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war, wie unsere Bäder, ein Vereinigungsort nicht bloß für Kranke, sondernauch für Ge/unde, welche hier die schöne Jahreszeit in ländlichen Ergötzlich:keilen verlebten. Die geselligen Vergnügungen des Monte Casino blieben in derErinnerung. Man suchte sie, wie jede entflohene Freude, wiederzuerzeugen.Man stiftete Zusammenkünfte bekannter und gewählter Personen, und glaubte denZauber der Gesellschaften des Monte Casino mit dein Namen Casino aufdie neu-gebildeten Cirkel zu übertragen.
Casiri (Michael), ein gelehrter Orientalist und syro-maronitischer Geist-licher, geb. zu Tripoli in Syrien 1710, kam nach Rom , wo er in dem Colle-gium von St.-Peter und «t.-Marcellin studirte und 1734 in den geistlichenStand trat. Im folgenden I. begleitete er den gelehrten Assemanni nach Syrien ,wohin derselbe aufBefehl des Papstes ging, um der Synode der Maroniten beizu-wohnen, und stattete 1736 zu Rom einen genauen Bericht von den Religionsmei-nungen der Maroniten ab. Er lehrte hierauf in seinem Kloster die arabische, sy-rische und chaldaische Sprache, Theologie und Philosophie, und ging 1748 nachMadrid , wo er bei der Bibliothek angestellt wurde. 1749 begab er sich, auf desKönigs Befehl, auf die Escurialbibliothek, deren Aufseher er in der Folge wurde,u. sammelte hier die Materialien zu s. berühmten „IZililiotlieea arabieo-lnxz,.,,,»"(Madrid 1760—70,2 Bde., Fol.), welche in 1851 Art. die sämmtl. Handschriftender Bibliothek desEscuriale aufzählt, die an arabischen Handschriften vielleicht diereichste in Europa ist. Dieses von Irrthümern nicht ganz freie Werk enthält diewichtigsten Angaben und Auszüge und ist ein unentbehrliches Repertorium fürjeden Orientalisten. C. starb zu Madrid den 12. März 1791.
Cassander (Georg', geb.um 1515ausdcr Insel Kadzand oderCassandbei Brügge in den Niederlanden , nach der er sich nannte, ist durch seine Bemü-hungen und Vorschläge zur Vereinigung der Religionsparteien berühmt. Er lernteund lehrte zu Brügge, Gent und Köln Philologie, kanonisches Recht und katholi-sche Theologie, übernahm wegen seiner Kränklichkeit kein öffentliches Amt undtrat 1561 mit einer Schrift zu Schlichtung der Religionsstreitigkeiten auf, dieihni,weil er Calvin's Heftigkeit tadelte, literarische Angriffe von diesem und Beza zuzog.Während er 1564 in Auftrag des Herzogs von Kleve zu Duisburg mit Bekehrungder Wiedertäufer beschäftigt war, riefihn der mit dem Ausgange der tridentinischenKirchenversamnilung unzufriedene Kaiser Ferdinand I. nach Wien , um durch ihnVereinigungspunkte für die Katholiken und Protestanten aufsetzen zu lassen, derenAnnahme der Kaiser für möglich hielt, wenn diese ihren Widerwillen gegen dieHierarchie und ihre Spitzfindigkeiten, jene offenbare Mißbräuche und Erfindungendes Aberglaubens aufgeben, und Beide über die in der augsburgischen Confesson ent-haltenen, unbezweifeltcn, alten Lehren des Glaubens, wie schon auf dem Collo-quium zu Regensburg versucht worden, einig würden. C. richtete, nach dem indemselben Jahre erfolgten Tode Ferdinands , an dessen den Protestanten nochgünstigern Nachfolger, Maximilian II. , das gefederte Gutachten („Ve -u ticu-lis rcligwiiix inter täatbolieox et I'iolexüxilex controvoxis a<1 lm>>>>. IHrcl. 1.et iVIax. II. eoiuailtatio. ecl. Hing. Orot.", 1642). Obwol aufrichtiger Katho-lik, baute er es auf die Exegese der ältern Kirchenvätcr, kam den Protestanten inden Grundlehren des Glaubens, durch die Vorschläge, daß Communion unter bei-derlei Gestalt und das Heirathen der Priester erlaubt, Verehrung der Bilder undReliquien, die stillen M>ssen, dasSchaulragen der Hostie und ähnliche Mißbräucheabgeschafft, der Ablaß gemäßigt, die äußern Gebräuche den Bestimmungen der ein-zelnen Kirchen überlassen werden sollten, sowie durch die Modiftcationen desLehr-bcgriffcs der Katholiken, entgegen, wollte aber Papst, Hierarchie, die Lehre vonderTranssubstantiation und die Würde Les SacramentS ex <>j,erc «peiatn aufrechterhalten wissen. Diese Vorschläge fanden aber bei den Eiferern beider Parteien