Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Chinesische Sprache, Schrift und Literatur

Folge überließ sie den Jesuiten die AuStheilung, daher die Benennung Jesuitenpul-ver. Diese schickten eineSendung nach Rom , von wo es weiter inEuropaverbreitetwurde. An Ort und Stelle unterscheidet man - Arten: eine weiße, eine gelbe, einerothe und eine runzliche. Die in den Apotheken gangbare Chinarinde ist gewöhnlichdie gelbe. Diebestemuß nichtallzu dick, aber zusammengerollt und schwer sein. Ihreäußere Fläche ist rauh, und entweder braun, grauoderschwärzlich, die innere zimmet-färben. Zerkaut ist sie bitter, etwas gewürzhaft und zusammenziehend. AufdemBru-che zeigt sie Flimmerchen, schlechte hingegen splittert sich und zerfällt wie Wurmmehl.Chemisch zerlegt, enthält sie harzige und gummöseTheile, auch etwasErdeundLau-gensalz. Die Kraft der Rind läßt sich durch heißes und kaltesWasser, durch Brannt-wein, noch mehr aber durch Rheinwein ausziehen; eine Mischung aus Wasser undgereinigtem Weingeist ist jedoch das allerwirksamste Auflösungsmittel. Zn Wech-selfiebern wird die Chinarinde mit dem glücklichsten Erfolge angewandt. Höchstwirksam zeigte sie sich auch in allen chronischen Krankheiten, beim Brande, bei bös-artigen Blattern, in Nervenkrankheiten, insonderheit bei hysterischen und hypo-chondrischen Beschwerden, beim Stickhusten, der Ruhr, beim Skorbut . Sie scheintdaher mit Recht den ersten Platz unter den Arzneimitteln einzunehmen. (Zu denMarschgegende» heilt der Seewermuth aufdem Außendeichslande, in starkem Ge-tränk ausgezogen, die dort endemischen Fieber gemeiniglich leichter als die China-rinde.) In den Apotheken hat man davon: Eytracte, Tincturen, Essenzen, Pulver,Syrupe ic. Während der Continentalsperre benutzte man stakt der China verschie-dene europäische Baumrinden, hat sie aber nach dem Aufhören jener Sperre sämmt-lich aufgegeben. S. „Versuch einer Monographie der China", von Heinr. vonBergen, mit 8. color.Kpf. in Fol. und 10 Tab. (Hamb. 1828, 4., 18Thlr.).

C h i n e si sch e p r a ch e, Schrift und Literatur. Die chinesi-sche Sprache gehört zu den einsilbigen uno ist unter diesen die einfachste, d. h, dieunausgebildetste. Ihre einsylbigen Wörter bestehen aus einem Vocale mit einemeinzigen vorangesetzten Consonanten; erscheinen sie in unserer Schrift mit mehrBuchstaben, so ist dies nur Nothbehelf, um ihren Klang mit unsern Schriftzeichennachzubilden. Da überdies die Consonanten B, D, R, T und Z den Chinesen feh-len, so ist die Zahl der einfachen Consonanten, welche sie ihren Worten vorsetzen, sehreingeschränkt. Zwei Consonanten hinter einander sind den Chinesen unaussprechbarund wo sie dergleichen in ausländischen Wörtern finden, fügen sie jedem einenVo-cal bei. Die Worte lloa r*t eorp>»s ,ns»m lauten bei ihnen: lIo-be-n^6-su-t>,-os-ul-zni-su-nir-viini. Solcher höchst einfachen Wurzellaute oder Wurzelwör-ter haben die Chinesen nach ältern Angaben 328 oder 350, nach R» musat 252,nach Montucci 460. Sie zu vervielfältigen haben sie kein andres Mittel alsden Ton oder Accent. Dieser istvornchmlich fünffach; nämlich der gleiche (wie wireins, zwei, drei u. s. w. aussprechen,) der tiefe gleiche (dieser ist in den Sylben,welche sich aspiriren lassen, allemal aspirirt), der hohe (welcher hoch anfängt undkurz abfällt, wie wenn Jemand im Zorn nein! sagt), der steigende (welcher etwastief anfängt, aber steigt, auch länger gedehnt wird als ein andrer Ton, wie beiuns ein verwunderndes so), und der kurz abgebissene (wie wenn Jemand ausFurchtden angefangenen Laut nicht vollenden könnte). Überhaupt wird die Zahl der Tönevon Einigen auf 8, von andern auf 11 und 13 gesetzt, von denen jedoch wahr-scheinlich nur in einzelnen Fällen Gebrauch gemacht wird. Dem Ausländer sinddiese Modifikationen für Ohr und Zunge unerreichbar, und selbst der Chinese hilftsich oft damit, daß er ein Wort zur Erklärung hinzusetzt. Nehmen wir durchgän-gig 5 Töne an, so erhält dadurch der Chinese aus seinen 328 Wurzeln 1625verschiedene Wörter. Durch die Aspiration werden diese auf 3250, oder nach derhöchsten Rechnung auf 7700 vermehrt. Diese nun, welche das daran gewöhntechinesische Ohr als verschieden empfindet, bilden den ganzen Sprachsatz der Chi-