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Chiwa Chladni
Zünfte der Bader undBarbierer entstanden waren, welche sich nn» die Ausübungder Chirurgie zueigneten. Zu den Zeilen der Kreuzzüge (von 1100 an) kamen näm-lich viele Ausschlags- und andre Krankheiten aus dem Morgenlande nach Europa ,besonders nach Italien, Frankreich und Deutschland , welche den häufigen Gebrauchder Bäder und die Errichtung der Batstuben veranlaßten. In Frankreich entstanddie Darbierzunst, da (100b) der Erzbischof Wilhelm zu Rouen das Tragen derBärte verbot. Mehre Jahrhunderte hindurch blieben diese Baker und Barbiererim Besitz der Ausübung der Chirurgie. Indeß zerstreuten sich die Nebel des Mit-telalters. Von der Anatomie erleuchtet, gurann die Chirurgie eine neue Gestalt.Obgleich sie fortdauernd der Gegenstand eines eignen Gewerbes blieb, so betriebendoch die größten Arzte sie als Wissenschaft, und die Werke eines Berengar vonCarpi, eines FallopinS, eines Eustach w. waren die wahre O.uelle der Kenntnisse,womit Ambrosius Parä seine durch die Verbindung mit der Barbierknnst herabge-würdigte Wissenschaft bereichert hatte. Erweitert durch die Entdeckungen eines Cä-sar Magakus, Fabricius von Aguapendenke, Wiseman, Wilhelm Harvev, Fa-bricius von Hilden, machte die Chirurgie neue Fortschritte. 1731 wurde in Frank-reich eine eigne Akademie der Chirurgie gegiftet, welche bald in ganz Europa be-rühmt wurde. Männer wie Markchal, la Peyronie und Lamartine re w. erwarbensich dauernde Verdienste. Die Sammlung von Denk- und Preisschriften der Aka-demie der Chirurgie enthält die Geschichte dieser blühende» Periode. Hier findetman die Arbeiten eines I. L. Petit, Garengeot, Lafaye, Lecat, Sabotier undvieler andern Praktiker. DerWetleifer von ganz Europa wurde durch diese Beispieleerweckt. Um dieselbe Zeit lebten in England: Cheselden, Douglas, die beidenMonro, Sharp, Alanson, Pott, Smellie, die beiden Hunter; in Italien :Molinelli, Bertrandi, MoScati; in Holland: Albinus, Deventer , Camper; inDeutschland und dem Norden: Heister, Zach, Plattier, Stein, Röderer, Bil-guer, Acrell, Callisen, Theben und Richter. Bis gegen das Ende des vorigenJahrh, zählte die französische Akademie der Chirurgie mehre würdige Mitglieder,aber aus ihrem Schoße selbst erhob sich ein Mann, der sie in der Geschichte derKunst wie in derAchtung seiner Zeitgenossen ersetzen sollte: Desault (s. d.) wurdedas Haupt der neuen Schule. Außer der chirurgischen Schule zu Paris sind auchdie zu Sirasburg und vorzüglich die zu Montpellier (wo Delpech sich auszeichnete),welche nicht immer mit der pariser übereinstimmten, berühmt. Der französische WundarztRon.r hat in s. „Parallele der französ. n. engl. Chirurgie" (Paris 1815)die französ., sowie l>. vonAmmon in s, „Parallele der französ. und deutschen Chi-rurgie" (Leipz. 1823) die deutsche etwas einseitig erhoben. Jetzt erst, wo die Chi-rurgie wieder mit der eigentlichen Medicin Hand in Hand geht, wo sie sich auf mög-lichst genaue anatomische Kenntnisse stützt, kann sie mit Sicherheit ihrer immer grö-ßer» Vervollkommung entgegengehen. Indeß sind nicht alle Ärzte zur Ausführunggroßer Operationen geschickt. Die dazu nöthigen Eigenschaften können zum Theilnur durch Übung erworben werden, zum Theil müßen sie von der Natur verliehensein. Bekannt sind: Eam.Cooper's „Gciioiu,,^ »k-iuiigerv ew." (4A., deutsch bearb., Weimar 1824, 4 Bde.) und Richerand's (zu Paris ) „Grundriß der neuernWundarzneikunst", nach der 5. A. übers. (Leipz. 1823 fg., 8 Thle.),
C h i w a (Khiwa), Chiwenzen, s. Turkmenenland.
Chladni (Ernst Florenz Friedrich), geb. zu Witrenberg 1756, Sohn desPros. bei der dasige» Iuristenfacultät, E. M. ChladeniuS , erhielt s. erste gelehrteBildung in der Fürstenschule zu Grimma , widmete sich dann zuWittenberg undLeipzig der Rechtsgelehrsamkeit, und wurde auf letzterer Üniv. 1781 der Philosophieund 1782 der Rechte Doctor. Nach dem Tode s. Vaters verließ er die Rechtswis-senschaft und widmete sich ganz dem Studium der Natur, dem er bisher alle seinefreien Stunden geschenkt hatte. Als Liebhaber der Musik, worin er erst im 19,