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Cider Cignani
Cider (Frucht-, oder Obstwein), ein weinartiges Getränk, welches aus demSafte solcher Früchte, die viel schleimig-zuckerartige Bestandtheile enthalten, durchGährung gewonnen wird. Die Bedingungen der Gährung sind -i) ein gehöri-ger Grad der Wässerigkeit, nach welchem sie weder zu sehr noch zu wenig mitWasser verdünnt sind; I>) eine Warme von 55 — 70 Grad, nach Fahrenh. Ther-mometer; und c) der Zugang der respirabeln Luft. Zum Apfelweine und Birn -weine, oder dem eigentlich sogen, Cider (viuum poni.mouin), nimmt man voll-kommen reifes, reines, nicht durch Fäulung angegriffenes Herbst- oder Winter-obst, schüttet eS unter freiem Himmel auf einen Haufen und laßt es etliche Wo-chen liegen, damit es recht mürbe werde, befreit dasselbe sodann von Schalen undKernen, zerstampft oder mahlt es auf der Weinmühle, preßt den Saft aus undläßt denselben wie den Traubensaft gähren. Die Apfel sind den Birnen, und daseingepfropfte Obst dem gepfropften vorzuziehen. Stärker wird der Wein daraus,wenn man den Saft erst durchs Gefrieren vom überflüssigen Wasser befreit, aberauch noch Zucker zusetzt. Schlechtem und schwächern Cider aber erhält man, so-bald, anstatt den Saft aus dem Obste anzuwenden, dasselbe bloß zerquetscht undmit Wasser übergössen, oder auch mit Wasser zu dünnem Brei gekocht und dannmit Wasser mittelst eines hinzugesetzten Gährungsmittels, z.D. Hefen, abgegohrenwird. Übrigens ist noch zu bemerken, daß jede Sorte Obst für sich allein bleibenmuß. Auf ähnliche Weise lassen sich aus den Mähren , Pflaumen, Kirschen,Schlehen, Quitten, Erdbeeren, Himbeeren, Stachel-und Johannisbeeren wein-artige Getränke bereiten. Der eigentliche Cider oder Fruchtwein wird in Deutsch-land nur wenig, in England und Frankreich aber häufig gemacht; die Einwohnerder Normandie sollen die Erfinder des Ciders gewesen sein. Mäßig genossen, istdcrCid.r derGesundheit keineswegs nachtheilig, im Übermaße genossen aber umso mehr, da er sehr berauscht. In mehren heißen Ländern bereitet man aus demsüßen Safte verschiedener Palmarten durch Gährung den sogen. Palmwei», ausdem Safte des Zuckerrohrs den Viu äe 6,inne, und bei uns aus dem Safte, wel-cher im Frühjahr durch das Anbohren der Birken abgezapft wird, ein Getränk, wel-ches an Farbe und Geschmack dem Chanipagner ähnlich ich
Cigarro , künstlich zusammengedrehete Röllchen feinen Rauchtabacks,welche von einer Seite angezündet und von der andern entweder in den Mund ge-nommen oder in ein kleines Mundstück gesteckt und abgeraucht werden. Es ge-hörte dazu ursprünglich eine besondereArtTaback, welche auf der InselCuba erbautward. Hernach nahm man auch andre amerikanische Blätter dazu. Don Ame-rika kam ihr Gebrauch nach Spanien, Frankreich, Deutschland , und ist jetzt all-gemein verbreitet. Die feinsten Sorten kommen von der Havanah.
Cignani (Carlo), der letzte große Maler der bologneser Schule, geb. zu Bo-logna 1628, ein Schüler Albano's. So leicht er neue Werke unternahm, so seltenwar er damit zufrieden genug, um sie für beendigt anzusehen. Seine Flucht nachÄgypten war das Werk von 6 Monaten. Er verstand zu componiren, wie die Car-racci, lind s. Figuren auf eine Weise zu vertheilen, daß s. Gemälde größer schienen alssie wirklich sind. Seine schönsten Frescoarbeiten sind zu St.-Michael in Bologna ,in von Engeln getragenen Ovalen, und in dem Saale des Farnese'schen Palastes,wo er König Franz >. von Frankreich darstellte, wie er die Kröpfe heilt. Zu Parma nialre er in den, herzogl. Garten mehre Anspielungen auf die Liebe, welche durch dieMalereien Augustin Carracci'S Nichts verlieren. In s.HimnielfahrtMariä zuForlihat er den schönen Michael von Guido in der Kuppel zu Ravenna und einige andreIdeen dieses Meisters nachgeahmt; aber außerdem ist er allenthalben in der Zeich-nung der Nacheiferet Correggio's. Er bringt nicht so oft Verkürzungen an wie dieLombarden, und in s. Umrissen und Gewändern hat er eine ihm eigenthümliche Voll-endung. Sein Pinsel ist kräftig, und s. Colorir lebhaft. Der Herzog Ranuccio er-
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