Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cicero

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her mehr als je mit den Wissenschaften, schrieb in griechischer Sprache die Ge-schichte seines ConsulatS und verfaßte über denselben Gegenstand ein lateinischesGedicht in 3 Gesängen. Endlich brach das Ungewitter los. Clodius, C.'s Feind,ließ ein Gesetz erneuern, das Jeden des Verraths schuldig erklärte, der einenrömischen Bürger hinrichten lasse, bevor das Volk ihn verurtheilt habe. Der er-lauchte Consular legte Trauerkleidcr an und erschien, von den Rittern und vielenjungen Patriziern begleitet, in den Straßen Roms, den Schuh des Volks anru-fend. Clodius, an der Spitze bewaffneter Anhänger, beleidigte ihn mehre Maleund wagte sogar den Senat zu umlagern. Da wählte §. eine freiwillige Ver-bannung, durchirrte Italien und nahm endlich seine Flucht nach Theffalonichzum Plancus. Clodius ließ indeß durch neue Decrete C.'s Gartenhäuser schlei-fen und an der Stelle seines Hauses zu Rom einen Tempel der Freiheit erbauen;C.'s Gattin und Kinder wurden Mißhandlungen ausgesetzt. Während die Nach-richt von diesen Ereignissen den Unglückliche» fast zur Verzweiflung brachte, be-reitete sich zu Roni eine Änderung zu seinen Gunsten vor. Clodius's Kühnheitward Allen gleich unerträglich. PompejuS ermunterte C.'S Freunde, seine Zurück-berusung zu bewirken. Der Senat erklärte, -daß er sich mit keiner Angelegenheitbeschäftigen werde, bevor nicht das Verbannungsdecret zurückgenommen sei. Durchden Eifer des Consuls LentuluS und auf den Vorschlag mehrer Tribunen ging, trotzeinem blutigen Tumult, in welchem C.'s Bruder O.uintus gefährlich verwun-det wurde, im folgenden Jahre das Zurückberufungsdecret in der Volksversamm-lung durch. So kehrte C. nach 10 Monaten ehrenvoll zurück. Der versam-melte Senat empfing ihn an den Thoren der Stadt, und sein Einzug glich einemTriumphe. Die Republik übernahm den Wiederaufbau seiner Häuser. Vondiesem Zeitpunkt an begann für C. ein neues Leben. Sein republikanischer EiferMinderte sich in dem Maße, wie er sich mehr an PompejuS anschloß, den er fürseinen Wohlthäter erklärte. Clodius widersetzte sich mit gewaffneter Hand demWiederaufbau der Häuser C.'S und griff ihn oft selbst an; Milo trieb ihck mit denWaffe» zurück und klagte ihn zugleich vor Gericht an. Rom ward oft ein Schlacht-feld. Indeß verlebte C. mehre Jahre in einer Art von Ruhe, mit feinen rhe-torischen Werken beschäftigt. Aus Gefälligkeit gegen PompejuS vertheidigte erVatiniug und GabiniuS , 2 schlechte Bürger, die sich als seine unversöhnlichenFeinde gezeigt hatten. 54 Jahre alt, trat er in das Collegium der Augur».Der Tod des unruhigen Clodius, welcher von Milo umgebracht wurde, befreiteihn von seinem gefährlichsten Gegner. Er vertheidigte den Mörder, der seinFreund und Rächer war, in einer schönen Rede; aber der Anblick der Soldatendes PompejuS und das Geschrei der Anhänger des Clodius verwirrten ihn, alser sie hielt. Um diese Zeit ernannte der Senat ihn zum Statthalter von Cilicien .C. führte auf diesem für ihn neuen Posten den Krieg mit Glück, schlug die Par-ther zurück und ward von den Soldaten mit dem Titel Imperator begrüßt. DieEhre des Triumphs ward ihm jedoch nicht zugestanden. Sobald seine Sendungbeendigt war, kehrte er nach Rom zurück, das der Bruch zwischen Cäsar undPompejuS mit einem großen Ereignisse bedrohte. Die Schrecken eines Bürger-kriegs verabscheuend, trachtete er vergebens, beide Nebenbuhler zu versöhnen.Cäsar zog gegen Rom, und PompejuS sah sich gezwungen, mit den Consuln unddem Renate zu fliehen. C., der dieses plötzliche Anrücken nicht vorhergesehen hatte,befand sich noch in Italien; Cäsar sah ihn zu Formiä und vermochte Nichts überihn. C., obgleich er überzeugt war, daß die Gegenpartei sicherer sei, und obgleichsein Eidam Dolabella einer von Cäsar'S Vertrauten war, ging dennoch aus Ehr-gefühl wieder zu PompejuS. Nach der pharsalischen Schlacht und des PompejuS Flucht weigerte er sich, den Oberbefehl über einige in Dyrrhachimn gebliebeneTruppen zu übernehmen, sondern begab sich zurück nach Italien , welches Cäsar's