Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
630
JPEG-Download
 

6Z0

Chic» Chirographarisch

nesen und mäiffen nebst ihren oft sehr sonderbaren feierlichen Bedeutungen, wodurchmanche« Work gegen 50 verschiedene Bedeutungen erhält, hinreichen, alle con-«rete und abstracto Begriffe auszudrücken. Da sie einsylbig sind, so gibt e« keinenUnterschied der Redetheile, auch fällt alle Ableitung und eigentliche Biegung weg.Die Declination und Conjugation wird durch Umschreibung dürftig ersetzt. Trü-mer aber bleibt viel Dunkelheit, daher auch ihre alten classischen Bücher, dieKings, von jedem Ausleger anders gedeutet werden. — Nicht minder sonderbarlst die Schrift der Chinesen. Sie ist weder natürliche noch symbolische Hiero-glvphik, noch «ylben-, noch Buchstabenschrift, sondern drückt ausgebildete Be-griffe, und zwar jeden durch ein eignes Zeichen aus, ohne mit der Sprache inVerbindung zu stehen. Man kann daher ein chinesisches Buch verstehen lernen,ohne das Geringste von der Sprache zu wissen. Der chinesischen Schrift liegen 6theils gerade, theils auf verschiedene Art gekrümmte Linien zum Grunde, welchezunächst die 21-1 sogen. Schlüssel oder Urzeichen bilden, mit welchen alle übrige Zei-chen, deren höchste Zahl man auf 80,000 angibt, zusammengesetzt sind. Auch einlebenslängliches Studium reicht nicht hin, alle diese Zeichen dem Gedächtniß einzu-prägen; indessen sind schon 8—10,000 derselben hinreichend, ein gewöhnliches Buchzu verstehen.—Die Literatur der Chinesen ist reich an mannigfaltigen Werken.VorKon-fu-tse hakten sie auch Poesie. Üeberreste derselben findetman im Schi-King.Eine eigne Abtheilung bilden die Kings oder heil. Bücher, welche ConfuciuS in diejetzige Form brachte; sie sind theils geschichtlichen, theils moralisch-religiösen, theilspoetischen Inhalts. Von diesen Kings ist das Schu-king ins Franz, übers. Unterden geschichil. Werke» ist eins der wichtigsten die (sehr fehlerhaft) insFranz. übers.„Chinesische Reichsgeschichte". Noch erwähnen wir das inS Engl. übers. „Chinesi-sche -Strafgesetzbuch", die „Lobschrifr auf Mukhden", die „Inschrift des Pu" u. a.in. Die kaiserl. chines. Encyklopädie, unter Kan-Hi 1880 angefangen und im vorigenJahrh, beendigt,e»lhält6100Bde. InPeking erscheint wöchentlichin ungeheuremFormat auf Seidenzeuch eine Zeitung, die als das Jahrbuch des chines. Reich« undals das einzige Gesetzbuch betrachtet werden kann; der Kaiser übernimmt bei dersel-ben oft selbst die Censur. Hülfsmittel zur Erlernung des Chinesischen haben wir vonFourmont, Beyer, Römusat; ein Wörterbuch (das aber sehr getadelt wird)von demjüngernDeguigneS. Ein andres versprachMontucci. In Kanton hat Morrison(s.d.) ein Wörterbuch der chines. Sprache herausgegeben. GroßeArbeiren der Mis-sionarien für das Studium der chines. Sprache finden sich handschriftlich in Rom ,Paris , Petersburg u. a. a. L).

C h i o, bei den Alten Chios, f. ScioS.

ChioSk (Kiosk), ein von allen Seiten offenes und freistehendes Garten-baus mit einem Zeltdachs, das auf einigen (gewöhnlich ins Gevierte gestellten)Säulen ruht, um welche unten ein Geländer herumläuft. Es wird von Holz,Stroh oder ähnlichen Materialien erbaut, und wird besonders angelegt, um imSchatten eine freie Aussicht zu genießen, dient aber auch zur Verschönerung einerländlichen Partie oder Gartenansicht. Das Wort Chiosk ist türkisch. Von denTürken und Persern ist diese Art von Pavillon in die englischen, französischen unddeutschen Gärten gekommen.

Chiragra, die Gicht, welche sich der Gelenke der Hand bemächtigt undihre Bewegungen hindert. Sie raubt nach und nach den Händen ihreGelenkigkeitund macht die Finger krumm, ungestaltet, und lähmt ihre Bewegung, indem sieum die Flechsen einen kalkigen Stoff in Knoten und Bollen anhäuft, wodurchendlich die Gelenke ganz erstarren. (Vgl. Arthrit i sch.)

Chirographarisch (von Chirographum, die Handschrift, besondersder Schuldschein), was auf handschriftlichen Versicherungen beruht; daher ein Chiro-graphariiis, chirographarischer Gläubiger, dessen Federungen sich auf einen Schuld-