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Zweiter Band. Bo bis C.
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Casino

schloß man, sich durch den Papst Gerechtigkeit zu verschaffen. Der heilige Stuhlverurtheilte die Ritter, Pommerellen und die andern Provinzen, welche sie innehielten, an Polen zurückzugeben, die von ihnen zerstörten Kirchen wiederherzustel-len und an C. eine bedeutende Entschädigung zu zahlen, endlich auch zu allen Ko-sten. Dieses Urtheil, das mit dem Banne begleitet war, machte die Ritter nichtmuthloS; sie wandten sich an Kaiser Ludwig V., der ihnen verbot, die Güter des-Ordens abzutreten. Die Ritter behielten ihre Eroberungen und legten die Waf-fen nieder. C„ der keinen Sohn hatte und sich der Hülfe eines mächtigen Für-sten versichern wollte, wählte 1339 s. Neffen Ludwig, einen Lohn des Königsvon Ungarn , zum Nachfolger. 1310 bemächtigte er sich KleinrußlandS, dasvor-mals zu Polen gehört hatte, und dessen Beherrscher gestorben war. Um seineKräfte'gegen Rußland zu vereinigen, bot er den deutschen Rittern den Frieden aufBedingungen an, über die man schon früher einig geworden war. Dieser Ver-trag wurde von dem Reichstage 1313 bestätigt. Nun eroberte C. fast ganz Schle-sien, von dem er jedoch nur Fraustadl behielt. Der König von Böhmen , als-Oberlehnsherr des Herzogs von Schlesien , über diese Vorgänge erbittert, rüstetesich , das von den Tataren bedrohte Polen anzugreifen. Diese Barbaren näher-ten sich Krakau; E. machte ihnen den Übergang über die Weichsel streitig, zwangsie zum Rückzüge, flog nach Schlesien , zerstreute das böhmische Heer und kehrtedann in seine Staaten zurück, um daselbst die Ordnung wiederherzustellen. Erberief einen Reichstag nach Wilslicza 1347 und beauftragte die geschicktestenMänner des Reichs mit einer allgemeinen Umarbeitung der Gesetze, an welcher erselbst Theil nahm. Seine neuen Verordnungen wurden angenommen. Die vä-terliche Sorgfalt, die er unablässig der unglücklichsten Classe seiner Unterthanenbewies, erwarb ihm den Titel eines Königs der Bauern. Er versuchte sogar miteinigem Erfolge die Künste in seine Staaten zurückzuführen. Sein Reich vorkünftigen Angriffen zu sichern, befestigte er die Städte; auch legte er Hospitäler,Schulen und Universitäten an. Allein die Truppen, die er einem Sohne desWoiwoden der Moldau bewilligt hatte, um das Erbe seines Vaters wiederzuer-obern, erlitten eine große Niederlage, sodaß C. die Gefangenen mit großen, Löse-gelde befreie» mußte. Kaiser Karl I V., der sich mit C.'s Enkelin, einer T. desHerzogs von Stettin , vermählt hatte, eroberte 1366 Rothrußland von den Lit-thaucrn und überließ 2 Fürsten dieser Nation Dolhvnien und das Palatinat vonBeltz, unter der Bedingung, Polens Lehnsherrlichkeit anzuerkennen, wodurch C.'SRuhm noch erhöbt wurde. Er starb, 61 I. alt, an den Folgen eines Sturzesmit dem Pferde 1370. C. hatte viele Maitressen, darunter eine Jüdin, NamensEsther, welche ihren Glaubensgenossen die Freiheiten auswirkte, deren sie seitdemin Polen genossen haben. Mit C. erlosch das Geschlecht der Piasten, das 523^sahre überPolen geherrscht hatte. Die Polen wählten jetzt Fremdlinge und leg-ten dadurch den ersten Grund zu den Unruhen, welche das Reich bis zu seinemUntergänge zerrüttet haben.

Casino, theils der Ort, in welchem sich eine geschlossene Gesellschaft zuihrem Vergnügen versammelt, theils diese Gesellschaft selbst. Die Benennungsoll folgenden Ursprung haben. Der Monte Casino in der neapolitanischen ProvinzTerra di Lavorv, auf welchem die älteste Benedictinerabtei (s. Benedict) sieht,bat eine herrliche Lage, und von dem Kloster genießt man der reizendsten Aussicht.Das Klima ist schön und gesund, die Luft so rein und die Luftperspeckive stellt Allesin so zauberischen Farben dar, daß man von allen Seiten dahin reiste, um die Na-turschönheiten zu genießen. Dazu kam, daß die Mönche des Klosters sich der Heil-kunde gewidmet batten und indem Rufe standen, heilsame Balsame vorn BergeZion zu besitzen und die Kraft der Pflanze Diptam zu kennen, welche die Schmer-zen stillt. Die Wallfahrten nach dem Monte Casino hörten nicht auf, und er