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Champ d'Asyle
weiße» Gattungen sind die von Ay, Mareuil und Hautvillierö, und in den rechendie von Verzie, Versenay, Bouzy und Heil de perdrix. Fast alle Weinberge derChampagne ruhen auf einer Unterlage von Kreidefelsen. Daher wird dort derWeinstock spät tragbar, hat er aber ein Mal gewurzelt, so gedeiht er vortrefflich undhält sich lange. Die Mitte der Hügel ist der geschätzteste Theil und liefert den edel-sten Wein. Die gut gelegenen Weinberge gehören zu den einträglichsten in ganzFrankreich und pflegen nach Abzug der Arbeitskosten ihren Besitzern in guten Zäh-ren 9—10 Procent Ertrag einzubringen. Gleichwol kann der Besitzer in 10 Z.nur auf 2 gute Weinlesen rechnen, und sind diese zu ergiebig, so wird derWein zuwohlfeil und der ärmere Winzer leidet sehr, dagegen der wohlhabende seine Weinezurückhalten kann und daher dabei ansehnlich gewinnt. Der Wein bei Chalons istder schlechteste. Gewöhnlich bat der Weinstock am 25. Juni abgeblüht, und dannbeginnt die Weinlese am 25. Sept. Die Trauben werden sehr vorsichtig, fast ohneStengel, abgeschnitten. Die Farbe des Weins ist von der Farbe des Traubensaftsganz unabhängig. Der aus rothen und blauen Trauben ausgepreßte Saft ist weiß.Der Färbestoff der Weins hat seinen Sitz in der Hülse der blauen, rothen und brau-nen Beeren. Die Gährung löst den Färbestoff auf und zieht ihn aus. Hat sich die-ser Wein bis Ende des Dec. gehörig ausgearbeitet, so fängt er an sich zu läutern.Dann zieht man ihn bei Hellem Frostwetter ab und klärt ihn mit Fischleim, imVerhältniß einer halben Unze zu einem Faß von 250 Quart. Der Wein gewinntnun eine leichte abermalige Gährung. Einen Monat oder K Wochen nachher ziehtman ihn von neuem ab und klärt ihn mit der Hälfte des zum erste» Mal verbrauch»ten Fischleims zum zweiten Mal. Zn diesem Zustande bleibt der Wein bis zum Mo-nat März, wo man ihn aufBouteillen zieht. Nach 15 oder 18Monaten scheintdie Gährung ihre ganze Wirkung gethan zu haben, alsdann transvasirt man denWein und nimmt ihm den in der Flasche gebildeten Satz. 64.
Champ d' Asyle (Lager der Freistatt ), eine Niederlassung franz. Kriegerin der Provinz Texas, welche (kaum entstanden) vom Congreß der VereinigtenStaaten aufgehoben wurde) weil Spanien sie an der Grenze von Mexico nichtdulden wollte. Spanische Truppen hatten nämlich die Ansiedler im Dciob. 1818zerstreut, welche hieraufder aus Frankreich verbannte General Lallemand, der sichin Neuorleans aufhielt, sammelte und die meisten davon indie am amTombig-Beein dem BunteSstaate Alabama (am Mobile, an der Grenze von Westfiorida) ge-gründeteNiederlaffung franz. Ausgewanderten führte, wo der von ihnen theils er-kaufte theils unter sie vertheilte Bezirk Marengo, und die von ihnen darin ange-legte Hauptstadt Aigleville heißt. Hier liegt auch Mobile, eine von Franzosen schonvor 200 Z. gegründete Niederlassung. Die Anlage von Aigleville haben vorzüg-lich die Generale Clauzel und Lesebre-Desnouelteö geleitet. — Texas wurde indem 1810 von den Verein. Staaten mit Spanien wegen Florida abgeschlossenenVertrage völlig an Neuspanien überlassen. Zn derselben Zeit bildete sich daselbstunter einem Präsidenten, Zameü Long, mit dem sich mehre Franzosen von demaufgelösten Champ d'Asyle vereinigt hatten, die Republik Texas, deren HauprortNacogdoches war. Auch diese Republik löste sich bald auf, und Long kehrte in dieVerein. Staaten zurück. Texas gehört jetzt zu den Verein, mexicamschen Staa-ten, und zwar zu dem Skaare Santander; es befand sich 1821 in einem völliggesetzlosen Zustande, indem Abenteurer aller Art, Schleichhändler, entlaufen«:Sklaven, wilde Zndianer und flüchtige Verbrecher sich zusammenrctlirt hatten,um eine Art von Unabhängigkeit zu behaupten. Zhr nächster Zweck schien derSchleichhandel zu sein. Das Land ist so fruchtbar, daß nian in gewöbnlichenZah-ronn das 159. Korn gewinnt. Zucker und Baumwolle gedeihen nachWunsch, vomCaffee hofft man dasselbe. Die Wälder sind mit Thieren aller Art angefüllt, be-sonders mit wilden Pferden, die an Kraft und Leichtigkeit den arabischen gleich-