Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cicerone

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sein Vaterland liebte". — Er war, was so selten mit Größe verbunden ist, auchein tugendhafter Mann, denn er hatte nur Charakterschwächen, kein Laster, under suchte immer das Gute um des Guten, oder was am leichtesten zu verzeihen ist,um des Ruhmes willen. Sein Herz war allen edeln Eindrücken, allen großen undschönen Gefühlen, der Vaterlandsliebe, der Freundschaft, der Dankbarkeit, derLiebefür die Wissenschaften geöffnet. C.'s Beredlsamkeit blieb stets Muster. Nach demWiedcrerwachen der Wissenschaften war er der bewunderkste der alten Schriftsteller,und immer wird die Reinheit und Eleganz seines StylS ihm den ersten Rang unterden römischen Elassikeru erhalten. Der Styl der philosophischen Schriften, ohnerednerischen Prunk, athmet jenen feinen AtticismuS, den einige Zeitgenossen auchseinen Reden gewünscht hätten. Man erkennt indeß den Redner an dem gedehnten,minder lebhaften Dialog. Diese philosophischen Schriften, deren Hauptinhalt vonden Griechen entlehnt ist, und welche akademische und stoische Lehren und Grundsätzein sich verbinden, haben für uns einen sehr ungleichen Werth. So ist sein Werk„>>» »!,iu,!> Oooi iim" für uns nur eine Sammlung von Irrthümern; die Tuscu-lanen („'I'uxc»m>>!>«? gu.-,k5imne5") leiden an den Spitzfindigkeiten der athenischenSchule; ebenso gehört das Werk: „l)e iinik,»« bcmoruin r> ,»-,lor»f»"dieser etwaszu trockenen dogmatischen Philosophie an. Dagegen haben seine Werke über diepraktische Moral ihre» ganzen Werth behalten. Das Buch: „l)e »Maii," bleibtdie schönste, von rein menschlicher Weisheit eingegebene Abhandlung über die Tu-gend. Trefflich übers. und erläut. von Garve. Auch find die Freuden der Freund-schaft und des Alters nie besser dargestellt worden als in C.'S Werken: „ftearnleitin"und „!)o ktnooini«-,". Von seinem politischen Werke „I>c , opubiu-u" hatMajoeinen großen Theil wiederenidcckt und 1822 zu Rom herausgegeben. C. schriebdie 6 Bücher „Ite >< >>." in s. 51. I. Er wollte darin zeigen, durch welche SkaaiS-kunst, durch welche Kräfte und welche Sitten das römische Volk die Herrschaft derWelt errungen habe. Sleinacker hat diese Fragm. Lechz. 1823 herausgegeben.Villemain hat sie in Paris 1823 übers., und crkl. Fr. v. Kobbe (Gott . 1821).Über den sarmarischen Codep des C. „Da r,-p.", der sich 1581 im Besitze enies vol-hynischen Edelmanns befand und seitdem verschwunden ist, gibt Pros. Gusi. Mün-nich in Krakau Auskunft in s. Schrift: „VI. I'nli. fti, >1. >!>- xpulil. »»-tit. uockiuis 8!>rn»,t." (Gött. 1825). Nach ihm soll Goslicki in s. Werke „t)opüriert» Ski, .Iture" jenen Codep benutzt haben. — C.'s Werke „I)e ilivinutioiie"und „Da lepjch»!," sind lehrreiche Denkmäler des Alterthums. Derselbe philoso-phische Geist zeigt sich in seinen oralorischen Schriften, besonders in der wichtigstenderselben, „Da »rulora", wicwol weder hier noch in den „täi-n is »ininribu»", den„luplui.-i", „sie purtitivnr »,utvri-i" :c. viel für uns Brauchbares enthalten ist.Das anziehendste von allen Eiceronischen Werken aber sind für die Nachwelt seine„i'chlsloliie ft»»ilmrei" und „ Vck ^tiiauni", welche mehr als irgend ein andreseine genaue und lebhafte Idee von dem Zustande der Republik geben, und den Deich,in seiner ganzen Eigenthümlichkeit als Mensch zeigen. (Sie sind meisterhaft über-setzt von Wieland.) Sein Leben ist von Plmarch, unter den Neuern von M itdle-ton und Morabin beschrieben worden. Um die HerauSg. und Erkl. der Werke C.'shaben sich verdient gemacht Paulus und Aldus ManutiuS , Lambinus, die beidenGruter, die beiden Gronov rc. Neuere AuSg. s. sämmil. Werke haben wir von I.A. Ernesti, Beck und Schütz; auch stereotypier durch Tauchnih, nach Ernesii vonNobbe, in einem Bande (Leipzig 1821). — Über Cicero, als Namen einerSchrffkgattung, s. Schriften.

Cicerone, in Italien, besonders in Rom , Derjenige, der den Fremden dieMerkwürdigkeiten und Alterthümer zeigt und erklärt. Weil dergleichen Leute s> hrredselig zu sein pflegen, so hak man sie, durch eine scherzhafte Anspielung auf Cicero ,Cicerone genannt. Zu einem gute» Cicerone gehören aber gründliche gelehrte Kennt-