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Zweiter Band. Bo bis C.
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politische Caricaturan, die hauptsächlich in London in so großer Menge erschie-nen sind, daß man dicke Bande damit anfüllen konnte. Die Engländer scheinensich besonder? zu diesem Geschmacke hingeneigt zu haben, vielleicht mehr, weil erihrer politischen Freiheit, als weil er ihrem Schönheitssinne zusagte. Die Freiheitgeht aber hier nicht selten bis zur zügellosen Frechheit, indem das Heiligste und Er-habenste dem Spott und der Verachtung preisgegeben wird. Die englischen Ge-setze verbieten bei Strafe alle Schmähschriften; allein der Gesetzgeber vergaß, daßder Künstler ebenso gut schmähen kann als der Schriftsteller. Gilray und Dun-bury sind es hauptsäcblich, von denen die neue» britischen Earicaturen stammen.Den Letzter» hat man öfter? den neuen Hogarih genannt, und er verdient diesen Na-men insofern, als er sein glückliches Talent öfter? zu moralischen Zwecken benutzthat. Bei so viel Vorliebe der Engländer für Caricaturen ist es nicht zu verwun-dern, wenn wir nur von einem Engländer (Grosse, Lond. 1188, übcrs. v. I. G.Grobniann, „Regeln mr Caricotuneichnuna, nebst einem Versuche über die komi-sche Malerei", Leipzig 1199) eine Theorie erhalten haben, die jedoch vielerlei zuwünschen übrig läßt. Auch gehört hierher Maleom's „lli-m,, ch-:,l .-.bei,-!, <>> «siellil vl oarioiiiiii in^, "itsi pi:>pl>><: i!!»>,!> alianG (London 1813, 1.). Des origi-nellen Gilray Spotibilder hat Böttiger in der weimarschen Zeitschrift „London und Paris " erklärt. Sie sind mit hist.-.polit. Erläuterungen lind biograph. Nach-.richten (London 18-4, von Pyne, wie man glaubt) gut commentirt, erschienen.Übel Haupt dürfte es unkbunlich sein, da Regeln vorschreiben zu wollen, wo demWitze und der genialen Laune so Vieles überlassen werden mur. <l,l.

Earignan (Karl Amadeus Albert , Prinz vor: Savoyen , geb. am 28.Dec. 1198, vermählt 1811 mit Mar. Theresi, Tochter des Großherz. Ferdinandvon ToScana, muthmaßlicher Thronerbe der Krone Sardinien, datcrKönig, KarlFelix Joseph) keine männlichen Erben hat. Bis zur Insurrcction eine? Theils dersardiiuschcn Armee in der Nacht vom 11. aus den 12. März 1821 hatte der Prinzan Siaatkgeschästen keinen Theil genommen. Die Führer der Znsurrection wuß-ten den Prinzen, der ohne Kenntniß der diplomatischen Lage des Staat? war, zubestimmen, daß er öffentlich die Schritte der Znsurrection in einer Proclamationvom 12. März billigte. 'Am 21. März reiste der Prinz nach Novara , ohne ssn-struetionen an die provisorische ssunta zu ertheilen, und von Novara am 31. Märzin? östrcich. Hauptguarrier, in Folge dieser Ereignisse aber nach Frankreich , daihm die Rückkehr nach Turin versagt war. 1823 machte er unter dem Herzog vonAngoulöme den Feldzug in Spanien mit, zeichnete sich vor Cadix aus, und lebtseit 1824 wieder in Turin. — Stifter der Linie Savoyen-Earignan ist ThomasFranz, jüngster Sobn Karl Emanuel? >., HeriogS von Savoyen , welcherl024sich mit Marie von Bourbon, Gräfin von SoissonS , vermählte. Diese Liniebesitzt ein beträchtliches Privatvermögen, sowol »n Piemontesischen als >n Frank-reich . Letzteres blieb dem Hause in der Periode der franz. Revolution ungeschmä-lert, indem Herzog Karl Ferdinand da? franz. Bürgerrecht annahm. Auch stammtvon diesem Hause der Chevalier de Savoye ab, ein Sohn des Grafen v. Villa-franca, Maria Ludwig (starb 1185 , Großvatersbruder? des mutbmaslichen Thron-erben und des Grafen Gemahlin, Louise Anne de Mahon. Diese Ebe ist abervom Chef des RegentenhauscS nie als rechtmäßig die eventuelle RcichSerbfolge be-gründend anerkannt worden. An sich konnte die Erbfolgefäbigkeit de? Hauses Ca-rignan, selbst vor der Erklärung des wiener CongresseS, im Allgemeinen nicht be-stirnten werden; allein da sich die Linie SavovemCarignan seit 200 ss. neben derHauptlinie bildete, so konnten verfängliche Streitigkeiten entstehen, ob die neuenErwerbungen der letztern, bestehend u. a. im Henogth. Montferrat, dem westlichenTheil von Mailand, der Znsel Sardinien und Genua , nicht eine weibliche Succes-sion des letzten Krönträgerö in der Hauptlinie zuließen. Noch verwickelter wurde