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Zweiter Band. Bo bis C.
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Capello

Cape! lo 'Bianca), eine edle Venetianerin aus einer der angesehensten Fa-milien Venedigs , die zweite Gemahlin Francescos II. von Medici, Großher-zogS von ToScana. Ein junger Florentiner, Pietro Buonaventuri, der in demHause der Salviati, mit denen er verwandt war, die Handlung erlernte, knüpfte1568 eine Liebschaft mit Bianca an, welche sich um so leichter ihrer Neigung über-ließ, als Buonaventuri sich ihr als einen Verwandten und Handelsgesellschafterbei Salviati ankündigte. Die beiden Liebenden stehen, da sie entdeckt zu sein fürch-teten, noch in demselben Jahre aus Venedig und nahmen die kostbarsten Juwelendes Hauses Capello mit sich. Dieser Raub setzte Biancas Verwandte in Wuth.Sie behaupteten, der ganze venetianische Adel sei durch sie beleidigt worden, undwirkten vom Senat einen Befehl aus, Pietro zu verfolgen, mit einem Preis fürDenjenigen, der ihn todten würde. Meuchelmörder verfolgten ihn bis nach Flo-renz , wohin er sich mit seiner Geliebten begeben hatte. Um diese Zeit lebteCoSmo I.; allein der Regierung überdrüssig, hatte er alle Geschäfte seinem «LohneFrancesco übergeben, dessen Charakter noch finsterer und grausamer als der steinigewar. Francesco sollte sich mit der Erzherzogin Johanna von Östreich vermählen,deren Stolz und Kalte ihm keine Liebe einzustoßen vermochten. Buonaventuribegab sich nach seiner Ankunft unter den Schutz Francescos und duldete die engsteVerbindung zwischen diesem Fürsten und seiner Gattin. Bis zu seiner Vermäh-lung mit der Erzherzogin , 1565, hatte Francesco diese Verbindung geheim gehalten;nach seinerVermählung glaubte er diese Rücksichten nicht mehr'nehmen zu dürfen.Er führte Bianca in seinen Palast ein, indem er Buonaventuri zu seinem Inten-danten ernannte. Als aber die Anmaßungen desselben unerträglich wurden, ließFrancesco ihn 1570 ermorden. Bianca wußte den Grofiherzog immer mehr zufesseln. Sein Entzücken erreichte den Gipfel, als sie ihm, der mit seiner Ge-mahlin nur Töchter hatte, einen Sohn darbrachte, den sie fälschlich als ihr ge-meinschaftlich erzeugtes Kind untergeschoben hatte. Fast alle Mitwisser diesesBetrugs ließ Bianca umbringen. Aber wider Erwarten gebar die Erzherzogin imfolgenden Jahre ihrem Gemahl eine» Sohn, und starb 1578 bei der Niederkunftmit einem andern Kinde. Erschüttert durch den Tod seiner Gattin und die Vor-stellung seiner Brüder, verließ Francesco Florenz, in der Absicht, mit Bianca zubrechen. Diese setzte dagegen alle Mittel der Verführung in Bewegung; sie ge-wann den Beichtvater des Großherzogs, und kaum 2 Monate nach der Erzher-zogin Tode ward sie insgeheim Francescos Gemahlin. Aber eine geheime Ehe ge-nügte weder dem Ehrgeize Biancas noch den Hoffnungen des Großherzogs, dernach dem frühen Tode seines mit der Erzherzogin erzeugten Sohnes einen andernvon seiner zweiten Gemahlin erwartete. Er gab Philipp II. von Spanien Nach-richt von seiner Verbindung, und da dieser sie billigte, beschloß er, sie öffentlich be-kanntzumachen. Er ließ der Republik Venedig erklären, daß er Willens sei, sichauf das innigste mit ihr zu verbinden, indem er eine Tochter von St.-Marcus zurGemahlin nehme; und derselbe Senat, der Bianca Capello öffentlich beschimpftund auf ihres Gatten Kopf einen Preis gesetzt hatte, überhäufte sie jetzt mit Ehren-bezeigungen. Eine Erklärung der Pregadi ernannte sie zu einer Tochter der Repu-blik; 2 Gesandte, begleitet von 90 Nobili, erschienen von Seiten Venedigs inFloren:, um der Adoption und der Vermählung beizuwohnen. Beide Feierlichkei-ten wurden im Oct. 1579 mit großer Pracht vollzogen. Durch die AnmaßungenBiancas und ihres Bruders, der einige Zeit Minister war, wurde Francescos Re-gierung dem Volke täglich verhaßter. Da Bianca einsah, daß sie weder den früheruntergsschobenen Sohn zur Thronfolge bringen, noch, wie sie 2 Mal entschlossenwar, diesen Betrug ohne Gefahr wiederholen könne, wünschte sie mit dem Cardi-nal Femando von Medici, dem nächsten Thronerben, sich auszusöhnen. Derselbehatte daher 1587 mit seinem Bruder und dessen Gemahlin eine Zusammenkunft