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Zweiter Band. Bo bis C.
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Capitalgewmn Capitalien

Capital. Einkommen und Capital sind also nicht ihren Bestandtheilen,sonder» nur ihrer Bestimmung nach verschieden. Eine Nation sowie ein Indi-viduum wird jährlich reicher, wenn sie ihr Einkommenjiicht ganz verzehrt, sonderndavon jedes Jahr Etwas zum Capital schlägt, und auf diese Weise ihr Capital im-mer mehr vergrößert. Wenn diese wachsenden Capitale so angewandt werden, daßdadurch immer mehr Producte erzeugt werden, als während ihrer Erzeugung vondem Volke verzehrt wurden, so wächst der Nationalreichthum immer mehr. DieBestandtheile der Capitale werden zwar selbst verzehrt oder verbraucht, aber siebleibe», inwiefern stets wieder andre Bestandtheile an ihre Stelle treten. Deßhalbwerden sie auch zudemStammvermögen gerechnet, das als die bleibende Quelleund die stets fortwirkende Ursache neuer Güter gedacht wird, welche sodann vonneuem das Capital sormiren, und während sie wieder verzehrt werden, auch dieVeranlassung zu neuen Producten, und dadurch fort und fort ersetzt werden. DiesesStammvermögen darf daher nie vermindert, sondern muß immerfort erhalten undvermehrt werden, wenn der Reichthum wachsen soll. — Capitale sind emeHauptbe-dingung, ohne welche keine Producnon und kein Gewerbe gedeihen oder groß werdenkann; wenn daher ein neues Gewerbe in einem Staate auskommen soll, so muß erstdas dazu nöthige Capital vorhanden sein. Ist daher in einem Gewerbe ein Capi-tal vorhanden, und wird dieses Capital durch andre vortheilhafte Gewerbe angezo-gen, so muß das erste Gewerbe eingehen, wenn nicht irgend ein andres Capitalhinzutritt, um das wegziehende zu ersetzen. Oft haben die Regierungen darin ge-fehlt, daß sie, um ein Gewerbe in ihrem Staate zu erzeugen, dasselbe so begün-stigen, daß dabei mehr zu verdienen war als bei andern. Da aber eine solche Begün-stigung doch keine neuen Capitale im Lande schaffe» konnte, so konnte das neueGewerbe nur dadurch entstehen, daß sich andre Capitale, die ini Lande bisher an-derswo beschäftigt waren, dahin zogen; folglich mußten durch diese Begünstigungebenso viele Gewerbe eingehen oder ebenso viele ihre alten Beschäftigungen aufge-ben, als durch die Begünstigung neue erzeugt wurden. Die Gewerbsthätigkeit ineinem Lande kann sich daher nur mit der Vermehrung der Capitalien vermehren underweitern; wo Letzteres nicht stattfindet, da können die Gewerbe zwar verändert,aber nicht vermehrt werden. 51.

Capitalgewinn. Wenn ein Capital angewandt wird, um dadurch des-sen Werth wieder hervorzubringen, und es wird dadurch noch mehr als dieser Werthhervorgebracht, so heißt dieser Überschuß Capital gewinn. Don demselbenwerden 1) die Zinsen bezahlt, welche für die Nutzung des Capitals entrichtet wer-den müssen, und die der Capitalist sich selbst zurechnet, wenn er es selbst ist, dersein Capital anlegt; 2) Das, was dem Unternehmer des Gewerbes, auf welchesdas Capital verwandt wird, für seine Muhe, Arbeit und Risico gebührt. Derletztere Theil des Überschusses heißt der Unternchmergewinn. Der Capital-gewinn ist also aus 2 Bestandtheilen zusammengesetzt, nämlich dem Zinsen-und dem Unternehmcrgewinn. (S. Zins.) 51.

Capitalisten, diejenige Classe von Einwohnern des Staats, welche Ei-genthümer von Capitalien, insbesondere von Geldcapitalien sind, und von demEinkommen daraus leben. Daß diese Personen hauptsächlich auf Geldcapitalehalten, davon liegt der Grund darin, daß sich für Geld am leichtesten die Bedürf-nißmittel aller Art anschaffen und daher von Jedem, der Capitale sucht und anwen-den will, am besten gebrauchen lassen. Wer nämlich Capitale anwenden will, eSsei, daß er sie selbst verzehren, oder Arbeit befahlen, Materialien und Waaren da-für anschaffen, Gewerbe beweiben, oder an 'Andre verleihen will. kann unmittelbarnicht von solchen Vorräthen Gebrauch machen, welche aus Waaren von einerlei Artbestehen, sondern er bedarf dazu solcher Capitale, welche aus Bestandtheilen beste-hen, wofür alle andre Waaren zu haben sind, die zu irgend einem Gebrauch die-