Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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680 Cinna (Lucius Cornelius— Cornelius) Cino da Pistoja

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w-hll. Die Abgesandten, die ihm die Nachricht davon überbrachten, trafen ihnauf dem Felde mit dem Pfluge in der Hand. Er nahm die Würde an und be,dauerte nur, daß nunmehr sein kleines Landgut unbearbeitet bleiben würde. DasConsulat verwaltete er uneigennützig und ruhmvoll, schlug es aber, als es ihmauf das nächste Jahr wieder angeboten wurde, aus, und erhielt nachher, um denunglücklichen Krieg gegen die benachbarten Aguier zu endigen, die Dictatur aufk Monate. Auch diesMal fanden ihn dieBote» hinter dem Pfluge. Sogleich zoger dem eingeschlossenen Consul MinutiuS zu Hülfe, überfiel die Feinde bei Nacht,nahm ihr Heer gefangen und theilte die Beute unter seine Soldaten aus, ohnemehr für sich zu behalten als eine goldene Krone, die ihm sein Heer aus Dankbar«keil schenkte. Schon nach 16 Tagen legre er, nachdem er einen Triumph gefeiert,seine Würde nieder und kehrte in die ländliche Ruhe zurück. Im hohen Alter er«hielt er die Dictatorwürde abermals, um der Herrschaft des unruhigen und gefähr-lichen SpuriuS MäliuS ein Ziel zu setzen. Er traf die wirksamsten Vorkehrungenund zerstreute, als der Aufrührer durch einen gewissen Ahala umgebracht wordenwar, dessen zahlreiche Anhänger. So wurde C. 2 Mal der Retter seines Volks,das ihn als Vater verehrte.

Cinna (Lucius Cornelius), ein Anhänger des Marius, der, als Sylladurch die Achtserklärung des MariuS sich verhaßt gemacht hatte, das Consulat er-langte, und Jenen, der eben als Proconsul »ach Asien abgehen wollte, anklagte,daß er den Staat schlecht verwaltet habe. Sylla fand es nicht rathsam, sich aufdiese Klage zu stellen. Als C. darauf ein neues Gesetz zu Gunsten der Bundes-genossen gewaltsam durchsetzen wollte, kam es zwischen seiner Partei und der Par-tei des Senats, an deren Spitze Octavius , der andre Consul, stand, auf demMarkte zu einem blutigen Gefechte, in welchem §. und die Seinigen besiegt undnach einem Verluste von 10,000 Todten aus der Stadt vertrieben wurden. Erfloh zu den Bundesgenossen, brachte 30 Legionen zusammen, rief die Geächteten,und unter diesen auch Marius, zu sich, bemächtigte sich Roms und trat demschrecklichen Plane des Marius bei, alle iLenatoren, die dem Volke entgegen waren,zu ermorden. Dies Blutbad dauerte 5 Tage. Auch für das folgende Jahr behielter nebst Marius eigenmächtig das Consulat. Jetzt aber erschien Sylla , und C.wollte ihm entgegenstehen; allein seine Soldaten weigerten sich und ermordeten ihn.— Cinna (Cornelius), ein Enkel dcs Pompejus , war das Haupt einer Verschwö-rung gegen den Kaiser AugustuS , der ihm aber großmüthig verzieh und selbst dasConsulat übertrug. C. war darauf deni Kaiser bis an seinen Tod mit unverbrüch-licher Treue ergeben.

Cino da Pistoja, Rechtsgelehrter und Dichter, geb. 1270 zu Pistoja ,aus der Familie Sinibuldi oder Sinibaldi, hieß eigentlich Guittone, aus dessenVerkleinerung Guittoncino die Florentiner durch Abkürzung Cino machten. Erendigte seine Studien in Bologna und verwaltete darauf das Richteramt zuPistoja bis 1307, wo der u. d. N. des Streites der Schwarzen und Weißen be-kannte blutige Bürgerzwist ihn zur Flucht nöthigte. Er ging anfangs zu einemFreunde an der Grenze der Lombardei , der, wie er, von der Parrei der Weißenwar, und dessen Tochter, Selvaggia, ihm Liebe eingeflößt hatte. Aber seine Ge-liebte starb. C. reiste darauf durch die Lombardei und Frankreich , und verweilteeinige Zeit zu Paris. Vor 1314 war er wieder in Italien , denn in diesem Jahregab er zu Bologna seinen Commentar über den Justinianischen Codex heraus, dener in 2 Jahren geschrieben hatte, was in Rücksicht auf seinen Umfang und auf dieSchwierigkeit des Gegenstandes allgemeine Bewunderung erregte. Er erhieltdafür die Würde eines l). der Rechtsgelehrsamkeit. Mehre Universitäten strittenum seinen Besitz. Drei Jahre lebte er zu Treviso, länger zu Perugia , wo derberühmte Bartolo sein Schüler war. Ob er auch, wie Einige behaupten, zu Bo-