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Chiron Chirurgie
Ch iron, Sohn des Saturn und der Philyra, soll in Thessalien unterden Centauren, und zwar in Gestalt eines Rosses, um die eifersüchtige Rhea da-durch zu täuschen, geboren worden sein, Er galt bei seinen Zeitgenossen für einengeschickten Arzt, Astronomen und Musiker. Der Ruf seiner Weisheit machte,das ihm fast alle Fürsten damaliger Zeit ihre Söhne zum Unterricht übergaben, undunter seine Schüler gehörten Äskulap, Nestor, Peleus, TheseuS, Ulysses, Kastor und Polluy, Äneas, Achilles, Bacchus, Iason :c. Er soll ein hohes Alter erreichthaben, und weil er von seinem Vater die Unsterblichkeit erlangt hatte, endlich, so sagtdie Mvthologie, lebenssatt, den Jupiter gebeten haben, ihn sterben zu lassen.
§ hironomie die Bewegung der Hände, besonders wenn
sie als Kunst betrieben wird, mithin als Gesticularion, die ein Theil der Mimik ist.Schon die alten Rhetoren sahen die Wichtigkeit der Händebewegung ein und beach-teten dabei vorzüglich den Ausdruck, der durch dieselbe hervorgebracht werden kann.GilbertAustin hat in s. „l'.liiroiivm'ui. or ,a Iie.ilvie VI> i lietvrie.il ckeliverv (Lond.1806; im Ausz. Leipz. 1818: „DieKunst der rednerischen und theatralischenDe>clamarion") ein eigenthümliches System zur Bezeichnung derGesten und derHände-bewegung aufaest,//t, gleichsam eme Zeichensprache, durch welche man, wie durchNoten die musikalischen Töne, die Action, welche ein Redner oder Schauspielerbeim Ausdruck irgend eines Gemüthszustandes anzuwenden hat, bezeichnen, mit-hin auch die musterhafte Gesticulation eines Redners oder Schauspielers zur lebhaf-ten Erinnerung und Lehre für die Zukunft aufbewahren könne. Die Zeichen werdendurch Figuren erläutert. Aber der scharfsinnige Mann geht zu weit, wenn er glaubt,die von ihm angenommenen 15 Fundamentalstellungen, welche er durch Veränderun-gen auf 139 vervielfältigt, erschöpften die möglichen Stellungen und Bewegungen,und wenn er es für möglich hält, durch die auf dieselben hindeutenden Bezeichnun-gen dem Redner oder Schauspieler seine ganze Ackion streng vorzuschreiben.
Chirurgie, Wundarzneikunst, derjenige Theil der Heilkunde, der (nachd. griech. die Hand, und dasWerk) in Verrichtungen mit der Hand
besteht- Man kann sie daher als den Theil der Arzneikunde erklären, der entwederdie bloße oder die mit Instrumenten bewaffnete Hand zur Erhaltung der Gesundheitoder Heilung der Krankheiten anwendet. Sie ist keine eigne ärztliche Wissenschaft,sondern vielmehr ein Hülfsmittel, und zwar das mächtigste und wirksamste Hülfs-mittel, der mechanische Theil der Medicin, und älter als diese. Schon die Kriegemachten die Heilung der Wunden früher nothwendig, als die bei der einfachen Le-bensweise der damaligen Menschen sich seltener zeigenden Krankheiten. Man weiß,daß schon 50 I. vor dem trojanischen Kriege MelampuS, Chiron und sein Schü-ler Äskulap die Argonauten als Ärzte begleiteten; ferner, daß im trojanischenKriege 2iLöhneÄskulap'S, Machaon und PodaliriuS, die verwundeten Griechenbesorgten. Daß jedoch späterhin sowol die griechischen als die arabischen Arztedie Chirurgie und innere Medicin vereinigt bearbeiteten, beweisen die Werke desHippokrateS, Galen, CelsuS , Paulus von Ägina, Albucasis u. s. w. Doch wur-den zu Hippokrates's Zeiten einzelne chirurgische Operationen von der Medicin ge-trennt, In dem Hippokraiischen Eide war der Steinschnitt den Ärzten sogar verbo-ten. Bei den Arabern herrschte überdieß eine gewisse >Lcheu vor den Operationen,und es wurde für eine Schande gehalten, wenn die Arzte solche selbst verrichteten.Bei den Römern überließen sie dieselbe meistens den Sklaven. Im Mittelalter fieldie Ausübung der ganzen Heilkunst beinahe ausschließlich den Mönchen und Prie-stern zu. Aber 1163 verbot die Kirchenversamml. von Tours den Geistlichen, wel-che mit den Juden im christlichen Europa die Arzneikunde trieben, jede blutige Ope-ration. Die Chirurgie ward von den Universitäten verbannt unter dem Vorwande,daß die Kirche alles Blutvergießen verabscheue. Damals trennten sich Medicin undChirurgie. Diesc Trennung wurde dadurch um so mehr begünstigt, daß schon die