Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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538 Chatillon und Kamps zwischen d. Marne und Seine

3 britische Minister: Lord Cathcart, Aberdeen und Stewart. Im Namen Ruß--lands unterhandelte Graf». Razumoffski, im Namen Östreichs Graf Stadion, u.im Namen Preußens Baron v. Humboldt. Die Geschichte diesesCongrcsfes stehtmit dem Gange des Krieges im genauesten Zusammenhange. Nach der Schlachtbei Brienne oder la Rochiere (s. Brie nne) zog sich Napoleon über Troyes am8. Febr. nach Nogent an der Seine, 23 Stunden von Paris , zurück. Die Ver-bündeten hatten ihrerseits in dem Kriegsrathe zu Brienne am 2. Febr. beschaffen,die franz. Armee nicht mit vereinter Kraft zu verfolgen, weil das Land für 2 Heereauf Einer Straße nicht hinreichende VerpflegungSmitiel darbot; Schwarzcnbergund Blücher trennten sich also, um auf Paris zu marschiren: Jener über TroyeS ,das er am 7. Febr., Napoleons Heertheile zurückdrängend, besetzte, an beiden Ufernder Seine; Dieser über Arcis undChalons, um hier die Heertheile von Pork, Kleistund Längeren aufzunehmen, längs der Aube und Marne nach Meaup hin. AlleinBlücher drang, den Marschall Maedonald verfolgend, statt die Nordarmee ausBelgien abzuwarten, in einzelnen Heerhausen, wodurch er seine Kräfte zersplitterte,zu rasch durch die Champagne vor. Zwischen ihm und der Hauptarmee blieb einleerer Raum von 3 — 4 Märschen, den Napoleon, ungeachtet der verdorbenenWege, mit rascher Kühnheit zum größten Nachtheil für die Allurten benutzte. Un-terdessen war der Congreß bereits am 5. Febr. eröffnet worden, indem Napoleon sichzur augenblicklichen Auslieferung aller feste» Plätze in den von Frankreich abzutre-tenden Ländern erbot, sobald die Verbündeten ihm einen Waffenstillstand zugestän-den. Allein diese verlangten sogleich die vorläufigen Bedingungen eines Friedenszu unterzeichnen, der Frankreich seine alten Grenzen sichere, wenn Napoleon ihnen6 der wichtigsten Grenzfestungen einräumte. So stand die Unterhandlung, alsNapoleon— rechts von Schwarzenberg diesseits Troyes bedroht, links von Blü-cher überflügelt, dessen vorderster Heerhaufen unter ^ork bis laFertö-souS-Jouarre,am S. Febr., 3 Tagemärsche von Paris , vorgedrungen war — plötzlich durch einenSeitenmarsch die Mitte der Linie, auf welcher die durch starke Zwischenräume ge-trennten Abtheilungen des schlesischen Heeres sich befanden, senkrecht durchschnitt,sodaß er nun im Rücken und in der linken Flanke des Feindes vordrang. Er ließnämlich 36,000 M. unter Victor, Oudinot und Milhaud an den Übergangspunk-ten der Seine und Honne gegen Schwarzenberg zurück und eilte von Nogent überdie Seine mit den Heertheilen von Ney und Marmont, nebst den Garden unterMvrtier, 30,000 M. stark, am 9. Febr. nach Sezanne, warf sich am 10. beiChampa u bert mit 6000 Pferden auf die russ. Heeresabtheilung des GeneralsAlsusieff, der 5000 M. Fußvolk und 24 Kanonen hatte. Dieser mußte sich, nachtapferm Widerstände, mit 2000 M. ergeben ; 2000 M. entkamen durch die Wäl-der, und 15 Kanonen fielen in feindliche Gewalt. Napoleon stand jetzt im Ruckender unter Sacken und Pork vorgeschobenen Heertheile. Jener marschirte daher,20,000 M. stark, eiligst von la Ferto nach Montin irail zurück, wurde aber hieram 11. Febr. von Napoleon , der Montmirail schon besetzt hatte, nach einem bluti-gen Kampfe in den Dörfern l'Epine und Marchais, geschlagen, und zog sich, durchdie Ankunft eines Theils des HeerhaufenS von Pork gedeckt, mit einem Verlustevon 2400 M. an Todten, 1000 Gefangenen lind 9 Kanonen, in der Nacht nachChäteau-Thierry zurück, das er, nachdem sein Nachtrab auf den Höhen von Nesleam 12. nochmals geschlagen worden war und über 2000M. verloren hakte, fliehenderreichte. Hier deckte Prinz Wilhelm von Preußen mit 2000 M. den Übergangaufdas rechte Ufer der Marne , worauf Sacken und auch Vork, der indeß vonMegux zurückgewichen war, Beide von Macdonald verfolgt, sich nachRheimü zu-rückzogen. Unterdessen hatte Blücher, auf die erste Kunde von Napoleons Bewe-gung, den Heertheil des Generallieut. von Kleist und die Abtheilung des GeneralsKapzewitsch am 12. in der Stellung bei Bei geres zusammengezogen, und war in