550 Chalcedon (Mineral) Chaldaa
kuros und die Monophysiten, und erst nach hundertjährigen kirchlichen Hän-deln, unter denen die Monophysiten (s. d,) sich völlig von den Orthodoxentrennten und eine eigne Kirche bildeten, erhielt die chalcedonische Glaubens-forniel das bleibende symbolische Ansehen, das sie noch jetzt bei den katholi-schen, griechischen und protestantischen Christen hat. Z1.
Chalcedon, ein Mineral, welches selten in stumpfwinkeligen rhom-boedrischen Krystallen, gewöhnlich aber tropfsteinartig, traubig, auch als Ver-steinerungsmittel von Echiniten vorkommt. Seine Farbe ist das Weiße, Graue,Blaue, Gelbe, Braune, zum Theil mit baumförmigen Zeichnungen (Baum - oderMokkasteine), halbdurchsichtig bis durchscheinend. Er findet sich auf Gängen inPorphyr, Grünstein und in andern Felsarten, besonders als Gemengtheil desAchats und als Ausfüllungsmasse der Blasenräume verschiedener Felsarten, beson-ders in der Wacke. Vorzügliche Fundort? sind Oberstein in der Pfalz, Island ,die Faröer, Ungarn w. Die Alten bezogen den Chalcedon besonders aus Ägypten ,und er wurde in Rom verarbeitet; jetzt erhält man ihn aus Island, Sibirien ,Siebenbürgen (woselbst der blaugefärbte zu Hause ist) und benutzt ihn zu Ring-steinen, Uhrschlüsseln, Knöpfen, Dosen, Vasen, Medaillons, Halsbändern u. s. w.Zu den Spielarten des Chalcedons gehören: der Karniol, durch seine blut-rothe Farbe ausgezeichnet; er findet sich in stumpfeckigen Stücken; am schön-sten in Arabien und Japan . Der Karniol sieht in höherm Werthe als derChalcedon ; Schönheit und Gleichheit der Farbe, Freisein von Sprüngen :c.bedingen den Preis; die reinsten werden zu Petschaft - und Ringsteinen, zu Uhr-schlüsseln :c. bearbeitet, besonders zu Oberstein . — Der Heliotrop ist grün. mit rothen Punkten, kommt meist auü Arabien, Sibirien u. s. w. — DasPlasma ist grün. Beide werden zu Gemmen und verschiedenen Bijouterie-gegenständen verarbeitet. — Der Agat oder Achat besteht aus verbundenenLagen von Chalcedon , Jaspis, Hornstein, Amethyst u. si w. Er erscheint aufGängen, besonders zu Oppcnau in Baden, zu Oberstein, zu Schlotewih in Sach-sen, in Sibirien u. s. w. In frühesten Zeiten trug man den mit Charakterenbezeichneten Achat als Amulet ; die Alten verarbeiteten ihn zu schönen Vasen u. dgl.Jetzt ist seine Verwendung vielartig, sowol zu Gegenständen des Nutzens als desVergnügens. Tischplatten, Mörser, Reibsteine, Farbennäpfchen, Zuckerbüchsen,Tabackstosen, Rock- und Stockknöpfe, Degengriffe, Mcsserhefte, Zahnreiberfür Kinder, Schachsteine, Spielmarken u. s. w. werden aus Achat gefertigt.Die vorzüglichsten Achatschneidereien sind zu Oberstein, in Sibirien rc. — DerOnyx ist ein Bandachat, in welchem 2 oder mehre Farbenabänderungen ingeraden oder gebogenen, unten einander parallelen und scharfbezrenzten Lagenwechseln. Die Onyxe werden besondei-ü für Cameen benutzt und meist i'o ge-schnitten, daß eine lichte Lage das Erhabene der Figur ausmacht, die dunklere Lageaber zum Grunde dient. Man kann die Achate auch mittelst verschiedener metalli-scher Auflösungen künstlich färben. — Der Chrysopras ist ein nur derbim LLerpentin zu Kosemitz und Daumgarten in Schlesien vorkommender, durchNickeloxyd grüngefärbter Chalcedon . Es werden aus demselben Steine zuRingen, Busennadeln, ferner Dosenstücke, Petschafte u. s. w. gefertigt. DieFarbe des Minerals ist sehr angenehm, aber nicht beständig; denn sie verbleichtnicht nur, wenn das Mineral der Hitze ausgesetzt wird. sondern verschwindet auchallmäbg beim Gebrauch in Luft und Sonne. Man verwahrt daher den Chrysoprasin Kellern und zwischen befeuchteter Baumwolle.
Chaldaa, der südliche, vormals durch Wässerungen sehr fruchtbar ge-machte, jetzt aber wüste Strich von Babylonien gegen Arabien zu und am persi-schen Meerbusen, welcher die Westseite an der Mündung des Tigris und Euphratgeinnahm. Die Chaldäer, ein semitischer Volksstamm, eine der berühmtesten