Carlos
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über die mancherlei Anekdoten in Umlauf sind. C.ist Df. einesStücks von 5 Acten:„l.c<! ninix-llos n>('ls>»nr>>lx>8e8 (I'.lrleguin", welches 1163 im Druck erschienenist. Pusoulr hat indem 1134 U.d.T.: „Lazwioo llu ?r,>8orpino, rni Ic.8 c-xk,^ ?l Ixinocl< , xt-,", bekanntgeniachten Lustspiele den Manen C.'S eine eigne Scene gewidmet.
Carlos (Don), Infam von Spanien , Sohn Philipps II. und Mariensvon Portugal, geb. zu Valladolid 1545. Seine Mutter starb 4 Tage nach seinerGeburt. Er selbst war schwächlich; ein Schenkel war kürzer als der andere. Dieäußerste Nachsicht, mit welcher er von Johanna, der Schwester des Königs, erzo-gen wurde, vermehrte seine angeborene Heftigkeit und Halsstarrigkeit. 1560 ließPhilipp ihn von den zu Toledo versammelten Ständen als Thronerben anerkennen,und 1562 schickte er ihn aus die Universität zu Alcala deHenarez, in der Hoffnung,daß das Studium der Wissenschaften seinen unbändigen Charakter mildern würde.Ein unglücklicher Fall zog ihm ein hitziges Fieber zu, das den Ärzten keine Hoffnungübrig ließ. Der König eilte sogleich zu seinem Solme, und da man sich erinnerte,daß der Prinz eine besondere Verehrung gegen den heil. Didaciuö hege, der damalsnoch nicht kanonisnt war, so befahl Philipp, den Leib des Heiligen in Processionherbeizubringen. Man legte ihn auf das Bette des Kranken und bedeck.c dasheiße Gesicht desselben mit dem kalten Leichengewande. Der Prinz schlief ein; beiseinem Erwachen hatte das Fieber nachgelassen: er federte zu essen und genas.Alles glaubte an ein Wunder, und Philipp hielt zu Rom um die Heiligsprechungdeü DidaciuS an. In dem Bilde, welches die gleichzeitigen Geschichtschreiber vonD. Carlos entwerfen, weiche» sie von einander ab. Nach Einigen verband er mitLiebe zum Ruhm einen hohen Muth, Stolz und Herrschsucht; nach Lindern liebteer das Seltsame und Ungewöhnliche; Zufall oder Widerstand setzten ihn in Wuth,Gewandtheit oder Unterwürfigkeit besänftigten ihn. Auch wird er als ein Anhän-ger der Aufrührer in den Niederlanden und besonders als ein Feind der Inquisitiondargestellt; allein er besaß weder Kenntnisse noch Grundsätze, nicht einmal natür-lichen Verstand genug, um liberaler Ansichten fähig zu sein. Alles war bei ihmleidenschaftliche Erregung, die durch Widerstand oft in tolle Aue-brüche überging.Llorente hat die Geschichte über den Charakter dieses Prinzen und sein Schicksal aussichern Quellen in s. Werken über die spanische Inquisition (s. d.) berichtigt.Nach ihm warD. C. hochfahrend, brutal, unwissend und schlecht erzogen. Gewißist, daß auf dem Congrcsse von Chateau Cambresis 1559 von der VermählungD. C.'S mit Elisabeth, der Tochter Heinrichs I I., die Rede war, und daß Philipp,damals Witwer von Maria von England , sich selbst an die Stelle seines Sohnessetzte. D. C. soll Elisabeth geliebt und es nie seinem Vater vergeben babcn, daßer sie ihm entrissen. Indeß beweist Llorente, daß D. C. nie in die Königin ver-liebt gewesen, auch daß die makellose Königin mit ihm nie in einem vertrautenVerhältnisse gestanden. 1563 mochte Philipp, der keinen andern Erben als D. C.hatte, ihn der Regierung für unfähig achten, und ließ seine Neffen, die ErzherzogeRudolf und Ernst, nach Spanien kommen, um ibncn die Erbfolge in seinenStaaten zuzusichern. D. C. , der fortwährend in Mißverständnissen mit seinemVater lebte, beschloß daher 1565 Spanien zu verlassen und war bereit abzureisen, -als Ruy Gome; de Silva, ein Vertrauter Philipps, den zugleich C. zu dem seini-ge» gemacht hatte, ihn von seinem Entschluß abwandte. 1561, als der Aufruhrder Niederlande Philipp beunruhigte, schrieb D. §. an mehre Große des ReicbS,daß er die Absicht habe, nach Deutschland zu gehen. Er eröffnete sich seinemDhemi, D. I. von Östreich, der ihm mit Sanftmuth zuredete und ihm vor-stellte, daß die meisten Großen, an die er geschrieben, nicht unterlassen würden,den .'dönig davon zu unterrichten. Das geschah wirklich, und D. Juan selbst hin-terbrachte Philipp, was der I,nfant ihm vertraut hatte. Man glaubt, daß er vondem Unglück der Niederländer gerühi t gewesen; daß er von ihnen eingeladen wor-Ec»rrrsüttvn§-Le.rico». Bd. II. 30