Castelcicala Casti 503
Obergeneral der 4. spanischen Armee und zum Tommandanten mehrer Provinzen.Er wurde nun der Waffengefährte Wellington's und bewies milikairische Talentein der Schlacht bei Viktoria, die zum Theil durch seine und s. Truppen Tapferkeitgewonnen wurde. Die Regentschaft beging die Ungerechtigkeit, ihm s. Vtelle zunehmen und ihn zum Staatsrathe zu ernennen. Er schrieb dem Kriegsminister:„Ich habe die Genugthuung, dem Feldmarschall Freyre das Tommando, das ich1811 vor Lissabon übernahm, an derGrenze von Frankreich zu übergeben". NachFerdinands Rückkehr wurde er Generalcapitain von Catalonien und mit Orden be>ehrt. 1815 befehligte er das zum Einrücken in Frankreich bestimmte Heer. 1816legte er s. Stelle nieder. 1824 gelang es ihm, sich bei Ferdinand VII. zu puristci-ren (vom Verdacht constitutionneller Gesinnungen zu reinige»), er wurde wiederzum Generalcapitain ernannt und 1825 in den Staatsrath berufen. Er ist fein,einnehmend, biegsam; daher nannte man ihn el pstt.i»n, den Zigeuner.
Tastelcicala (Don Fabricio Nuffo, Fürst v.), aus einer alten neapol.Familie, erhielt unter dem Minister Acton 1796 in dem berüchtigten politischenZnguisitionstribunal eine bedeutende Stimme. Da aber diese Staatgjunta sich durchzu strenge Strafen nach bloßer Willkür verhaßt gemacht hatte, so löste der Gründerderselben, Acton, sein eignesInstrument wieder auf. Er errichtete eine andre Junta,in welcher Guidobaldi und der Präsident Vanini, wahre Schreckensmänner, Platznahmen und ihre Strenge so weil trieben, daß Acton selbst die Folgen derselbenzu fürchten anfing, sodaß er das Ministerium niederlegte, und der Prinz C. seinNachfolger wurde. Vanini wurde nun dem Volkshasse aufgeopfert und entleibtesich selbst. Der Prinz T. war es insbesondere, der nach der Schlacht bei Abukir seinen Hof zu einer Kriegserklärung wider Frankreich bewog; auch begleitete er s.Monarchen, als dieser in Folge des Vordringens des franz. Heeres 1799 mit demHofe sich nach Sicilien begab. Zwei Jahre nachher wurde er sicilianischer Ge-sandter in London , und als die bourbonische Dynastie den franz. Thron wieder be-stiegen hatte, Gesandter beim franz. Hofe. In diesem Posten unterzeichnete er, inFolge einer ihm aufgetragenen außerordentlichen diplomatischen Verhandlung, denfür Großbritannien höchst wichtigen Tractat mit der Krone beider Sicilien am26. Sept. 1816, der die Handelsverhältnisse beider Völker so bestimmte, daß ge-gen 10 Proc. Einfuhrzoll nach den Facturen der Empfänger alle britische Produkteund Fabricate in den sicilianischen Häfen eingeführt werden dürfen. Nach der Re-volution 1820 ernannte der König Ferdinand den Prinzen zum Botschafter inMa-drid; er lehnte aber diese Ernennung ab, und als er von Paris zurückberufenwurde, blieb er dennoch und setzte seine Mission fort, weil er annahm, daß derKönig unter dem damaligen Einstusse der Infurrcction nicht habe frei handelnkönnen. Seitdem ist er königl. sicilianischer Botschafter in Paris geblieben.
Tastelli (Johann Friedrich), geb. zu Wien den 6. März 1781, Theater-dichter daselbst, schrieb MehreS als Pseudonym: Brüder Fatalis. Bekannt sinds. „Dramatische Sträußchen" (7. Iahrg., Wien 1816—22); das Drama: „DieWaise und der Mörder" (1819); „Die Schweizersamilie", »ach der franz. Oper(3. Aufl., Wien 1821), :c. Auch redigirte er eine Zeitlang das wiener „Con-versationsblatt" und ist noch Herausgeber des Taschenbuchs: „Huldigung denFrauen". Seine „Lebensklugheit in Haselnüssen" (Wien 1825) ist eine Samml.von 1000 Sprüchwörtern in kurzen Reim - und Kernsprüchen.
Casti (Giambatista), Dichter, geb. 1721 zu Prato in der Nähe von Flo-renz, machte seine Studien aus dem Seminar von Montefiascone , »vard dannPros. daselbst, erhielt eine Dompfründe und machte eine Reise nach Frankreich .Auf die Einladung des Fürsten v. Rofenberg, der ihn in Florenz kennen gelernthatte, ging er nach Wien und ward Joseph II. vorgestellt, welcher den Geist desDichters zu schätzen wußte und ihn oft in seine vertraut« Unterhaltungen zog.