Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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4 68 CtN'iiiagnole Carmel

Segen, worauf er weinend fortging. Bald darnach, den 24. Juli 15K8, um4 Uhr Morgens, starb D. C. Er wurde seinem Stande gemäß, jedoch okne Lei-chenrede, im Domüücanernonncnkloster El Real zu Madrid begraben. Die tu-gendhafte Königin Elisabeth starb am 23. Ocr. deff. Jahres an einer zu frühzeiti-gen Entbindung, und nicht an Mist, wie Philipps Feinde behaupteten. Philipp l l.lies, die Proeefiactcn 1592, in einem Kästchen verschlossen, in dem königl. Archivezu SimancaS niederlege». Das traurige Schicksal des D. C. hat mehren tragi-schen Schriftstellern zum Stoffe gedient; wir nennen die Arbeiten Schiller'S,Alsieri's, Otway's und Campistron's. b.

Carmagnole hieß in der ersten Zeit der franz. Republik ein Tanz undein dazu gehöriges Lied. Die Benennung rührt wahrscheinlich von der StadtCarmagnole in Piemont her. Der Tanz entstand zur Zeit der Erbitterung desVolkes gegen das dem Könige verliehene Veto wider die Beschlüsse der National-versammlung. Bei Volksfesten, Hinrichtungen und Ausbrüchen der Volkewnthward die Carmagnole gewöhnlich gesungen oder getanzt. Später wurde derName auch aufdie Nationalgarden, die Kleider von gewissem Schnitt trugen, aufschwärmerische Anhänger der Revolution, angewandt, und manche Mitglieder desNationalconventeS, z. D.Barröre, nannten leichtfertig ihre Mittheilungen an dieVersammlung so. — l'otii-i --.-ninn-uole-, heiße» in Paris Schornsteinfeger- undSchuhputzerbuben, meisi Savoyarden, vermuthlich von der erwähnten Stadt.

Carmel, ei» Gebirge des Libanon in Palästina an der südl. Grenze vonGalilaa, im Paschalik Acca. Es besteht aus mehren, von fruchtbaren und bewohn-ten Thälern unterbrochenen, reichbcwaldetcn Bergen, in einem Umfange von 6Meilen, und geht am Ausflüsse des Kischen in eine anmuthige Ebene aus, welchedie südliche Küste des Meerbusens von Ptolemais oder Acca am Mittclmeere bildet.Auf seinen Höhen sind Ruinen von Kirchen und Klöstern aus der Zeit des christ-lichen Königreichs Jerusalem und eine Höhle, die, der Sage nach, der ProphetElias bewohnte. Seit dem 4. Jahrh, hatten christl. Einsiedler sich den Carmelzum Aufenthalt gewählt, doch erst um die Mitte des 12. Jahrh, stifteten Pilgerunter Leitung Berthold'S aus Calabrien die Vereinigung um, Eremitenleben auf die-sen, Gebirge, welcher d r Patriarch von Jerusalem , Albrecht, 1209 eine mit deralten Basilianischen meist übereinstimmende Regel, und HonoriuS III . 1224 diepäpiil. Bestätigung gab. Diev ist der wahre Ursprung des Ordens U. L. Fr. vomBerge Carmel oder der Carmeliter. Diese Mönche selbst schreiben jedoch ihreStiftung dem Propheten EliaS zu, um sich den Vorzug eines in seiner Art einzi-gen Alterthums zu geben. Nach ibrer Meinung gekörten ihrem Orden alle Pro-pheten und heil. Männer des alten Testaments von EliaS bis aus Jesus , Pvrha-goras und die gallischen Druiden an; die Rechabiten, Essener und Pharisäer sol-len Tertiarier, die heil. Frauen des N. T. mit der k. Jungfrau Maria Nonnen,und die Einsiedler des christl. Alterthums echte Glieder ihres Ordens gewesen sein.Auch Christum machen sie zum besondern Beschützer desselben, wo nicht gar zumCarmeliter, und seine Apostel zu Missionnairs vom Berge Carmel. Diese unsin-nige» Behauptungen hat der Jesuit Papcbroch widerlegt, und die gelehrte Weltlangst ftir Fabeln erklärt. Dennoch blieben die Carmeliter dabei und durftennoch unter Benedict I I I. im 18. Jahrh, die Statue des Propheten Elias, als ihresStifters, in der Peterskirche zu Rom ausstellen. Zwischen 1238—44 habe» sie,von den Saracenen verdrängt, sich nach Europa verpflanzt, und 1241 eine mil-dere Regel angenommen, die sie zum Klosterleben berechtigte. Ihre anfangsweiß- und braungestreiften Mantel vertauschte» sie 1281 mit ganz weißen, un-ter denen sie sonst schwarte, seit der Mitte des 15. Jahrh, aber kastanienbrauneKutten trugen. Der Carmeliterorden zerfiel in seiner weiten Ausbreitung durchinnere Streitigkeiten in 1 von einander unabhängige Körperschaften. 1) Den