113 Clavier- odcrDlSranisi'blüssel Clcinmcc-Isaure
für den Erfinder des Claviers. Die berühmtesten Clavierbaiier waren Silbennann,Horn u. A. Indessen hat das Fortepiano durch seinen vollern und mannigfaltigernTon das Clavier in der neuesten Zeit fast ganz verdrängt, und zwar so, tast manheutzutage Fortepiano und Clavier beinahe gleichbedeutend braucht. Unter denältern Anweisungen, das Clavier zu spielen, zeichnen sich die Werke von JohannSebastian Bach und seinem Rechne, Karl Philipp Emanuel, auS; von den neuernmöchten Türk's „Clavierschule" und A. E. Müller's „Clavier-- und Fortepiano-schule" die empfehlungswcrthesten sein. — ClavierauSzug nennt man dieÜbertragung eines größer» musikalischen Werks, welches ursprünglich für mehreStimmen oder für das ganze Orchester bestimmt ist, auf das Clavier oder Piano-sorte. insofern diese Übertragung aufNotcn gebracht ist. Der ClavierauSzug wirddaher aus der Partitur gearbeitet. Er dient zur Privatübung, zum Genusse undzur Erinnerung eines grbßern Werks für sich selbst oder in kleinen Kreisen, auchwol zum Einstudiren einer Singstimme. Er wird gewöhnlich bei Opern, Oratorien,Symphonien oder einzelnen Stücken aus denselben angewendet und muß vomComponisten selbst gearbeitet werde». Die Verfertigung federt sowol Kenntnißder Partitur und des Werks als Clavierkenntniß.
Clavier- oder D i s ea n t s ch l ü s se l, s. Schlüssel.
Clavijo yFlaxardo (Don Joseph), ein Spanier , welcher das Opferder ersten Unternehmung ward, durch welche Beaumarchais sich in der Welt be-kanntmachte. Er lebte zu Madrid mit dem Rufe eines aufgeklärte» Gelehrten,und hatte ein Journal, „l .I peos-ulur", und andre nützliche Schriften herausgege-ben, als sein Verhältniß mit einer Schwester von Beaumarchais , die er geliebthatte und nicht mehr liebte, ihm eine Ehrensache mit dem mehr durch seinen Geistals.seinen Muth furchtbaren Bruder zuzog. Sie härte ibm beinahe das Leben ge-kostet, kostete ihm aber wirklich seine Ämter und sei» Ansehen. Er überlebte diesenUnfall, aber in einer Art von Verachtung, worein sein gefährlicher Gegner ihn ver-setzt hatte. Länger als 20 Jahre hat er die Herausgabe des „»erourio birto-liiov polllion >Ie äl.-ttl,lcl", womit er seit 1713 beauftragt worden, besorgt; fer-ner hat erBuffon'S „Naturgeschichte" ins Spanische übersetzt (Madrid 1785 —80, 12 Bde.). Er war Vieedirector des naturhistorischenCabiners und Vorsteherdes Theaters N los Niloz. als er 1800 starb. Weit entfernt, dem gehässigenBilde zu gleichen, das Beaumarchais von ihm entworfen, hatte C. sanfteSitten,ein redliches Herz und einen hellen Verstand. Gölhe hat Beaumarchais's Erzäh-lung s. Trauerspiel „Clavigo " zum Grunde gelegt.
C l a v i s (Musik), 1) der Schlüssel, d. i. die den Noten vorgesetzte, ihreGattung in Rücksicht der Höhe oder Tiefe bestimmende Verzeichnung (s. Schlüs-sel); 2) (beim Clavier oder ähnlichen Instrumenten) jede einzelne Taste, oderdasjenige bewegliche Holzstück, gemeiniglich mit Knochen oder Elfenbein überlegt,durch dessen Niederdrücken und Anschlage» die Saite berührt und der Ton hervor-gebracht wird. — C lavia tur bezeichnet den Inbegriff dieser sänmitlichen Ta-sten, oder auch den ganzen Körper, worauf dieselben ruhen.
C l ü m e n c e- I sa u r e, Tochter des Ludovic Isaure, geb. 1461 aufdemväterlichen Landschloß in der Nähe von Toulouse , verlor in ihrem 5. Jahre ihrentapfern Vater durch den Krieg, und ihre fromme Mutter weihete die einzigeTochter der heil. Jungfrau. C. wuchs an Geist und Schönheit; sie hatte ent-schiedene Vorliebe für Musik, Dichtkunst und Blumen. In der Einsamkeit, inwelcher sie erzogen wurde, war es ihre LieblingSfreude, die Blumen ihres mit ho-hen Mauern umgebenen Gartens zu pflegen. Als sie eines Tages ihre Gießkannein der Fontaine füllte, hörte sie Harfenklänge und Gesang. Sie nähert sich einermit Epheu umrankten Stelle der Mauer und hört die Namen: Raoul und Isaure;sie zieht die Epheuranken weg, die Mauer hat eine Spalte, ein fremder Blick be-