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gegnet dem ihren, und sie eilt erschrocken nach Hause. Zsaure nimmt sich wol vor,nicht wieder zur Fontaine zu gehen, aber—ihre Blumen wollen begossen sein; soist sie den andern Tag fast unbewußt an derselben Stelle. Nicht? regt sich, dieSpalte scheint ihr erweitert, und jetzt sieht sie deutlich einen jungen Knappen vonlieblicher gestalt; seine Harfe lehnt an der Rasenbank, worauf er sitzt, seine Blickesind auf die Mauer gerichtet. Sobald Isaure die Epheuranken berührt, ergreiftder junge Troubadour seine Harfe und stimmt mit dem zärtlichsten Aufdrucke dasMinnelied an, dessen Gegenstand zu sein Zsaure nicht mehr bezweifeln kann. Ernaht sich bittend, ihn nicht zu fliehen, und sieht, wie das schüchterne Mädchentheilnehmend nach ihm Hinblicke. Leise ruft er: Zsaure! Noch leiser entschwebtder Name Raoul! ihren Lippen; er wiederholt jetzt ohne Harsenaccorde denSchluß seiner Romanze:
„Vous LN'ea i'nspino mes vens,
unv Heul' 5oit ms rvcompense".
Errathend zieht Zsaure ein Veilchen aus ihrem Strauß, steckt es rasch in dieMauerspaste und eilt davon. Abends fragt sie ihre Amme nach den Bewohnerndes benachbarten Schlosses. ,,DaS ist ein altes Stammschloß der Grafen vonToulouse, wo nur noch Geister Hausen", antwortet Zosrande, „zum Glück hatunser Schloßkaplan die Fontaine am Ende des Gartens eingesegnet, da wagt sichkeilt Gespenst hin". Zsaure fragt lächelnd, wie solche Geister wol aussehen möch-ten, und die furchtbare Schilderung Zosrande'S beruhigt sie völlig. Täglich kehrtesie nun zur Fontaine zurück, täglich sang der junge Troubadour Lieder der zartestenSehnsucht. Er deutete darin den Sinn der Blumen, und so wurden das Veil-chen, die Lilie, das Tausendschönchen, die wilde Rose und die Ringelblume, welchesie ihm abwechselnd reichte, die Dolmetscher ihrer Gefühle; denn Zsaure erlaubtees sich nicht, zu sprechen. Zhr farbloses wollenes Gewand, ihre Kappe von Her-melin und der Rosenkranz, den sie beständig trug, erklärten genug dies Scbweigen.Nicht lange währte ihr stilles Glück. Raoul, der natürliche Sohn des GrafenRaumond von Toulouse , folgte seinem Vater zum Heere gegen den Kaiser Maxi-milian. Zn der Schlacht bei Guinegaste verloren Beide glorreich ihr Leben. Nurdie Religion vermochte Zsaurens -Lchmerz zu lindern; sie sprach gern am Altaredas Klosiergelübde aus. Doch gedachte sie der reinen Sängerliebe und wollte ihrein Denkmal stiften. Lange schon feierte man in Toulouse nicht mehr das Dichter-fest, welches zu Anfange des ZahrhundertS durch die si hliche Gesellschaft der 7Troubadours dort gestiftet worden war. C. erneuerte es unter deni Namen der.l»-ux siar.nix (s. d.) (Blumenspiele); hier bestimmte sie die 5 verschiedenenBlumen, die ihre Minnesprache gebildet hatten, in Gold und Silber nachgebildet,zu Dichterpreisen. Sie widmete ihr ganzes großes Vermögen dieser Stiftung.Zsaure war selbst Meisterin in der fröhlichen Kunst suit-nur) und dichtete,als ste diePreisvertheilung zum 1. Mai bestimmte, eine Frühlingsode, die ihr denBeinamen der toukousischen Sappho erwarb.
Clemens (Titus Flavius) wahrscheinlich aus Athen gebürtig, aber we-gen seines Aufenthaltsorts gewöhnlich der Alexandriner genannt, einer der be-rühmtesten Lehrer der christlichen Kirche im 2. und zu Anfang des 3. Zahrh., warheidnischer Philosoph, trat zum Christenthum über und wurde nach langen Reisendurch Griechenland, Ztalien und den Orient Presbyter der Kirche zu Alexandria und Lehrer (KarecheteS) der Schule daselbst, in welchen: Amte er seinem LehrerPantänuS folgte und seinen Schüler Origenes zum Nachfolger hatte. Diese 3Männer vermcbrten den Ruhm der alexandrinischen Schule im 2. und 3. Jahrh,C. war ein sehr fruchtbarer Schriftsteller. Die vorzüglichsten unter den aufuns ge-kommenen Cberkcn sind und
pdcr überschrieben. Das erste ist eine Anmahnung an die Heiden,