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Christian ll. (König von Dänemark )
stellt worden sei, behaupten die eifriqsten Protestanten ebenso wenig, als umsteh--tige Katholiken die I>othwendiqkeit einer solchenHerstellung und das große Verdienstdes Protestantismus um dieselbe und folglich auch um die Verbesserung der altenKirche ableuqnen mögen. (Dgl. Trident, Katholicismus, Protestan-tismus .) Sehr mannigfaltig sind die Nestalten, in denen das Christenthumunserer Tage erscheint. Die südlichen Völker beweisen, wie leicht diese Religionsich nationalisirt, wie viel sie aber auch unter dem Einflüsse einer überwiegendenSinnlichkeit und Herrschaft der Phantasie von der einfachen Größe, sittlichen Kraftund reinen Geistigkeit ihres ursprünglichen Charakters verliert; den nördlichen Völ-ker» nahm der Protestantismus die meisten, wenn auch nicht alle, Lasten ab, mitdenen die Übermacht der irdischen Natur den Geist der Religion niederdrückt; daschristliche Europa trägt in seinem gegenwärtigen, von manchen der Religion ganzfremden Einflüssen bedingten, sittlichen und politischen Leben immer noch das Ge-präge der Erziehung, die es dem Christenthum verdankt (s. Bildung), und hatdiese Form auch seinen Colonien in entfernten Welttheilen aufgedrückt, unter denenallein das republikanische Nordamerika sich zu einer in ihrer Art einzigen Unabhän-gigkeit von jedem Sektengeiste und allgemeinen Freiheit aller Bekenntnisse zu erhe-ben wußte. Suchen wir aber das Christenthum, wie es in Christus selbst lebte undwirkte, unter unsern Zeitgenossen auf, so finden wir es bei keinem Volk und inkeiner Religionspartei rein und unentstellt wieder, sondern nehmen seine Züge nurin dem Wandel der wenigen Erleuchteten und Frommen aus allerlei Volk wahr,welche Christus lieben und von seinem Geiste durchdrungen sind. L.
Christian II., König von Dänemark, geb. zu Kopenhagen 1481, wardnachlässig erzogen. Als Jüngling beging er vermöge seines heftigen Charaktersdie äußersten Ausschweifungen. Der König Johann, sein Vater, der endlich da-von hörte, strafte ihn streng, aber vergeblich. Als er 1507 »ach Bergen berufenwurde, um einige aufrührerische Bewegungen zu ersticken, faßte er eine heftige Lei-denschaft für eine junge Holländerin, Namens Dyveke, deren Mutter ein Gasthaushakte. Dyveke ward die Geliebte Christians, der ihr, und besonders ihrer Mut-ter, eine unumschränkte Herrschaft über seinen Geist einräumte. Er befand sich alsVicekönig in Norwegen , bis die wankende Gesundheit seines Vaters ihn iwch Ko-penbagen zurückrief. Nach seiner Thronbesteigung vermählte er sich 1515 mitKarls V. Schwester, Zsabelle. Darauf machte er Heinrich Nil. ernstliche Vor-stellungen über die Seeräubereien der Engländer, erneuerte die Verträge mit demGroßfürsten von Moskau und bemühte sich den Hansestädten den Handel zu ent-reißen. Die Hoffnungen, welche dies Verfahren bei seinen Unterthanen erweckte,wurden bald durch die fürchterlichsten Scenen vernichtet, zu welchen der Tod derDyveke Anlaß gab. Man klagte die Verwandten von Torber» Oxe, Gouverneurdes Schlosses von Kopenhagen , an, sie vergiftet zu haben. Oxe gestand eine frü-here Liebe für sie ein; der König ließ ihn enthaupten. Andre Hinrichtungen ver-breiteten Schrecken im ganzen Reiche; besonders haßte Christian den Adel, der aufden Monarchen grollte, welcher gegen Überwältigung den Bürger- und Bauern-stand in Schuh nahm. 1516 kam ein päpstlicher Legat im Norden an, um Ablaß z» predigen. Christian nahm ihn auf, in der Hoffnung, daß er ihm in Schweden ,nach dessen Krone er strebte, nützlich sein könne. Die Schweden waren in mehreParteien getheilt. Gustav Trolle, Erzbischof von Upsaka, ein geschworener Feindvon Steno» Sture, Administrator des Königreichs, hatte sich heimlich mit Chri-stian verbunden; aber die schwedischen Stände »ahmen Sture in Schutz, septenTrolle ab und ließen sein Schloß schleifen. Der Nuntius, der unter diesen Um-ständen »ach Schweden kam, ließ sich von Sture gewinnen, entdeckte ihm die PlaneChristians und rechtfertigte beim Papste die Schweden gegen Trolle. Endlich be-gab sich Christian 1518 selbst nach Stockholm , um mit dem Administrator eine