeister mußaußer der umfassendsten Harmoniekenntniß auch jedes einzelne Orchesterinstru-ment wenigstens theoretisch kennen, und in den Stimmen vorkommende Feh-ler anzugeben oder zu verbessern verstehen.
Tapellen (G. A. I., Baron de>, Generalstatthalter aller niederländi-schen Niederlassungen in Asien , ist einer der wenigen Staatsmänner unsererZeit, die im Glück und im Unglück den Grundsätzen der Moral durchaus treublieben. Sein Vater, einer der heftigsten Antioranier, ist bekannt durch seineVertheidigung der Festung Gorkum gegen die Preußen. Der Sohn erhielt einetreffliche Erziehung und begann seinen Staatsdienst als Präfectursecretair inUtrecht. 1808 ernannte ihn der König Ludwig zum Präfecten in Ostfries-land . So beliebt dort auch das Andenken der preußischen Regierung war,so gelang es dem Baron T. doch, sich, wenn auch nicht die VerwaltungS-grundsatze seiner Regierung, bei den Oüfriesen beliebt zu machen. Ludwig er-nannte darauf den Baron T. zum Minister des Innern und zum Sraats-rath. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß sein Rath den König bewog, die Re-gierung niederzulegen, als er solche im Interesse der Niederländer nicht längerverwalten konnte. Durch sein Privatvermögen unabhängig, nahm T. keineDienste unter Napoleon an, sondern besuchte den Exmonarchen auf mehre Mo-nate, als dieser sich in Östreich aufhielt, so lange Napoleon herrschte. Kö-nig Wilhelm wußte, daß T. schon deßhalb sehr beliebt bei der Nation war,weil er Napoleons Staatsdienst abgelehnt hatte; er ernannte ihn daher zumTolonieminister, weil die neue Organisation der Tolonialverwaltung nur die-sem vorurtheilsfreien Manne, der nicht an der alten hing, gelingen konnte.Als der wiener Tongreßbeschluß Belgien mit Holland vereinigte, erhielt Ba-ron T. den Auftrag, als außerordenti. StaatSfecretair in Brüssel die Gemü-ther der Belgier für die neue Regierung zu gewinnen und provisorisch Alleseinzuleiten, daß schon bei Einführung der neuen Organisation die Aufmerk-samkeit des neuen Souverains auf alle billige Wünsche der Belgier sich be-wahrte. Zugleich traf Herr v. T. die Einleitung zu einer bessern, gesetzlich an-zuordnenden Verwaltung der niederländischen Tolonien. Sie sollten dem Staatenicht mehr, wie bisher, große Zuschußsummen kosten, nicht mehr wehrlos seinund, auf dem asiatischen Archipel immer weiter verbreitet, zum Handel des Mut-terlandes mehr als bisher beitragen. Seit 1815 hat T. auf seinem hohen Postenin Batavia durch treffliche Einrichtungen die Produktion, besonders auf Java,sehr gehoben. Batavia ist Freihafen geworden, und die Nordamerikanischen Schiffemachen dort vielleicht noch größere Waarenumsätze als selbst die niederländischen.Dep fleißige Javaner führt immer mehr Taffte und Zucker, Reis, Rum und Ge-würze nach den Häfen, je mehr die Nordamerikaner für baares Geld dort aus-führen; daher ist der Zollertrag in Javas Häfen merklich gestiegen. Auch hatsich der fast ganz ruinirte Gewürzhandel auf Banda und Amboina durch diegrdßern Productionsvortheile der Eingeborenen, sowie der Debil europäischerProdukte in dem gvldreichen Bornes wieder gehoben.