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Zweiter Band. Bo bis C.
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Cicisbeo

Cicognara

nisse, und daher haben auch mehre Archäologen und Kunstkritiker, als Fernow,Hirt, Reise,«stein u. A., es nicht verschmäht, sich einer Beschäftigung zu widmen,in welcher sie 'Andern nützlich werden konnten, während sie selbst durch die wieder;holte Betrachtung der Kunstwerke sich immer vertrauter mit denselben machten.

Cicisbeo ist seit dem 17. Jahrh, in Italien der erklärte Begleiter undGesellschafter einer verheiratheten Dame. Der gute Ton in allen Hähern StändenItaliens will, daß der Ehemann von dem Tage der Hochzeit an nur in seinemHause mit seiner Frau umgehe; in Gesellschaften, zu öffentlichen Lustbarkeiten be-gleitet sie der Cicisbeo, der seiner Gebieterin bereits beim Puhiisch aufwartet, umsich die Befehle für den heutigen Tag von ihr geben zu lassen. Dem deutschen Ehe-manne mächten die Annehmlichkeiten des Cicisbeatü nicht so einleuchten als demitalienischen, so sehr auch Iagemann in dem zweiten s. Briefe über Italien sichbemüht, das Cicisbeat gefällig darzustellen. Diese Sitte ist um so auffallender,da der von Natur eifersüchtige Italiener mit dem Ehestände seinen ganzen Cha-rakter zu verändern scheint. Der P. Barri hat die Cicisbeatura zum Gegenständeeines moralischen Werks gemacht und theilt sie in die imgi, und 5t,ei i.->. Die erstefindet er zulaßlich, aber die letzte ist auch ihm ein Stein des Anstoßes. Im Grundeaber verschwindet diese Sitte oder Unsitte auch in Italien immer mehr. — Cicis-beo, im Deutschen gebraucht, hat stets einen mindestens verdächtigen Nebenstnii.Es wird oft für Hausfreund gesagt, aber für einen solchen, den man öfter in Ge-sellschaft der Frau als in Begleitung des Mannes vom Hause sieht; auch wol ge-radezu für begünstigten Liebhaber.

Cicognara (Leopold, Graf), geb. zu Ferrara um 1780, besaß ansehnlicheGüter im Gebiete dieser Stadt. Mit ausgezeichneten Talente», einem würdigenAnsehen durch Statur und männlichen Anstand, verband er von seiner Jugend aneinen seltenen Fleiß und eine große Vorliebe für die schöne» Künste. Sein erstesWerk (Ferrara 1811) entstund aus Beurtheilungen von Daruffeldi'sZtmic'üe üei wiwi.'itl ecl !,I iisil 1 e-iruitidl"; es war gegen gewisse Behauptungendes Abbate Denina gerichtet und umfaßt mehre interessante Punkte der politischenund literarischen Geschichte seines Vaterlandes. Bei der Leistung der cisalpini-schen Republik wurde er zu einer der ersten Verwaltungsstellen berufen lind erklärtesich bei s. republikanischen Gesinnung laut gegen die Verwandlung s. Vaterlandesin ein Königreich unter Napoleon . Doch fugte er sich der Nothwendigkeit undübernahm die Präsidentenstelle der Künste in Venedig , wo er von nun an wohnteund, mir der schönen Witwe Foöcarini vermählt, sein Haus zum Mittelpunktedes guten Geschmacks und der lehrreichsten Geselligkeit machte. Es standen ihmdabei theils durch sein ansehnliches Einkommen, theils durch die innern Hülfs-quellen seines Geistes alle Mittel zu Gebote, was Geschmack hatte und die Kunstliebte, um sich zu vereinigen. Napoleon unterstützte ihn bei si Unternehmungenund ernannte ihn zum Ritter der eisernen Krone. Nach dessen Sturz wurde ervom K. Franz in seiner Stelle als Präsident der Kunstakademie in Venedig be-stätigt. 1818 überbrachte er der Kaiserin Karoline von Östreich die ihr von Ve-nedig überfchickten Kunstwerke als Geschenk nach Wien . Von hier durchreiste erdas nördliche Deutschland und blieb dann einige Jahre in Paris . Mit der Über-gabe der Kunstgeschenke an die Kaiserin Karoline wurden ihr zugleich 100 Exem-plare eines dazu vom Grafen C. veranstalteten PrachiwerkS: „Oin.-^P» »AlleI'r»e ineüe Veueie ullu bluoilü cli (äiiullna Ausübt»" lVenedig 1818, Fol.), V 0 MGrasen überreicht, worin auf 18 Kupsertafcln mit erklärendem Texte sowol die4 Skulpturen in Marmor als die 8 Gemmen und die Reliefs und Dreifüße inGoltschmiedarbeit in Kupferstichen, Alles von veneiiamschen Künstlern verfertigt,dargestellt waren. Canova's fitzende Polyhymnia eröffnet den Reihe». Kaum istin neuern Zeiten eine geschmackvollere Huldigung dargebracht worden, und da außer