Chaldaische Christen Chalotais 551
Nationen Asiens , waren die ersten Bearbeiter der Metalle und nicht ohne astro-nomische Kenntnisse. Sie legten den Grund zu dem babylonischen und assy-rischen Reiche; ihr Name erhielt sich in dem Priestergeschlechte der Babylo-nier, dessen Mitglieder sich mit dem Gottesdienste, mit Auslegung ihrer ge-heimen Schriften, mit Wahrsagen, Arzneikunde, Traumdeuten, Beschwörungen,Zauberei, Sterndeuterei u. dgl. beschäftigten, diese Kenntnisse aber vor demVolke geheim hielten. Von den Schriften dieser Chaldäer ist Nichts auf unsgekommen. Ursprünglich soll das Volk d. N., auch Kephener genannt, amKaukasus gewohnt und erst um 8»0 v. Chr. am persischen Meerbusen sichniedergelassen haben. (Dgl. Babylonier.)
Chaldäische Christen, s. Sekten, Syrische Christen undThomaschristen.
Chalkographie, s. Kupferstecherkunst.
Chalotais (Louis Ren,! de Caradeuc de la), Generalprocureur beim bre-tagner Parlament, geb. zu Rennes d. 6. März 1701, starb d. 12. Juli 1785. DerEinfluß dieses ausgezeichneten Staatsbeamten auf die Revolution, die nach seinemTode in Frankreich stattfand, war in Folge der sonderbaren Stellung der ftanz. Par-lamenten und ihrer Mitglieder zwischen dem Könige und der Nation sehr bedeu-tend. La C. hatte sich durch die Kraft seiner Beredtsamkeit und die Unabhängigkeitseiner Grundsätze Achtung erworben, erregte jedoch erst nach seinem 60.1. allgemeine«Aufsehen, als er den Kampf gegen die Jesuiten begann. Der ftanz. Hofhalte denJesuiten versprochen, daß sie in Frankreich bleiben könnten,suchte aber ihren mäch-tigen Einfluß zu schwächen. Gegen den Orden wirkten la C.'öFreunde, d'Alembert ,Duclos, Condillac, Mably, Montesquieu und Diderot . La C. aber griff de» Orden1761 in s. berühmten (oft gedruckten) „Oom^tes reinln« lies oniislituti»»; <l<ü>als Fiscal vor dem Parlament zu Rennes an. Andre Generalprocureurs(Staatsanwälle) folgten seinem Beispiel vor andern Parlamenten. Der Erfolgwar, daß der Orden aufgehoben wurde. La C. wurde in diesem fiscalischen Anits-verfahren durch den Haß, den jede gemißbrauchteMacht erzeugt, und besonders durchdie in Frankreich zahlreichen Jansenisten, welche die Jesuiten so lange verfolgthatten, durch die Unentschlossenheit des Hofes und durch den Neid der anderngeistlichen Orden wider die Jesuiten unterstützt. Der kühne und freimüthige La C.drängte die Jesuiten vorzüglich durch aufgestellte Thatsachen. Vergebens schriebenzur Vertheidigung der Jesuiten Caveyrac, der früher die Aufhebung des EdictSvon Nantes hatte rechtfertigen wollen, ferner die Jesuiten Menouc, Griffet undder witzige Cerutti (s. d.), welche geltend machen wollten, was zur Ehre Gottesund desThrons die Jesuiten vollbracht haben sollten, undwelcheTalenteihreSchu-len ausgebildet hätten. Die freie Stellung des Mannes, der so heftig den Ordenverfolgt hatte, gab seinen Feinden bald eine Gelegenheit zur Rache, als über dieverweigerte parlamentarischeEinregistrirung neuer Finanzedicte, weil solche diealtenFreiheiten des Herzoglh. Bretagne und seiner Stände verletzten, zwischen dem Hofeund dem Parlament zu Rennes Streit entstanden war. Der Generalprocureurwurde nach Lüjähriaem Dienste mit seinem Sohne und 5 Parlamentsrärhen, dieam heftigsten widersprochen hatten, verhaftet. La C. traf dies Schicksal als angeb-lichen Verfasser gewisser anonymen, an einen Minister gerichteten Sendschreiben,deren Styl dem Geschreibe eines Mannes aus der niedrigsten Classe glich. Ver-geblich betheuerte der Verhaftete seine Unschuld in mehren Denkschriften (1766fg.)>Das Publicum und auch Voltaire vertheidigten seine Unschuld. Dennoch ließ dieniedergesetzte Commission ihre Actenstücke drucken und verurtheilte La C. vor voll-endeter Jnstruction. Der Minister Calonne , der das Verfahren leitete, nebst d-xrStatthalter der Provinz, Herz. von Aiguillon, waren des Verhafteten persönlicheFeinde. Das neue, statt des entlassenen zu Rennes eingesetzte Parlament eignete