Carton
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gungen , strenge Mäßigkeit und alljährlich fünfmaliges Aderlässen ihre Kasteiun-gen. Die päpstliche Bestätigung erhielten sie 1170, und von Jahrh, zu Jahrh,neue Statuten, welche das Flcischessen gänzlich verboten, die Erlaubniß zu spre-chen auf einige Stunden Donnerstags und auf die Eapiteltage beschränkten, übri-gens aber bei anwachsendem Reichthum manche Verschönerung ihres einsa-men Lebens verstatteten. Die Carlhausen wurden geräumige, ja einige, wie diegroße bei Grenoble und die mit dem feinsten Kunstsinn ausgeschmückte Carthausezu Neapel , prachtvolle Paläste. Zeder Mönch hat darin seine freundliche Woh-nung mit mehre» Zimmern, Wirthschaftsgelaß und Gärtchen. Gastfreiheit undWohlthätigkeit üblen diese meist gebildeten Mönche reichlich aus. Nie bemerkteman an ihnen das rauhe, schmutzige Wesen der Bettelmönche; übertriebene Buß-Übungen waren ihnen untersagt und Geißelungen nur zur Strafe gebräuchlich,aber die Gesetze gegen Abtrünnige und Ungehorsame ungemein streng. Ihre Klei-dung war durchaus weiß mit schwarzem Mantel; die Laienbrüder zeichnete derBart und das kürzere Scapulier aus. Die 1616 entstandenen Carthänserinnen klei-deten sich wie die Mönche weiß mit schwarzem Schleier. Sie erhielten die Erlaub-niß, zusammen zu speisen und das «Ltillschweigen öfter zu unterbrechen. JedemFrauenkloster dieses Ordens, deren es im 18. Jahrh. nur noch 5 in Frankreich gab, stand ein Carthäuser als Dicar, jeder Carthause ein Prior vor; General desganzen Ordens war der jedesmalige Prior der großen Carthause bei Grenoble . Er-halte noch um die Mitte des 18. Jahrh, in 16 Provinzen 172 männliche Carthau-sen unter sich, wovon 75 in Frankreich, die übrigen meist in Deutschland und Ita-lien waren. Nur die Carthausen in Sicilien und Spanien sind dem Schicksale derAufhebung bisher entgangen.
Carton heißt in der Malerei eine Zeichnung auf starkem Papier,Pappe oder andrem Material, deren man sich zum Modell bei einem größern, vor-nehmlich in Fresco, Öl, Tapeten, sonst auch in Glas und Mosaik, in derselbenGröße auszuführenden Gemälde bedient. Beim Frescomalen sind Cartons amzweckmäßigsten, weil dabei ein schnelles Verfahren nothwendig, und eine Verzeich-nung nicht leicht zu verbessern ist. Gewöhnlich werden die Cartons bei der Anwen-dung durchgezeichnet (s. Calquire»), oder man durchsticht die Umrisse der Ge-genstände mit einer Nadel und fährt dann mit einem Säckchen von Kohlenstaubüber die Löcher, um dadurch die Zeichnung an die Wand zu bringen. Beim Fresco-malen wurden sonst die Figuren auch ausgeschnitten und an den nassen Anwurf fest-gehalten; der Maler fuhr dann mit einem eisernen oder hölzernen Stifte ani Randedesselben hin, sodaß die Umrisse der Figuren in einer leichten, aber sichtbaren Ver»tiefung auf dem frischen Kalke erschienen, wenn man den Carton wegnahm. Beieiner gewissen Art von Tapetenwirkern werden noch jetzt die Figuren ausgeschnittenund hinter oder unter den Einschlag gelegt, wonach der Wirker seine Arbeit einrich-tet; weshalb auch diese Cartons in Farben ausgeführt sein müssen. Von dieser Artsind die Cartons, welche Rafael für den Papst Leo X. verfertigte, und nach wel-chen die berühmten Rafael'schen Tapeten (s. Tapetcn und Rafael) in den Nie-derlanden gewirkt wurden. Es waren ihrer 12, welche Geschichten aus dem neuenTestamente darstellten; von ihnen sind nur noch 7 in England zu Windsor )voi Han-den. Die beste Abbildung derselben hat Nic. Dorigny u. d. T.: „l'iin.roUiiü'nllaniptcmii,,,-," (sie wurden in dem Palast Hamptoncourt aufbewahrt) gegeben.S. Richardson'S hist. und krit. Beschreib. derselben und das „Kunstblatt" zum„Morgenblatt" (St. 12, 1820), sowie über die nach diesen Originalcartons gewirk-ten Tapeten, Fernow'S „Röm. Studien" (3. Thl.), und „Morgenblatt" (Lt. 15,1812). Der Carton zu der Schule von Athen, welcher durch die Franzoü n nachParis kam, und ein Fragment der Schlacht desMaxenriuöund Konstantin werdenin der Ambrosianischcn Galerie in Mailand aufbewahrt. So gibt es auch Cartons
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