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Zweiter Band. Bo bis C.
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Caper Capetinger

auf dem Poggio von Tajano. Man schien gegenseitig ohne allen Groll zu sein,aber wenige Tage nachher erkrankten plötzlich der Herzog und Bianca, und Beidestarben am 19. Oct. Fernando legte seine geistlichen Würden nieder und trat dieRegierung an. Was er auch gethan, um den Verdacht einer Vergiftung von sichzu entfernen, sein Andenken ist damit besteckt geblieben.

T a p e r, ein Schiff, welches in Kriegszeiten von einem oder mehren Priva-ten (srnnilrurH oder auch auf Actien ausgerüstet wird, um Schiffe, die feindli-cher Unterthanen Eigenthum sind, oder neutrale Schiffe, die dem Feinde Knegg-vorräthe zuführen oder wider erklärte Blockadegesehe nach feindlichen Häfen oderaus diesen Handel treiben, wegzunehmen. Die dazu nöthige Autorisation iHt-tr>!8 „,!,,<>»>') ertheilt gemeiniglich die Admiralität des Landes. Ohne selche

Caperbriefe betrachtet man die Taperunternehmungen als Seeraub und straftderen Capiraine und selbst deren Matrosen als Seeräuber.

Tapetinge r. So heißt das französische Königsgeschlecht, das Europa 118 Souveraine gegeben hat, als 3b Könige von Frankreich , 22 Könige vonPortugal, 11 von Neapel und Sicilien, 5 von Spanien, 3 von Ungarn , 3 Kai-ser von Konstantinopel, 3 Könige von Navarra , 11 Herzoge von Burgund, 12Herzoge von Bretagne, 2 Herzoge von Lothringen und 4 Herzoge von Parma.Die Geschichte dieses KönigSstammeS ist zugleich die Geschichte der Entstehungund der Ausbildung der sranz. Monarchie. (Vgl. Frankreich .) Wie sich anden Namen der Tapetinger die Schicksale eines der interessantesten Länder undVölker Europas anreihen, so steht dieses Haus, nachdem eü in der neuesten Zeitbinnen 12 Zähren von 4 Thronen herabgestürzt und aus dieselben wiederum erho-ben worden war, jetzt da als der erste und älteste Träger des europäische» staats-rechtlichen Grundsatzes der Legitimität. Desto auffallender ist sein Ursprung.Was ein Hausmeyer der Merovinger, Pipin der Kleine, Karls des Großen Va-ter, gegen das königliche Haus der Merovinger einst unternommen und aus-geführt hatte, indem er sich auf den legitimen Thron der alten Frankenkönigeschwang, dasselbe widerfuhr seinem Geschlechte, den Karolingern, nach einem Zeit-räume von 235 Zähren. Unter den letzten kraft- und rathlosen Karolingern übteHugo der Große , Herzog von Francien (worunter damals Zsle de France zu ver-stehen war), OrleanS und Burgund , eine Gewalt, wie einst die Hausmeyer unterden Merovinger». Als nun Ludwig V. 981 ohne Kinder gestorben war, über-gingen die franz. Großen des verst. Königs Oheim, den Herzog Karl von Nieder-lothringen, der mit den Waffen einen Thron behaupten wollte, welchen immerbei dem karolingischen Hause zu lassen die Franzosen geschworen hatten, und rie-fen den von, Papst Zohann XV. begünstigten Sohn Hugos des Großen, Hugo,mit dem Beinamen Tapet (tApelns, Onpitc», Breitkopf—wahrscheinlicher voneiner besondern Art des Hutes, oap-iin«), Ludwigs gewesenen Vormund, welcherHerzog von Francien und Graf von Paris war, zu ihrem Könige aus. Der ta-pfere Karl von Lothringen ward, nach einem mit abwechselndem Glücke geführtenKampfe, durch den Verrath eines Bischofs in Laon überfallen und gefangen. Erstarb bald darauf im Gefängnisse, und sein Sohn Otto, Herz. in Niederlothringen,starb 1006. Die beiden jünger» Brüder desselben starben kinderlos in Deutsch-land. So kam das Haus Tapet auf den Thron von Frankreich . Nach einigenGeschichtschreibern stammt Hugo Tapet von einem deutschen Hause ab, auch warer mit einer deutschen Prinzessin, Adelheid, König Heinrichs I. von Deutschland (Herzogs von Sachsen ) Tochter, vermählt. Hugo ließ sich in Rheims krönen,und nach den von ihm eidlich und schriftlich übernommenen Verpflichtungen blie-ben der Nation, insbesondere dem mächtigen Feudaladel und dem Klerus, alle ihrebisherigen Rechte und Verfassungen zugesichert. Übrigens gründete schon HugoTapet durch kluge Einrichtungen die Fortdauer ftiner Dynastie, welche, nach