Clarinette
708
verändere. Zwei Töchter, Anna und Marie, die beide den engl. Thron bestie-gen, waren die Frucht dieser Ehe. Unter s. Neidern trat zuerst Lord Bristol gegenihn auf, allein das Parlament wies die abgeschmackte Klage desselben ab. Nunsuchte man ihm in der öffentlichen Meinung zu schaden. Von der andern Seitesank sein Einfluß beim Könige, der jetzt weniger einen geschickten Minister brauchteals Männer die seiner Verschwendung dienten. Karl II. wurde dem strengen C.abgeneigt, den Buckingham unaufhörlich bespöttelte, und der in den Augen des Volksals erster Minister für alleFehler in der Verwaltung verantwortlich war. Das we-nige Glück, womit der Krieg gegen Holland geführt wurde, der Verkauf Dünkir-chens und a. Ereignisse erweckten die öffentliche Unzufriedenheit; das Mißfallen desKönigs aber verwandelte sich in Haß, als er den Plan, sich von s. Gemahlin zu tren-nen und mit der schönen Lady Stuart zu verbinden, von C. vereitelt sah, der dieVermählung dieser Dame mit dem Herzoge von Richmond veranstaltete. DerMonarch beraubte ihn seiner Ämter. EineKlage aufHochverrath wurde gegen ihnerhoben. C. flüchtete und sandte von Calais eine Rechtfertigung an Las Oberhausein. BeideHäuser verordneten, daß diese SchriftvonHenkershandverbrannt werde,und C- ward auf immer verbannt. Der Haß des Volks verfolgte ihn noch ausdemfeste» Lande. Zu Evreup ward er von engl. Matrosen überfallen, gefähr lich ver-wundet, und nur mit Mühe entriß man ihn ihren Händen. Er lebte 6 I. abwech-selnd zu Montpellier, Moulins und Rouen , wo er den 7. Dec. 1674 starb. SeinLeichnam wurde späterhin nach England gebracht und in derWestminsterabtei bei-gesetzt. Lord C. war, so lange er Minister war, der Freund und die Stütze seinesKönigs gegen die Parteigänger und der Vertheidiger der Freiheiten s. Vaterlandesgegen den Mißbrauch der königl. Gewalt. Undank und Vorunheil stürzten ihn umso leichter, als s. ernster und stolzer Charakter ihm keine Liebe hatte erwerben können.Unter mehren Schriften, die er hinterlassen, ist s. mit großer Genauigkeit geschrieb.„IÜ5i, u> tbe re belln», UI 1 (! ai' il in lö»rchi,,(1" s1641—60^j (Opf. 1702 fg.,
3 Bde., Fol.; N. Ausg. Opf. 1807, 6 Bde. Dazu gehören: ,,'li,e l>',üt. «> i>,6eie il VV!>, l» I>kü>„ü", London 1721; Clarendon's „8le>wj>-,j>eir" s1621—60^,Oyf. 1767 fg., Fol., und „I l,e lila ob Kckev. jsarl Ol.irenckoii, vvriuon liiin»eis ", Oxs. 1761, 3 Bde.) die wichtigste.
Clarinette, ein1690vonIoh.ChristianDennerinNürnbergcrfunde-ncs Bla-Sinstrument. Es hat die meiste Ähnlichkeit mit der Oboe, aber ein stärkeresCorpus als diese und ein breiteres, schnabelsörmigesMundstück (dieBirn genannt),an dessen Hinterer Seite ein Blätkchen von Rohr eingelegt ist. Außer dem Mund-stücke besteht es aus 3 Mücelstucken, an welchen die Tonlöcher und Klappen ange-bracht sind, und einer-Stürze. IhrTonist voller und dunkler alsderderOboeundkommt den höhern Menschenstimmen am nächsten. Ihr Umfang ist groß und über-steigt 3 Octaven, nämlich von dem kleinen u bis zum dreigestrichenen p'. Die ge-wöhnlichen Clarinette» haben noch große Unvollkommenheitcn, z. B. daß nicht alleTöne, besonders die tiefern, ganz rein sind, und daß es nicht möglich ist, auf densel-ben aus allen Tonarten ganz rein 1) bequem zu blasen. Es gibt daher verschiedeneArien von Clarinetten. Die im Orchester gebräuchlichsten sind lä-, l>- und 4- Cla-rinekten. Die Hauptionart jeder dieser Clarinetten (Ol, K und 4) wird immer als(ä-dnr vorgestellt und auch so geschrieben, weshalb die Applicatur dieselbe bleibt.Es gibt auch noch >)-, Lz- und 1 -Clarinetten, welche man gewöhnlich nur bei so-genannter HarmonieMlisik braucht. Auf der tä-Clarinette kann nian am beguem-sten aus lä-ü„r, O-elur, 1-elui, 4.-,null, b.-invll und I>-n>oll ; auf derll-Clari-nette aus ll-clur. Ls-el»r, 1 -<lur, 4,. du, und den verwandten Molltonarten, aufder 4-Clarinette aus .V-elu,. !)-,!,>>-, Odin , II-<I,n und den verwandten Mollton-arten blasen. Im Tone sind diese verschiedenen Clarinetten ebenfalls von einanderverschieden; nämlich je höher die Clarinetten sind, desto schneidender und durchdrin-