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C. ergriff jede Gelegenheit, die sich ihm darbot, um andern Höfen empfohlen zuwerden, indem er sich, jedoch ohne Amt und Titel, an mehre Gesandtschaften an-schloß. Katharina II. nahm ihn auf das schmeichelhafteste auf. Er besuchte dannauch den berliner Hof und andre deutsche Höfe. Als er nach Wien zurückgekehrtwar, ließ ihn der Fürst v. Rosenberg, welcher Hofschauspieldirector war, nachMetastasio's Tode zum l'octs cergreo (kaiserl. Hoftweten) ernennen. NachJosephs tl. Tode aber foderte C. seinen Abschied und zog sich nach Florenz zurück,wo er einen großen Theil s. Werke schrieb. 1783 kam er nach Paris . Ungeachtetdes hohen Alters hatte er noch die ganze Kraft und Thätigkeit seines Geistes.«Leine Heiterkeit, seine durch einen leisen Anstrich von Ironie gewürzte Naivetät,seine Welterfahrenheit machten seinen Umgang höchst anziehend; dabei war seinCharakter fest, und sein Betragen regelmäßig. Eine Erkältung machte den 8. Febr.1803 plötzlich s. Leben ei» Ende. Er war über 82 I. alt. Wir besitzen von ihm:,,Xuvclle ^al-iiiti clell' ,1bl>. O" (neue Allst., Paris 1804, u. d. T.: „Xovells»I! 0>.,ml,. O-isli" in 3 Bdn.). Ihre Zahl beläuft sich auf 48. Fast alle sindzügellos, aber zugleich anziehend durch die Lebhaftigkeit, Eigenthümlichkeit undZierlichkeit des Styls, Ein Gleiches läßt sich von s. großen, didaktisch - satyrischenGedicht: „Oli .iniio.'Oi ^.->i!n»ti, poeins epico cliviro in 26 oanti <li 6i»mk,6:»ti" (Mailand 1802, 5 Bde.), sagen, welches er als lOjähriger Greis 1792.— 99 schrieb, und welches erst jetzt die verdiente Aufmerksamkeit erregt, wahr-scheinlich, weil früher e« Niemand wagen mochte, die darin enthaltenen bitternWahrheiten öffentlich zur Sprache zu bringen. Es sind davon zwei franz. undeine deutsche Übersetzung („Die redenden Thiere", 3 Bde., Bremen 1817) erschie-nen. Letztere verdient allgemeine Anerkennung. Sehr angenehm sind C.'s „kiincäusorro»liebe", und höchst originell und lustig s. komischen Opern: „l,a Arotts<Ii Irolenici", „I! Us I eocloro in Vcneris" >c.
Castiglione (Baldasarre), einer der zierlichsten ältern italien . Schrift-steller, geb. den 6. Der. 1478 zu Casakico im Mantuaschen (seine Mutter waraus dem regierenden Hause Gonzaga), studirte zu Mailand , trat in die Dienstedes Herzogs von Mailand , Ludwig Sforza, nach dessen Gefangennehmung durchdie Franzosen der Marquis von Gonzaga zu Mantua ihn aufnahm. EinigeJahre nachher trat er in die Dienste des Herzogs von Urbino , Guidobaldo dellaRovera, der ihn zum Anführer einer Compagnie von 60 M. machte. C. wardbald eine Zierde des feinen, prächtigen Hofes von Urbino . Seine glänzenden Ei-genschaften, seine Kenntnisse, Talente und liebenswürdigen Sitten bewogen denHerzog, ihn 1505 als Gesandten an Heinrich VIII. nach England, und 1507in gleicher Eigenschaft an Ludwig XII. nach Mailand zu senden. Guidobaldo'sNachfolger, Herzog Francesco Maria, erhob ihn zum Grafen und gab ihm dasSchloß von Nuvillara bei Pesaro zu Lehen. Als Leo X . 1513 Papst gewordenwax, erschien C. bei demselben als Abgesandter seines Herrn und trat hier mitden berühmtesten Literatoren und Künstlern in freundschaftliche Verbindung. 1521gelang es ihm, für den neuen Herzog von Urbino , Federigo, den Befehl über diepäpstl. Truppen, den s. Vater geführt hatte, auszuwirken. Auf eine andre Weifed-ente er dem jungen Herzog in dem Kriege gegen die Franzosen , und ward1523, nach Clemens VII. Wahl, wieder nach Rom gesandt. Als dieser Papstdas Jahr darauf die wichtigsten Angelegenheiten mit Karl V. zu verhandeln hatte,legte er sie, mit des Herzogs von Urbino Bewilligung, in C.'s Hände. Der Kai-ser bezeigte ihm persönlich große Gunst, dennoch kam der Friede nicht zu Stande,vielmehr ward 1527 Rom von dem Connetable von Bourbon genommen undgeplündert. Dies Ereigniß verursachte C. den tiefsten Schmerz; der Papst be-schuldigte ihn der Vernachlässigung.^ Zwar gelang es ihm, sich zu rechtfertigen,aber seine Ruhe gewann er nicht wieder, Der Kaiser, der seine Sorgfalt für ihn