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Carlos
den, sich an ihre Spitze zu stellen, und daß ihm dieser Plan gefallen habe, weil erseltsam und ungewöhnlich gewesen. Auch Philipp schien zu glauben, daß seinSohn nach den Niederlanden geben wolle. Der Baron Montignv verlor darüberden Kopf. Überdies hatte der Insant oft sehr ungestüm das Verlangen bezeigt,an der Regierung Theil zu nehmen, aber, zu eifersüchtig aufsein Ansehen, betrugsich Philipp mit Kälte und Zurückgezogenheit gegen ihn, während er dem Herzogvon Alba, Ruy Goniez de Silva, D. Juan von Östreich und Spinola sei» Ver-trauen schenkte. D. C. faßte daher gegen diese Männer eine unüberwindlicheAbneigung. Unerträglich war es ihm, daß Alba die Statthalterschaft von Flan-dern erhalten, die er für sich erbeten hatte. Nach spanischen Schriftstellern bater sich den Heidelberger Katechismus inS Spanische übersetzen lassen und eine sicht-bare Neigung für den reformirten Lehrbegriff gehabt. Der Erbauer des Eseu-rials, Louis de Foix, erzählt von D. C. Folgendes, waS de Thon aufbehalte» hat.Der Prinz hatte stets unter seinem Kopfkiffen 2 bloße Schwerter, 2 geladene Pi-stolen, und neben seinem Bette mehre bewehre und einen Kasten voll Schieß-pulver. Oft hörte man ihn klagen, daß ihm sein Vater die Braut geraubt. AmWeihnachtsabend beichtete er einem Priester, daß er beschlossen habe, einen Men-schen zu ermorden. Der Priester verweigerte ihm daher die Absolution. Der Priordes Klosters von Atocha entlockte chm Äußerungen, aus denen man erkannte, daßer gegen seinen Varer einen Anschlag gefaßt habe. Nun ward die Beichte demKönige hinterbracht, welcher ausrief: „Ich bin Derjenige, den mein Sohn ermor-den will; aber ich werde Maßregel» ergreifen, ihm zuvorzukommen". So be-schlofiPhilipp, alsKönig finster und mißtrauisch, als Vater unglücklich, aus Haßoder Furcht, Politik oder Aberglaube», den Untergang seines einzigen Sohnes,in welchem er nur einen der Krone unwürdigen Verbrecher sah. D. C. lag intiefem Schlaft» der Nacht des 18. Jan. 1568, als der Graf Lerma zuerst insein Zimmer trat und sämmtliche Waffen wegnahm. Darauf erschien der König,welchem Ruv Gomez de Silva, der Herzog vonFeria, der Großprior des Ioban-niterordcnS (Bruder des Herzogs von Alba) und mehre Gardeofficiere undStaakS-räthe vorausgingen. D. §. schlief ununterbrochen. Man weckte ihn; als er denKönig, seinen Vater, erblickte, riefer: „Ich bin des Todes!" und indem er sichan Philipp wandte: „Will Ew. Majestät mich umbringen? Ich bin nicht vonSinnen, aber in Verzweiflung bin ich über Alles, was man mit mir vornimmt".Darauf beschwor er mit Thränen alle Umstehende, ihm den Tod zu geben. „Ichbin nickt gekommen", antwortete der König, „Euch umzubringen, sondern alsVater Euch zu züchtigen und Euch zur Pflicht zurückzuführen". Er befahl ihmaufzustehen, entzog ihm seine Bedienten und ließ ein mit Papieren angefülltesKästchen, das unter dem Bette stand, in Beschlag nehmen. Darauf über-gab er den Prinzen dem Herzoge von Feria und 6 Edelleuten zu Bewachungund schärfte denselben ein, ihn nicht aus den Augen zu verlieren und ihn wederschreiben noch mit Jemand reden zu lasse». Jene Wächter kleideten D. E.in Trauerkleider; man nahm die Tapeten, die Meublen und selbst das Bettefort, und ließ nur eine Matratze zurück. D. E., voll Wuth und Verzweiflung,hatte, die harte Winterkälte vorschützend, ein großes Feuer anzünde» lassen; erstürzte sich plötzlich in die Flammen, um darin zu ersticken. Nur mit Mühe zogman ihn heraus. Abwechselnd versuchte er, sich durch Durst, durch Hiuiger, durchunmäßige» Genuß von Speise zu todten; er verschluckte einen Diaman:, um d-r -an zu erwürgen. Nachdem Philipp sich wegen seines Betragens bei dem Papsteund den mächtigsten Fürsten Europas zu rechtfertigen gesucht, auch der hohenGeistlichkeit, den königl. Gerichtshöfen und Städten seines Reichs von dem Ge-schehenen Nachricht gegeben hatte, trug er Gicht der Inquisition , sondern) demStaatSrathe, unter dem Vorsitze des Cardinals Espinosa, der Staatsrath, Groß-