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Zweiter Band. Bo bis C.
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Cartell

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Carthogo

bis seine Composition, welche den Sturz der Engel vorstellt und über 200 Figurenenthält, ihm die Stelle eines Professors bei der Akademie verschaffte. Die wich-tigste Arbeit, welche er in Berlin zu Stande brachte, war die Ausmalung desSaales in Palais Dorville. Mit einer Pension von 450 Thlrn. reiste er 1592nach Rom . Voll Bewunderung für die Werke Rafael'S verlor er unvermerkt dieübertriebene Neigung für die allegorische Composition. Sein erstes Werk zu Rom war der Besuch der Argonauten beim Centaur Chiron, welches sieb durch die Rein-heit des S tyls, die Schönheit der Formen und die Bertheilung des Lichts auszeich-net. Das Urtheil der Kenner überfeine zahlreichen Arbeiten siel sehr ehrenvoll aus.Man bemerkt besonders seine Composition von Megapont, welche ihn mit Rofaelund Michel Angelo in Ncrglcichung brachte. Er machte noch andre schöne Compo-sitionen; fast zu allen ist der Gegenstand aus dem Homer, Pindar, Sophokles ,ÄschyluS, Shakspeare und Ossian geschöpft. ApolloniuS RhodiuS lieferte ihm denStoff zu einer Folge von 24 Zeichnungen, die er 1598 selbst ätzen wollte, als eineBrustkrankheit ihn den Künsten entriß. Koch hat sie in Kupfer gestochen unt. d. T.:„bau .Xi poiniu ws," (Rom 1599). Sein letztes Werk war Ödip nach Sophokles .Man findet in C.'s Arbeiten jenes Streben nach Reinheit der Formen und Umrisse,nach anmuthigen Stellungen, und Hoheit und Kraft, wodurch sich die Werke derAlten so herrlich auszeichnen, zugleich aber auch eine aus zu genauer Nachahmungentstandene Rohheit. Mit der Anatomie war er nicht genugsam vertraut, undvon der Perspektive und richtigen Vertheilung des Lichts verstand er nur, was ervon der Natur gelernt hatte. Die Geheimnisse des ColoritS waren ihm fremd ge-blieben, da er erst spät angefangen hatte, in Olzu malen. (Vgl. Fernow.)

Cartell, ein Vertrag, wegen Auslieferung der Gefangenen oder der De-serteurs; auch eine schriftliche Ausforderung zum Zweikampf.

CartesiuS , s.DeScartes.

Carthagena, uralte Stadt an den Küsten des Königr. Murcia , diestarke Handlung treibt und einen Haftn hat, der zu den 3 grofien Kriegshäfenvon Spanien gehört und der beste im ganzen mittelländischen Meere ist. DasBassin ist sehr tief und reicht dicht an die Stadt. Die Hügel umher mit steilenHöhen und einer ftftisel vor dem Hafen sichern den Eingang vor allen Winden. DieStadt liegt mit der Citadelle im Hafen auf einer Halbinsel. Sie hat 30,000Einw., treffliche Schissswerfte, ein Seearsenal, eine Seecadetkenschule, mathe-matische, nautische und Pilotenschulen, ein Observatorium, einen botanischen Gar-ten, eine Segeltuchfabrik, Fischerei, Handel mit Barilla , Seide, schönem Ge-stein !c. Zn ihrer Nähe benutzten die Carthager Silbergruben von so bedeutendemErtrage, das, Hannibal dadurch zu der Rüstung seines Feltzugs wider die Römerüber die Alpe» in Stand gesetzt wurde. Zn der Nähe liegen helfe O.uellen undgute Salzwerke. Die Stadt wurde von dem carthaginensischcn Feldherrn Has-drubal erbaut. — Carthagena in Indien oder Neu-Canhagena ist eine Provinz,niit der Hauptst. gl. N. (18,000 Einw.), in dem sudamerikanischen Freistaate Co-lumbia. (S. Südamerika und Columbia.)

Carthago, die berühmteste Stadt Afrikas im Alterthum, Hauptstadteiner mächtigen und reichen Handelsrepublik. Dido (s. d.), von Tyrns flüch-tend, kam in diese Gegend, wo ihr die Einwohner, der Sage nach, so viel Landüberließen, als sie mit einer Ochsenhaut bedecken könne. Dido aber zerschnittdie Haut in so dünne Riemen, daß sie ein beträchtliches Stuck Land damit um-ziehen konnte. Auf demselben erbaute sie das Schloß von C. und gab dem neu-gegründeten Staate treffliche Einrichtungen. Die 1. Periode der Geschichte C.'Sgeht bis zum Anfange des Krieges mit Svrakus, von 858 — 480 v. Chr.; C.breitet sich in Afrika und Sardinien aus, führt Handelskriege mit den Massiliernund Etruskern und schließt um 509 v. Chr. mit Rom einen Handelsvertrag, des-