Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Carilloir

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Carli

die Erbschaft durch die Notorietät, daß manche Theile van Savoven und Piemont offenbar deutsche Reichslehen gewesen waren , und es ließ sich denken, daß überihre DiSponibilität der Kronträger aus der Hauptlinie verfügen konnte, nachdemdas deutsche Kaisei thum sich aufgelöst hatte. Vermuthlich bewog die geschichtlicheErfahrung, wie oft Erbfolgestreitigkeiten auSsterbender europäischer Regentenhäu-ser einen Theil Europas unter einander in Krieg gebracht hatten, die wiener Eon-greßm onarcben, aller Ungewißheit durch Anerkennung der allgemeinen Erbfolgerechtedes Hauses Earignan beim fehlenden Mannsstamm in der Hauptlinie ein Ende zumachen. Auch ist des Prinzen von Earignan Ehe bereits durch zwei Prinzen ge-segnet. 1829 wurde er zum Vicekönig von Sardinien ernannt, und residirt jetztin Eagliari. (S. Sard inische Monarchie.)

Carillon, s. Glockenspiel.

Carissimi (Giaconio), ein berühmter ital. Tonsetzer des 17. Jahrh. Ersoll aus Padua gebürtig gewesen fein, und lebte noch 1V72. Er hatte viele geistlicheOratorien, Cantaten und Motetten geschrieben, und seine Zeitgenossen rühmten ihnwegen des charakteristischen Ausdrucks der Empfindungen und wegen seines leichten,fließenden StylS. Zu seinenHauptverdiensten wird gerechnet die Verbesserung desschon vor ihm eingeführten Recitativs , dem er mehr den Ausdruck der natürlichenRede gab. Überhaupt wirkte er zu einer freiern Gestalt der Musik und größern Fein-heit des musikalischen Ausdrucks, indem er seinen Bässen mehr Bewegung und Fi-guren gab. Auch soll er die ersten kirchl. Eantaten geschrieben haben, und eine An-leitungzumSingen, welche öfters herausgegeben worden ist, wird ihm zugeschrieben.

tl-iri i ii (ital., von dem lat. curimH, nennt man in dem Gebiete derMalerei die Darstellung der christlichen Liebe oder Nächstenliebe. Sie wird in derchristlichen Kunst als liebevolle Mutter repräsentirt, die ihre Kinder nährt, pflegtund wohlwollenden Antheil an ihnen bezeigt. So hat sie z. B. Andrea delLartogeschildert in einem Bilde, welches sonst in dem Museum Napoleon sich befand.Eine ernste, holde Mutter mit zwei Knaben, von denen der eine an ihrer Brust liegt,der andre sich an süßen Früchten labt: ein dritter schlummert sanft in ihrer Nähe, vonihrem Blick bewacht. Diese feelenvolle Huld derDai stellung war der Antike fremd.

Earli (Giovanni Rinaldo, Graf), zuweilen nach seiner Gemahlin Earli-Rubbr benannt, geb. im April 1720 zu Eapo d'Iüria in einer alten adeligen Fa-milie, verfertigte schon in seinem 12. Jahre eine Art von Theaterstück, an das ersich noch in seinem Alter mit Wohlgefallen erinnerte. Früh entwickelte sich inihm eine überwiegende Neigung zur Kunde des MittelalterS, womit er das Studiumder schönen Wissenschaften und der Poesie verband. Nachdem er bereits im 18.Jahre eine Abhandlung über das Nordlicht und Gedichte herausgegeben hatte, siu-dirte er auf der Universität zu Padua Mathematik, insbesondere Geometrie, unddie griechische, hebräische und lateinische Sprache. Zwei Jahre darauf nahm ihndie Akademie der Ricovrati zum Mitgliede auf; feit dieser Zeit wurde er durch seineliterar. Streitigkeiten mit den berühmte» Alterthumskennern Fontanini und Mu-ratori bekannt. In s. 21.1. ernannte ihn der venetianische Senat zum Professorder Astronomie und der Seewissenschaft. Jetzt entstand zwischen ihm und dem AbtTartaroiti ein lächerlicher Streit über einen noch lächerlichern Gegenstand. Jenerhatte nämlich das Dasein der Hexen geleugnet, aber behauptet, daß man mitHülfedes Teufels ein Zauberer werden könne. E. gab sich die Mühe, diese alberne Be-hauptung zu widerlegen, und ward dafür von Tartarotti der Ketzerei beschuldigt.Maffti krachte endlich durch seine Schrift: „i-ixst-, .-»iniliilui.-»", die Verthei-

diger de? Teufels zum Schweigen. Die Verwaltung seines großen Vermögensnöthigte hierauf E., seine Professur niederzulegen und nach Istrien zurückzukehren,wo er seine Muße zur Nachforschung über die Alterthümer seines Vaterlandes, Un-tersuchungen über die alten Münzen ic. anwandte und mehre wichtige Werke über